Erlebnisbootsbau

Bauen Sie die Boote für die Klassenfahrt selbst!

"Material im Wald suchen, unter freiem Himmel im Team zu einem Boot zusammenfügen und anschließend erleben, dass die gemeinsame Idee tragfähig ist - dies sind die wesentlichen Aspekte des Grünholz-Erlebnisbootsbaus. "

 

1. Was ist Erlebnisbootsbau?

Erlebnisbootsbau ist Bootsbau in einer seiner ursprünglichsten Ausprägungen - auf das Wesentliche reduziert. Anstatt aufwendiger Holzverbindungen und Bautechniken, die handwerkliche Präzision erfordern, wird durch eine neu interpretierte, „archaische" und gleichzeitig effektive Bautechnik der Weg frei für rasche Erfolge und unmittelbare Erlebnisse.

Zu erfahren, wie man in kurzer Zeit mit den eigenen Händen und einfachsten Werkzeugen ein funktionierendes Fahrzeug herstellen kann, um damit im zweiten Schritt auf ruhigen Flüssen und kleinen Seen neue Horizonte zu entdecken - das ist Erlebnisbootsbau.

Dabei stehen individuelle Lernprozesse gleichberechtigt neben Gruppenerfahrungen.

Erlebnisbootsbau ist überschaubar, authentisch, unmittelbar und kann neben handwerklichen Grundfertigkeiten eine Vielzahl von persönlichen und sozialen Kompetenzen ansprechen. All dies spricht für einen erfolgreichen Einsatz des „Grünholzbootes" in Erlebnispädagogik und Teamschulung.

Im Erlebnisbootsbau bilden Erlebnispädagogik und Bootsbau eine spannende Symbiose.

 

2. Kursangebote oder: Wie komme ich zu einem „Grünholzboot"?

A. Wochenendkurs Erlebnisbootsbau nach „Einladung"

für Jugendgruppen und Schulklassen

Sie können mich zu einem zweitägigen Bootsbauveranstaltung „einladen" und somit Ihre Unternehmung zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

Nach Absprache reise ich mit dem benötigten Material und Werkzeug an und führe Sie durch den gesamten Bauprozess. Wir brauchen lediglich einen wettergeschützten Bauplatz (Carport / Pavillon) und frisches Grünholz, welches Sie nach Möglichkeit vor Ort bereitstellen.

Das Angebot richtet sich an interessierte Menschen ab 12 Jahren.
Handwerkliche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; Spaß an der Arbeit mit Holz und ein gewisses Durchhaltevermögen sind jedoch wichtige Voraussetzungen.

 

Preise:

Bei Klassenfahrten (ab Klasse 8), Pfadfindern und anderen Jugendgruppen berechne ich für einen zweitägigen Wochenendkurs (Samstag/Sonntag) 55,50 € pro Teilnehmer, bei mindestens 15 zahlenden Teilnehmern.

Bei 15 Teilnehmern entstehen in der Regel drei Boote, ab 20 Teilnehmern vier Boote.

In diesem Komplettpreis sind meine Unterrichtsleistungen (12 Zeitstunden), Reisekosten sowie die Material- und Werkzeuggebühren eingeschlossen. Teilnehmende Betreuer sind kostenfrei.

Ab 15 Jugendlichen sollte ein Betreuer, ab 20 Jugendlichen zwei Betreuer, ab 25 Jugendlichen drei Betreuer mitarbeiten. Je nach Gruppengröße und Unterstützung durch Betreuer sind Freiplätze möglich.

 

Gerne unterbreite ich Ihnen ein individuelles Angebot.

Es ist mir wichtig, mein Angebot auf Ihre Zielvorstellungen anzupassen, denn nur so wird die Unternehmung für Sie zum Erfolg. Teilen sie mir frühzeitig die Rahmenbedingungen mit, in welche der Erlebnisbootsbau eingebettet ist. Ich bin gerne bereit, Ihnen als Vorbereitung auf einen Elternabend o.ä. schriftliche Elterninformationen auszuhändigen.

Auch eine Vorbereitung dieses Projets im Unterricht / in Gruppenstunden ist sinnvoll.

 

B. Wochenendkurs für Familien und interessierte Privatpersonen

Sehen Sie dazu jeweils im aktuellen Veranstaltungskalender nach.

 

Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Andreas Tilg
Kleistraße 63

59073 Hamm

Tel: 02381/15166
mobil: 01754738685

Email: tilg@erlebnisbootsbau.de
www.grünholz-erlebnisbootsbau.de

 

2. Was ist ein „Grünholzboot"

Wie der Name schon sagt, ist ein „Grünholzboot" zu einem wesentlichem Teil aus Grünholz - d.h. aus frisch geschnittenen Ästen und Zweigen gefertigt. Diese werden in Form gebogen und zusammen mit vorgefertigten Holzleisten zu einem stabilen Holzgestell verknotet. Eine wasserdichte Plane überspannt das Gerippe und dichtet es ab.

Das „Grünholzboot" verbindet die Form eines offenen Kanus in Knickspantform mit dem Bauprinzip arktischer Kajaks und Umiaks. Unter fachkundiger Anleitung entsteht in einer Bauzeit von - je nach Gruppenvoraussetzung und Zielvorgabe - nur 8 bis 15 Stunden ein tüchtiges, kippstabiles Boot, das auf Flüssen mit Zahmwasser und kleinen Seen für beschränkte Zeit gute Dienste leistet.

