Das Bild am Schwabentor

Ein reicher Bauer aus Schwaben hatte durch argen Geiz einst so viel Geld gespart, dass er nicht wusste, wozu er es noch verwenden sollte. Da hörte er von der Schönheit Freiburgs sprechen und beschloss, es sich zu kaufen.

Er erzählte seiner Frau davon. „Bist du noch gescheit?“, rief sie. „Was willst du denn mit einer Stadt?“ Aber der Bauer ließ sich nicht von seinem Plan abbringen. Er befahl den Knechten, all sein Geld in Fässer zu füllen und aufzuladen.

Am nächsten Morgen machte er sich mit Pferden und Wagen auf den Weg ins Breisgau. Sieben Tage dauerte die beschwerliche Reise über den Schwarzwald, bis er schließlich sein Ziel erreichte. „Was kostet das Städtlein?“, fragte er. Dass es tausendmal mehr wert sei, als sein Geld, versetzte ihn in große Verwunderung.

Er vertraute aber auf die Macht seiner Münzen und ließ ein Fass öffnen. Doch es fiel kein Geld heraus. Mit Entsetzen sah er, dass es mit Sand gefüllt war. Rasch öffnete er ein weiteres Fass, doch es war das selbe Schauspiel bis zum letzten Fass. Da musste er sich tüchtig auslachen und verspotten lassen.

Was war geschehen? Die Frau des Bauers hatte das Geld heimlich aus den Fässern geleert, dafür Sand hineingefüllt und hierdurch den Beweis geliefert, dass in Schwaben auch gescheite Leute zu finden sind.

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