Die Stadt Mannheim

Ein Beitrag von Franka Paul

In meinen Texten für die Schülerinnen und Schüler habe ich mich stark von dem Buch Die Eroberung des Raums. Zum Geographieunterricht in der Klassenlehrerzeit (Band 1: Klasse 4 und 5) von Gunter Keller und Hans-Ulrich Schmutz anregen lassen, das zur weiterführenden Lektüre sehr empfohlen sei. 

 

Die Stadt Mannheim ist eine geplante Stadt und nicht, wie Freiburg, eine gewachsene Stadt:

In Freiburg kreuzten sich am Anfang zwei Handelswege am Austritt des Dreisamtals aus dem Schwarzwald. Es kam die Burg des Herzogs Bertold auf dem Schlossberg dazu und an seinem Fuße ein großes Wirtschaftsgebäude. Es folgten, neben den Häusern der Bürger, der Marktplatz, Gasthöfe, die Kirche und ein Kloster, das Krankenhaus, das Kaufhaus, das Rathaus und manches mehr. Zum Schutz baute man eine Stadtmauer.

Mit Mannheim verhielt es sich ganz anders. Es liegt dort, wo der Necker in den Rhein mündet. Lange Zeit siedelten dort, wo das heutige Mannheim steht, Bauern und Fischer. Mannenheim nannte sich das Dorf. Im Jahre 1606, also vor gut 400 Jahren, begann Kurfürst Friedrich mit dem Bau einer mächtigen sternförmigen Festungsanlage, der Friedrichsburg. Gleichzeitig ließ er eine Stadt mit einem gitterförmigen Straßennetz bauen. Die Stadtmauer war, wie die Festungsmauer, sternförmig. Zwar wurde die Burg und auch die Stadt im Dreißigjährigen Krieg zerstört, das gitterförmige Straßennetz aber blieb erhalten. An die Stelle der Burg wurde ein prächtiges Schloss und die Stadt wiederaufgebaut.

Auch Mannheim wuchs, wie Freiburg, irgendwann über die Grenzen seiner Stadtmauer hinaus. Im Laufe der Zeit verfiel die Stadtmauer, das gitterförmige Straßennetz aber ist bis heute erkennbar.

Während in Freiburg die Straßen teilweise noch heute nach den Gewerken benannt sind, die dort angesiedelt waren – die Fischerau, die Gerberau, die Schusterstraße usw. – hat Mannheim sein gitterförmiges Straßennetz nummeriert: E3, C5, U4 usw.

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