Der Club der toten Dichter

Ein Beitrag von Steffen Kasper (Bettina-von-Arnim-Schule in Marburg)

Die Theaterversion „Der Club der toten Dichter“, die hier vorgestellt wird, orientiert sich am gleichnamigen berühmten Film, der in Amerika spielt. Die Version, die Sie hier finden, ist allerdings eine Adaption ins Deutsche.

Aber lässt sich der Film in seiner Aussagekraft in einer deutschsprachigen Variante überhaupt wiedergeben? Etliche Zitate aus dem Film sind uns doch vertraut: „Pflückt Rosenknospen, solange es geht…“ , „Im Wald zwei Wege boten sich mir dar…“ und schließlich „Oh Captain, mein Captain“.  Kann eine Textfassung, die auf Gedichten und Aphorismen von Goethe, Schiller und Heine beruht, in ähnlicher Weise funktionieren? Das müssen Sie selbst entscheiden!

Wahrscheinlich ist diese Version vom „Club der toten Dichter“ für eine 8. Klasse gut geeignet. Ich arbeite an der Bettina-von-Arnim-Schule im Marburg, einer heilpädagogischen Waldorfschule. Bei uns führen die jeweils 8. Klasse und die jeweils 12. Klasse traditionell ein Theaterstück gemeinsam auf. Die hier vorgestellte Version vom „Club der toten Dichter“ ist bisher allerdings (Corona-bedingt) nicht zur Aufführung gekommen.

Die Jungs in dieser Version sind in ihrem Auftreten vielleicht etwas ruhiger, etwas weniger wild. Dafür kommen -am Rande des Geschehens- geschichtliche Hintergründe zum Tragen: die Nachkriegszeit sowie das geteilte Deutschland und die sich gründende DDR.

Wenn Sie sich für diese Version interessieren, schicke ich Ihnen gerne die Textvorlage kostenfrei zu.
Sie erreichen mich per mail unter der Adresse: steffen.kasper.68@gmx.de.

Herzliche Grüße, Steffen Kasper

 

Inhalt:

Die ‚Klosterschule Saalburg‘ im Schuljahr 1949 / 1950. Seit einem halben Jahr wird die Schule von Doktor Petzold, einem strengen Rektor mit nationalsozialistischer Vergangenheit, geleitet. Zum Schuljahresbeginn kommt ein neuer Deutsch-Lehrer, Julius Kirschbaum, auf die Saalburg. Er war selbst als Schüler hier, in der Zeit des Nationalsozialismus. Um die dunkle Zeit der Nazi-Diktatur zu überstehen, hatte Herr Kirschbaum auf der Saalburg den ‚Club der toten Dichter‘ mit ins Leben gerufen. In diesem Club wurden Gedichte der großen deutschen Dichter gelesen und die poetische Sprache der Romantik und der Klassik zelebriert.

Herrn Kirschbaums Unterrichtsmethoden als Lehrer sind modern. Er möchte seinen Schüler die Liebe zur Sprache und zur Dichtkunst nahebringen. Die sieben Jungs unserer Geschichte wohnen auf der Saalburg auf einem Flur und gestalten zusammen einen heiter-fröhlichen Alltag, so gut es eben geht. Herr Kirschbaum spricht von der Freude am Leben, von der Schönheit von Gedichten, von der Liebe, vom eigenen Denken und vom kritischen Hinterfragen. Diese Ansprache ist neu für die Jugendlichen, die gerade dabei sind, ebensolche Fragen an die Welt zu richten und sich mit der Liebe auseinanderzusetzen. Sie lernen Herrn Kirschbaum schätzen und bauen Vertrauen zu ihm auf. Die Jugendlichen erfahren von Herrn Kirchbaums Mitgliedschaft im ‚Club der toten Dichter‘ und erwecken  diesen Club zu neuem Leben. Dabei vertiefen sich Freundschaften, auch erste Liebschaften werden geknüpft.

Einer der Schüler, Lessing, entdeckt seine Leidenschaft für das Theaterspielen. Er bekommt ein Engagement für die Rolle des Mephisto in Goethes Faust. Der Faust soll in der wieder aufgebauten Schaubühne aufgeführt werden. Lessings strenger Vater kann in der Schauspielerei allerdings keinen Sinn erkennen. Daher verbietet er seinem Sohn die Probenarbeit und meldet ihn umgehend von der Saalburg ab. Lessing nimmt sich daraufhin das Leben.

Die Klosterschule Saalburg entlässt zur selben Zeit den Rektor mit der Nazi-Vergangenheit, Doktor Petzold. Eine linientreue DDR-Rektorin, Frau Lüdtke, soll ihn beerben. Herr Kirschbaum wird mit dem Urteil, seine Schüler zu leichtsinnigem Leben verführt zu haben und für Lessings Tod verantwortlich zu sein, entlassen. In Wirklichkeit sind der neuen Rektorin Herrn Kirschbaums Vorstellungen zur Bildung und zur Entfaltung freier Menschen zuwider.

Am Schluss des Stückes tritt Herr Kirschbaum noch einmal in Erscheinung und die Schüler zeigen, dass sie ihn mochten, ihm auch weiterhin vertrauen und seinen freiheitlichen Werten und Gedanken die Treue halten. Die ‚Klosterschule Saalburg‘ als Handlungsort ist von einem realen Vorbild inspiriert: Der Landesschule Pforta (Schulpforte) bei Naumburg in Sachsen-Anhalt. Namen von Lehrern und Schülern sowie die Handlungsstränge sind allerdings frei erfunden.

 

Rollen:

Schüler der Saalburg

Paul Avenarius
Carl Theodor Buchmann (Das Buch)
Heinz Nowak (Nowak)
Ulrich Conradi (Uli)
Leonhard Zeising (Lessing)
Franz von Sybel
Bernhard Francke

Lehrer der Saalburg

Julius Kirschbaum:                 Deutsch-Lehrer
Prof. Johannes Freimuth:    Latein-Lehrer
Doktor Petzold:                      alter Rektor
Eva-Dorothea Lüdtke:           neue Rektorin
Chemiedozent
Mathedozent                                               

weitere Rollen

Uta Sommerfeld:                  Schülerin der Domschule
1. Schülerin:                            Schülerin der Domschule
2. Schülerin:                           Schülerin der Domschule

Hildegard:                               neue Schülerin auf der Saalburg
Lydia:                                        neue Schülerin auf der Saalburg                              

Herr Zeising:                           Vater von Lessing      

Regisseur

Darsteller Faust

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