Das griechische Theater

Ein Beitrag von Anja Krapf


Auch den Ursprung des Theaters finden wir im antiken Griechenland. Bei den griechischen Theatern handelte es sich um Freilufttheater, die in einen Hang hineingebaut wurden. Am Anfang bestanden die Zuschauerränge aus Holz, später erstellte man sie aus Stein. Der Zuschauerraum schmiegte sich zu einem stets größer werdenden Halbrund in den Berg. Man saß auf den Stufen und schaute hinunter auf den kreisrunden Schauspielplatz. Gleich hinter diesem Platz befand sich das Bühnenhaus. Von hier aus trat man auf.

Das Theater der griechischen Antike fasste eine große Menge an Zuschauern. So fanden zum Beispiel in dem Dionysostheater von Athen bei voller Auslastung etwa 17.000 Menschen Platz. Zunächst gab es keine feste Sitzordnung. Später erhielten Priester, Amtsträger und verdienstvolle Einwohner Ehrenplätze. Der Eintritt war frei und es durften auch Frauen und Sklaven beiwohnen.

Wer heute die Ruinen eines griechischen Theaters besucht, wird die sagenhafte Akustik bestaunen. Stellt man sich unten auf den Schauspielplatz und spricht mit normaler Stimme zum Beispiel ein Gedicht oder singt leise ein Lied, so wird dies auch in den obersten Rängen mühelos verstanden. Selbst wenn man die Stimme zum Flüstern senkt, ist dies noch zu verstehen. So war es auch bereits in der Antike. Tausende von Zuschauern konnten dem Schauspiel ganz ohne Verstärkung entspannt folgen.
 

Chor und Schauspieler

In den ersten Theaterstücken trat nur ein Chor auf. Er bestand in der Regel aus zwölf Männern. Zunächst hatten diese Veranstaltungen im Theater überwiegend religiösen Charakter. Sie fanden an religiösen Festtagen statt. Man führte Gesänge und Tänze auf, um Dionysos, den Gott des Weines, der Freude, der Trauben und der Fruchtbarkeit, zu ehren.

In späteren Stücken kam ein erster Schauspieler hinzu, der sich mit dem Chor abwechselte. Dann ergänzte man die Stücke um einen zweiten und einen dritten Schauspieler. Mehr aber wurden es nicht. Trotzdem konnte man auch Stücke spielen, in denen wesentlich mehr Personen vorkamen. Dazu übernahm jeder Schauspieler mehrere Rollen. Um langwieriges Umziehen zu vermeiden, verwendete man Masken, um eine andere Person darzustellen. Sie wurden hin- und hergewechselt.
 

Tragödie und Komödie

Zwei Schauspielarten gefielen den Griechen besonders: die Tragödie und die Komödie. Die eine war traurig und die andere lustig. In der Tragödie ging es dramatisch zu. Götter und Menschen kämpften gegeneinander, Helden bewiesen ihren Mut, aber Tragödien endeten tragisch. Sie hatten kein gutes Ende und machten die Zuschauer ernst und auch traurig. Entweder starb der Held oder er opferte sich.

Die Komödie hingegen war vom Inhalt her zumeist sehr einfach und lustig. Die Dichter verspotteten die Machthaber, manchmal sogar die Götter und es wurde ausgiebig und herzhaft gelacht. Die Komödien endeten gut und die Zuschauer gingen erheitert nach Hause.

Die griechische Seele wechselte im Theater zwischen Ernst und Humor und fand so ihr Gleichgewicht.

 

Fragen zum Text:

  • Wie sah ein griechisches Theater aus?
  • Was kannst du zur Akustik und zu den Zuschauern im Theater sagen?
  • Wer trat im antiken Schauspiel im Theater auf und wie wurde die Rollenverteilung geregelt?
  • Beschreibe die beiden Schauspielarten, die den Griechen besonders gefallen haben.
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