Waschtag in Ghana

Alter:     11 - 14 Jahren,  Dauer:   1 - 2 Stunden

 

Material:

mehrere Stücke Seife (Kernseife), mehrere Eimer, eine oder mehrere
Waschwannen (je nach Gruppengröße), afrikanische Märchen, Geschirr oder
Handtücher (zum Balancieren der Eimer), Schmutzwäsche, Bücher.

 

Der Waschtag sollte schon vormittags und bei gutem Wetter begonnen werden, damit genug Zeit zum Trocknen der Wäsche bleibt. Wer beim Waschtag mitmacht, soll einerseits lernen, das Waschen jenseits der vollautomatischen Waschmaschinen harte Arbeit ist und andererseits erfahren, dass so ein Waschtag eine wichtige soziale Institution ist, die für die Dorfbewohner gleichermaßen mit geselligen Aspekten und wichtigem Informationsaustausch verbunden ist.

Zunächst muss das Wasser herangeschafft werden. Das ist eine typische Kinderarbeit, die neben dem Brennholzholen zu den täglichen Pflichten vieler afrikanischer Kinder gehört.

 

Die schwere Last wird dabei in der Regel auf dem Kopf balanciert:

1. Zunächst wird versucht, ein Buch über einige Meter auf dem Kopf zu balancieren.
2. Wenn das klappt, wird ein Tuch zu einer Wurst gerollt und auf den Kopf gelegt. Hier muss nun die Last, in diesem Fall der Eimer, platziert werden. Wer kann ihn ohne festhalten bis zur Spülschüssel balancieren? Es darf ruhig etwas daneben platschen.

Ist genügend Wasser zur Waschschüssel transportiert, wird gewaschen. Das Wäschestück ordentlich nass machen, mit dem Stück Seife einreiben, dann im Wasser einweichen lassen. Anschließend erneut mit der Seife behandeln und danach in mehreren Gängen durchspülen (dabei noch mal ordentlich durchkneten) bis das Wasser klar bleibt. Nun ordentlich auswringen (am besten zu zweit und die Wäschestücke richtig gegeneinander drehen), ausschütteln und zum Trocknen aufhängen.

Was sich in diesen wenigen Sätzen einfach zusammenfassen lässt, ist sicherlich -
abhängig von der Anzahl der Wäschestücke - Arbeit für ein bis zwei Stunden. Hierbei braucht man einen guten Zeitvertreib: Das Geschichtenerzählen.

Kommentar
18.02.2021 | Carla | Historikerin
Ein sehr guter und aufschlussreicher Bericht! Ein paar mehr Ergänzungen/Details und Fotos noch dazu, wären auch nicht schlecht. Denn die jungen Menschen haben gar keine Ahnung mehr, wie ihr Fresschen eigentlich entsteht. Für die kommt alles aus der Fabrik... Und sie verschwenden keinen einzigen Gedanken darauf, dass die Rohware, die in der Fabrik verarbeitet wird, ja erst mal von jemandem produziert werden muss! - Egal, ob es sich um tierische oder fleischlose Endprodukte handelt. Mich wundert es dirket, dass jetzt - im Veganderwahn - so ein Bericht überhaupt noch veröffentlicht wird. ;-) Meinen Tippfehler lass' ich sehen, der passt ja noch obendrein! :-D
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