Es ist von zwei Erwachsenen und einem Kind gut zu paddeln, sowohl mit Stech- als auch mit Doppelpaddel. Die erforderlichen Werkzeuge sind: eine Gartensäge, ein Schnitzmesser, eine Bohrwinde, ein Hobel - und schon kann es los gehen.

Nach erfolgreicher Fahrt können die Boote wieder auseinander genommen und überwiegend recycled werden, kein überflüssiges Material stapelt sich ... Was bei allen Teilnehmern dennoch bleibt, ist ein Gefühl der Zufriedenheit und Selbstsicherheit. Innerhalb eines Teams wird mit den eigenen Händen etwas geschaffen, was alle sicher über die Fluten trägt - ein zukunftsweisendes Bild.

Das „Grünholzboot" wird bewusst nicht für die Ewigkeit und nicht für extreme Benutzung (Wildwasser / offenes Meer) gebaut, sondern für einen zeitlich begrenzten Einsatz von wenigen Tagen bis Wochen. Ein längerfristiger Einsatz würde anderes Material und eine aufwendigere, sorgfältigere Bauweise erfordern.

Im Vordergrund eines Grünholzboots stehen die unmittelbaren Bau- und Fahrerlebnisse.

 

3. Entwicklung der Grünholzboot-Idee

Während eines Campingurlaubs entstand bei drei befreundeten Familienvätern aus "Langeweile" und Interesse am Bootsbau die Idee, an dem Badesee ein Boot zu bauen.

Ich hatte zuvor durch den Bau von zwei "Skin on Frame"-Kanadiern und zwei Umiaks genügend Erfahrung gesammelt; zudem standen lange Haselnussruten als Baumaterial reichlich zur Verfügung. Die übrige Familienmitglieder waren mit anderen Dingen beschäftigt und so machten sich die Väter ans Werk!

Nach zwei Tagen Bauzeit war das erste Grünholzboot geboren. Dieses erstes Grünholzboot war ein kurzes Rundspantboot. Die Steven bestanden aus gebündelten und gebogenen, sehr dünnen Haselruten (übliche Bautechnik bei traditionellen, nordamerikanischen Birkenrinden-Kanus). Auch der Rest des Bootes bestand aus Haselnuss. Das Boot war bei der ersten Testfahrt sehr kippelig, was sich durch ein Verschieben der Weger deutlich besserte. Ansonsten war es nur für eine Person und geringe Zuladung geeignet und daher nur eingeschränkt nutzbar.

Später mit einem Ausleger, Seitenschwert und einem Sprietsegel ausgestattet, bestach es durch eine große Stabilität, konnte gut beladen werden und wurde von mir und meinem Sohn zu einer mehrtägigen Segel-Paddel-Gepäckfahrt genutzt. Das Segel ermöglichte flotte Halbwind- und Raumschotkurse.

Die Nachfolgemodelle zeigten durch einen flachen Boden und gerade, eingezapfte Spanten große Parallelen zu dem klassischen Flachbodenumiak. Sie waren in ihren Fahreigenschaften schon deutlich stabiler.

Die ausschließliche Verwendung von Grün- und Wildholz erforderte große Kreativität bei Detaillösungen und machte aus jedem Boot ein echtes Unikat. Der Zeitaufwand erhöht sich natürlich entsprechend - bis zu zweieinhalb Tage dauerte ein entsprechender Workshop. Ein Boot mit einfachsten Werkzeugen komplett aus selbst gesuchten Naturmaterialien entstehen zu lassen ist jedoch ein unvergleichliches Erlebnis.

 

4. Baubeschreibung

Das Grundgerüst eines Grünholzbootes besteht aus drei ca. 5 Meter langen Leisten oder gerade gewachsenen Haselnussstangen (zwei Dollbords, ein Kielweger), die durch eine mittig angebrachte Schablone vorübergehend in Form gebracht werden.

Vorne und achtern werden Bug- und Hecksteven eingefügt und sorgen für Stabilität und die nötige Rumpfhöhe. Zwei seitlich angesetzte Leisten (Kimweger) bilden den Boden und werden durch eingebohrte Rundhölzer (Bodenwrangen) stabilisiert.

Die Verbindung zwischen diesen Längsleisten erfolgt durch passend eingebogene, ganz frische Haslruten (Spanten). Sie werden mit allen Längsbauteilen zu einem stabilen Rahmen verknotet. Zusätzlich angeknotete Stringer sorgen für mehr Stabilität und bessere Fahreigenschaften.

Das frische Grünholz ist flexibel und biegsam, man muss es nicht erst dämpfen um es biegen zu können. Abschließend wird eine wasserdichte Plane übergezogen und verspannt oder fest getackert.

Auch Namensgebung und Bootstaufe sind sehr wichtig!

Hier sehen Sie eine kleine Flotte von Grünholzboten, die von einer Schulklasse in eineinhalb Tagen erstellt wurden. Nun liegen sie bereit zum Auslaufen. Es schloss sich eine viertägige Wanderfahrt auf der Weser an. Gut einhundert Flusskilometer brachten die Boote problemlos hinter sich.