Vom Reliefbau zur Landkarte

Ein Beitrag von Susanne Schelling

Mit diesem Projekt können die Schülerinnen und Schüler hautnah miterleben, wie man von einer Landschaft mit Höhen und Tiefen zur Landkarte kommt. Zuerst erstellten die Kinder in Reliefbauweise mit Wellpappe eine Landschaft mit Berg- und Hügelformen, Tälern und Seen. Dazu kamen Strassen, Häuser, Kirchen usw. Der Fantasie waren hier keine Grenzen gesetzt.

Nachdem das Relief fertig gestaltet war, erstellten wir davon eine eigene Landkarte mit den entsprechenden Höhenlinien. Dafür machten wir von unserer Landschaft von oben ein Foto per „Flugaufnahme“. Alles Weitere lesen Sie in der folgenden Projektbeschreibung.


Planung: Wie sieht meine Landschaft aus? Gibt es Wälder, Wiesen, Berge, Flüsse, Brücken, Obstkulturen, Rebberge, an Nordhängen Nadelwälder etc…?

Mit Wellpappe gestalten wir schichtweise verschiedene Berg- und Hügelformen. Auch schnitten wir Vertiefungen in die grosse Unterlage aus dickem Karton (oder Holzplatte), um Täler oder einen See zu formen. So erkennen wir später die braunen Höhenkurven bei den Bergen und die blauen Tiefenkurven für die Seetiefe. Mit Zeitungspapier und Kleister konnten noch neue Details hinzugefügt werden. Die Schüler werden zu „Neuschöpfern“.  

Weisses Seidenpapier als letzte Deckschicht ermöglichte danach das Bemalen mit Wasserfarben. (Betrachtungs-und Malübungen der verschiedensten Grüntöne in Landschaften der Lauf- und Nadelwälder und Blautöne für die Wassertiefen gingen voraus). Flechten; Moose, kleine Äste, Steinstücke für Felsen dienen zur weiteren Ausgestaltung des Reliefs.

Und nun kam das «Menschengemachte» hinzu: die Strassen, Häuser mit Gärten, Kirchen, Bahnen, Tunnels - mit Stricknadel und Feilen gebohrt - etc.  Nachdem eine Leimspur aufgetragen wurde, konnten die Strassen mit Steinmehl von Speckstein oder feinem Sand bestreut werden.

Es ließen sich sogar Miniautos oder Züge, ja ganze Städtchen aus Styropor ausschneiden.

Kartenzeichnen und – Lesen      

  1. Wir fotografierten unsere Landschaft von oben als „Flugaufnahme“.
  2. Die Fotos vergrösserten wir mit dem Kopierer auf A3 Format.   
  3. Dann legten wir Architektenpapier auf die «Flugaufnahme» und kopierten exakt die Linien der Landschafts-und Gewässerformen. Jetzt kam die farbliche Ausgestaltung (Auch Höhenkurven konnten mit feinem Braunstift eingetragen werden)
  4. Besonderheiten wie Aussichtspunkte, Kirchen, Schlösser, Wassertürme, Tunnels etc. wurden mit den bekannten Symbolen gekennzeichnet und in einer Legende eingetragen, sodass die Kinder beim späteren Kartenlesen diese Symbole leicht wiedererkannten!

Diese Herangehensweise gleicht einer schöpferischen Landschaftsentdeckungsreise, die den Kindern sehr viel Freude bereitete.

Kommentar
Es wurden noch keine Kommentare verfasst.
Ihr Kommentar