Eisig und extrem

Nirgends auf der Welt ist es kälter, nirgends fegen heftigere Stürme über das Land. Die Antarktis ist ein Kontinent der Extreme. Sie gilt für Unerreichbarkeit und Unberührtheit. Die Antarktis hat keine richtigen Einwohner. Es gibt dort nur Forscher. Sie arbeiten unter schwierigsten Bedingungen. Und natürlich lockt die glitzernde Kulisse aus Eis jedes Jahr Tausende Touristen an.

Woher hat die Antarktis ihren Namen? Antarktis bedeutet "Land gegenüber der Arktis". Und Arktis wiederum heißt "Land unter dem Großen Bären". Am Himmel kann man dieses Sternbild beobachten. Während die Antarktis ein Kontinent ist, gibt es unter der Arktis keine Erdplatte. Hier gibt es nur schwimmendes Eis.

Typisch für die Antarktis sind die gigantischen Tafeleisberge, welche regelmäßig vom Schelfeis abbrechen und auf dem Meer treibend tausende Kilometer zurücklegen können. Eisberge schauen nur zu einem kleinen Teil oben aus dem Wasser. Die weitaus größerem Eismasse befindet sich unterhalb der Wasseroberfläche. Es kann mehrere Jahre dauern, bis ein großer Eisberg vollständig geschmolzen ist.

 

Packeiszone

Der antarktische Kontinent ist von einer riesigen Packeiszone umgeben, in der sich eines der üppigsten Ökosysteme der Welt entwickelt hat. In den Meeren wimmelt es von riesigen Schwärmen antarktischen Krills und anderer Kleinkrebse. Dieser Krill bildet den Anfang der Nahrungskette für die zahlreichen Meeres- und Landtiere, wie Fische, Wale, Kalmare, Seelöwen, Seehunde, Pinguine und zahlreiche Meeresvögel.

Auf dem antarktischen Packeis brüten zwei Pinguinarten: Der Kaiserpinguin und der Adeliepinguin. Zu den auf dem antarktischen Kontinent brütenden Vögeln zählen jedoch auch 19 flugfähige Vogelarten wie beispielsweise der Königsalbatros sowie der Schneesturmvogel und der Silbersturmvogel, die beide zum Teil auf hundert Kilometer landeinwärts liegenden Bergen brüten, die eisfrei hervorragen.

Unter den Robben, die in der Antarktis an Land gehen, sind vor allem die Weddellrobbe, der Krabbenfresser und der Seeleopard erwähnenswert. Im Sommer kommen noch mehr als 100 Millionen Zugvögel hinzu, die auf dem Packeis und den vorgelagerten Inseln brüten. Es wurde geschätzt, dass allein die Wale des Südlichen Ozeans etwa 55 Millionen Tonnen Tintenfische fressen, das entspricht etwa drei Viertel der Menge des Fischfangs der weltweiten Fischereiflotten.

Im Gegensatz zum vielfältigen Leben in den Ozeanen und an den Schelfeisrändern erscheinen die wenigen eisfreien Regionen, die auch als antarktische Oasen bezeichnet werden und die sich im Innern der Antarktis befinden, öde und leer, da hier kaum höher entwickelte Lebensformen vorgefunden werden. Stattdessen werden diese Gebiete vorwiegend von Mikroorganismen, Moosen und Flechten sowie einigen wirbellosen Tieren bevölkert. In der gesamten Antarktis gab es ursprünglich nur zwei Blütenpflanzen: die Antarktische Schmiele und das Nelkengewächs Antarktische Perlwurz.

 

Artenvielfalt am Meeresboden

An der Küste und auf dem Schelf der Antarktis leben insgesamt 208 Fischarten. Die große Mehrheit dieser Fischarten lebt auf dem Meeresboden.

Der Lebensraum am Meeresboden, ist von einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen bevölkert. Einige Individuen dieser Bodenpflanzen sind schon mehrere hundert Jahre alt, was darauf schließen lässt, dass die Verhältnisse am antarktischen Meeresboden in diesen Zeiträumen keine größeren Veränderungen erfahren haben. Jedoch „pflügen" die Eisberge, die jährlich vom Antarktischen Eisschild abbrechen und sich mit enormer Kraft ins Meer schieben, den Meeresboden um.

 

Erster Mensch am Südpol

Die erste Antarktisexpedition von Scott (1901-1904) näherte sich dem Südpol bis auf 480 Meilen. Am 14. Dezember 1911 erreichte Roald Amundsen mit einer norwegischen Expedition als erster den Südpol. Einen Monat später gelang dies auch Robert Falcon Scott und seinen Begleiter. Scott wurde auf seinem Rückweg durch einen Schneesturm aufgehalten - er und alle seine Begleiter starben durch die außergewöhnliche Kälte.