Europa praktisch erkunden

Ein Beitrag von Monika Krahn (Freie Waldorfschule Wiesbaden)

Als ich mit meinen Schülern in der 6. Klasse ankam, stand wieder Erdkunde auf dem Lehrplan. In der 5. Klasse fand der Übergang von der Heimatkunde zu Gesamt- Deutschland statt. Diesmal war es ganz Europa, das wir durchnehmen sollten. Wie aber bewältigt man so viele Staaten in nur einer Epoche? So entschied ich mich dafür, die Gegensätze Europas, Skandinavien und die Mittelmeerländer, aufzuzeigen und verteilte Referate über die restlichen Länder an die Kinder.

Sie waren ohnehin in einem Alter angelangt, wo selbständiges Arbeiten immer mehr in Betracht kam. Da es die ersten Referate waren, ließ, ich immer ein Land von zwei Schülern in einem gemeinsamen Bericht ausarbeiten. Zunächst mussten sie in schriftlicher Form über die geografische Lage des betreffenden Landes, seine Flüsse, Berge und Seen berichten. Auch die benachbarten Gebiete mit angeben und über die Bodenverhältnisse und die Erzeugnisse des Landes und die damit verbundene Wirtschaft schreiben. Schließlich sollten sie noch auf die Bräuche und Mentalität der Menschen eingehen und etwas zu der Sprache schildern. Sie mussten die Nationalflagge malen und das Nationalgericht heraussuchen. Zu diesen schriftlichen Ausarbeitungen gehörte noch das Modellieren eines Reliefs ihres gewählten Staates.

Nachdem die von mir vorgestellten Gebiete im Lernteil täglich besprochen, beschrieben und durch selbst gemalte Landkarten dargestellt wurden, verzichteten wir in dieser Epoche auf den üblichen Erzählteil und bekamen stattdessen täglich die Referate von den jeweiligen Schülerinnen vorgetragen.

 

Referate

Aufmerksam und mit einer Stille, von der ich als Lehrerin im Unterricht nur träumen kann, hörten sich die Mitschüler die Referate an. Unterschiedliche Qualitäten waren da zu verzeichnen. Von Bevölkerungszahlen, -zuwachs und geschichtlich-politischer Entwicklung des Landes bis zu den einfachen Schilderungen selbst erlebter Ferienerlebnisse. Spaß haben die Arbeiten aber allen gemacht und jeder lernte etwas auf seine Art.

 

Schüler-Eltern-Abend

Der Abschluss der Epoche war ein Schüler-Eltern-Abend auf dem die Schüler zuerst ihr Referat vor „großem Publikum" vortrugen und schließlich dann ein reichhaltiges Büffet präsentierten, aus den Spezialitäten der einzelnen Länder, die die Schüler selbst zubereiteten und mitbrachten. Eine Epoche war zu Ende, in der die Schüler viel selbst gearbeitet hatten und die durch alle Sinne erlebbar war.

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