Der Rhein in seinem Mittellauf

Ein Beitrag von Franka Paul

In meinen Texten für die Schülerinnen und Schüler habe ich mich stark von dem Buch Die Eroberung des Raums. Zum Geographieunterricht in der Klassenlehrerzeit (Band 1: Klasse 4 und 5) von Gunter Keller und Hans-Ulrich Schmutz anregen lassen, das zur weiterführenden Lektüre sehr empfohlen sei. 

Wie es die Flüsse in ihrem Mittellauf tun, so mäanderte auch der Rhein einst in großen Bögen durch das breite Rheintal. Dabei schuf er sich Jahrtausende lang sein Flussbett immer wieder neu: Hatte er durch starken Regen oder die Schneeschmelze Hochwasser, trug er eine Menge Geröll aus den Bergen und von den Ufern mit sich. Senkte sich das Hochwasser, sank auch das Geröll, so dass der Rhein sich an manchen Stellen sein eigenes Flussbett zuschüttete. Dann musste er sich einen neuen Weg suchen.

Der Flusslauf änderte sich aber nicht nur bei Hochwasser, sondern auch durch die Macht der Strömung. Selbst wenn die Fließgeschwindigkeit nicht schnell war, beschleunigte sich das Wasser an den Außenseiten der Schlingen (Bögen), da es dort einen längeren Weg hatte als das Wasser, das an der Innenseite der Schlingen floss. So trug das Wasser mit seiner schnelleren Strömung Erde und Steines des Ufers ab (Erosion), während es am inneren Ufer, wo es langsamer floss, Steine ablagerte (Ablagerung) und neues Land schuf.  

Im Laufe der Zeit wurden die Schlingen immer ausgeprägter und die Landbrücken an den engsten Stellen so schmal, dass der Fluss fast einen Haken schlug, als wolle er in seinem Bett rückwärts fließen. Wenn dann ein Hochwasser kam, strömte das Wasser über die Landbrücken, spülte sie hinweg und ein neuer Weg war geschaffen. Dann wurde die Rheinschlinge zum Altarm des Rheins. Im Altarm strömt das Wasser kaum noch – Vögel und Insekten lieben es, dort zu leben.

Das Flussbett des Rheins war nicht besonders tief, da es ständig den Ort wechselte. Dafür war der Rhein mehrere Kilometer breit und floss gemächlich durch die Landschaft. An seinen Rändern bildete er Auen, das sind Stellen, die er regelmäßig überflutet, wodurch kleine Seen entstehen - auch dort leben und nisten viele Vögel und Insekten. 

Etwas weiter vom Fluss entfernt, am Hochufer, lagen die Siedlungen der Menschen, die durch die erhöhte Lage vor den Fluten des Rheins sicher waren. Von dort aus hatte man einen guten Blick auf die wunderschönen Auenlandschaften. Andere Dörfer wagten sich näher an den Fluss heran. Dadurch waren sie zwar näher an den Fischgründen und dem fruchtbaren Ackerland, dem Schwemmland des Flusses, aber sie wurden auch immer wieder von Flutkatastrophen heimgesucht.

Der Mittellauf des Rheins von Basel bis etwa Mainz heißt Oberrhein. Später wird er zum Mittelrhein und schließlich zum Niederrhein, bevor er schließlich, in seinem Unterlauf, zum Deltarhein wird.

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