Das Polarjahr am Engelberg - Coole Klassen

Ein Beitrag von Rainer Isbert (Freie Waldorfschule Engelberg)

Am 1. März 2007 fand aus Anlass des Beginns des internationalen Polarjahres 2007-2009 in der Eingangshalle unseres Neubaus ein Demonstrationsexperiment zu den Auswirkungen des Abschmelzens der polaren Eiskappen statt.

Dabei wurden in zwei identischen wassergefüllten Wannen zwei gleich große „Eisberge" von 1 kg Wassereis gegeben: Der eine Block schwamm im Wasser, das von Land („Sibirien") umgeben war, und der andere lag auf „Land", das die Antarktis darstellen sollte.

Im Laufe des Vormittags konnte jeder beim Vorbeigehen beobachten, wie das schwimmende Eis schneller schmolz, als das an Land liegende, und gleichzeitig der Wasserspiegel nur in der Wanne stieg, in der die Antarktis dargestellt war, so dass diese am Ende überschwemmt war (siehe Fotos).

 

Zu Beginn

 

Am Ende

Es entstanden in den Pausen viele Gespräche über die Verhältnisse an den Polen und die möglichen Auswirkungen von Veränderungen dort auf das globale Klima.

 

Zum Hintergrund

Diese Aktion, der weitere folgen sollen, diente dazu, an unserer Schule vielleicht auch eine „coole Klasse" - so der Titel der in die aktuelle Forschung eingebundenen Schulaktivitäten - einzurichten. Gedacht ist daran, dass sich eventuell Klassen der Unter-, Mittel- und der Oberstufe bzw. einzelne an Forschung oder den Polargebieten direkt interessierte Schüler oder Lehrer zusammenfinden, mit den deutschen Forschungsschiffen „Polarstern" und „Maria S. Merian" Kontakt aufnehmen und dann im Rahmen von z.B. Jahres- oder Seminarfacharbeiten aktuelle Forschung erfahren und auch als Multiplikator dienen, ähnlich wie vor Jahren viele Menschen sich engagierten für den Erhalt der Regenwälder.

Das internationale Polarjahr 2007-2009 begann dabei nicht nur am Engelberg, sondern gleichzeitig überall in der Welt und soll im größten gemeinsamen internationalen Forschungsprojekt seit 50 Jahren die Kräfte bündeln, genauer zu verstehen, wie z.B. die Meeresströmungen (u.a. der Golfstrom) auf Veränderungen in den Polargebieten reagieren. So gibt es z.B. nur vier Stellen auf der Erdkugel, an denen nähr- und sauerstoffhaltiges Höhenwasser in die Tiefe gelangt und diese liegen alle in den Polargebieten mit Auswirkungen auch auf die Tiefseebiologie.

Neben der Wissenschaft an sich ist eben auch ein Ziel des Projektes, Schulen direkt einzubinden. Dazu fahren dann z.B. auch einzelne Lehrer auf Expeditionen mit, um unmittelbare Eindrücke an die Schulen zu liefern. Die ersten Lehrer, die schon auf solchen Exkursionen waren, haben bereits in eindrücklichen Schilderungen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen in Wort und Bild berichtet. So entsteht eine Möglichkeit auch für Schüler einen verhältnismäßig direkten Zugang zu Gegenden und Arbeitsgebieten zu erlangen, die sonst abstrakt und wenig authentisch wären.

Kommentar
Es wurden noch keine Kommentare verfasst.
Ihr Kommentar