Huang-he,  der wandernde Fluss

80 verschiedene Beinamen haben die Chinesen dem Huang-he gegeben. Sie nannten ihn „den Unregierbaren“ oder „Geißel der Söhne Chinas“, denn er hat mehr Menschen getötet als jeder andere Fluss der Erde.

Während der letzten 3.500 Jahre hat der unzählige Male die Schutzdeiche durchbrochen und Teile des chinesischen Tieflandes überschwemmt. 26 Mal hat er nachweisliche seinen Lauf entscheidend verändert.

Der rund 5500 km lange Huang-he ist der schlammigste Fluss der Erde. Jährlich transportiert er 1,45 Milliarden Tonnen Schlamm. Dadurch schiebt er sein Delta jedes Jahr um 23 Quadratkilometer in das Gelbe Meer vor. Die Dämme wurden über einen Zeitraum von einigen hundert Jahren gebaut, um den Fluss zu regulieren und Überschwemmungen zu vermeiden. Dabei wurde aber genau das Gegenteil erreicht: Der Fluss konnte die großen Mengen an Schlamm nicht mehr in seinen Überschwemmungsgebieten ablagern, sondern schüttete das Flussbett auf. Dadurch mussten immer höhere Dämme gebaut werden. Die Folge ist, dass der Fluss in vielen Abschnitten seines Unterlaufes bis zu 21 Meter über der umgebenden Ebene liegt und es zu verheerenden Überschwemmungen kommen kann, wenn die Dämme brechen.

Die schlimmste Überschwemmung ereignete sich 1931, als zwischen Juli und November rund 88 060 Quadratkilometer Land völlig überschwemmt und weitere 20 720 Quadratkilometer teilweise überflutet waren. Über 80 Millionen Menschen sollen damals ihre Heimat verloren haben. Rund eine Million Menschen starben in den Fluten oder durch die folgenden Hungersnöte und Epidemien.

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