Gregor Seggewies

be die Rede in passenden Worten",
sprach der Berater zum Kaiser in Rom.
"Wenn sie versammelt an trefflichen Orten
sprich zu den Menschen in ruhigem Ton.
Denn in den Worten liegt große Bedeutung,
werden sie sorgsam und ruhig gewählt."

 

 

Was noch keinem je vor ihm gelang
schaffte Hannibal mit seinem Heer:
Überquerte die Alpen im Tross,
Elefanten zum Kämpfen dabei.
Als ihm dieser Geniestreich gelungen
triumphiert' er, marschierte auf Rom.
Er erreichte die Stadt und man rief
dort, dass Hannibal sei vor den Toren.
Doch er konnte die Stadt nicht erobern,
musste heim, nach Karthago zurück.

 

 

Von Wasser, Erde, Luft geweckt
zeigt früh die Pflanze Blätter.
Die Blüte wird ganz zart geformt
im Sommersonnenwetter.

Erst wenn die Sonne wiederstrahlt
vom Boden zu den Pflanzen,
kann hinter Blatt und Blüte erst
die Frucht entstehn zum Ganzen.

 

 

Verändere dich und bleib du selber,
wie du es auch am Bach kannst sehn:
Das Wasser fließt, und dennoch ruhig
siehst du eine Welle stehen.

 

 

Sieh, wie die Tiere und Pflanzen und Menschen
sich wandeln im Jahreslauf.
Bedächtig im Winter, ganz draußen im Sommer,
der Wandel hört nimmermehr auf.
So atmen die Dinge bald aus und bald ein.
und wollen im Wandel ein Vorbild mir sein.

 

 

Mit Wärme im Herzen
beflammst du die Welten,
durchglühst du die Seelen,
lässt jeden Mensch gelten.
Befreist zu sich selber
des Menschen Gesicht,
erstahlt es im reinsten,
im lichtesten Licht.

 

 

Jahre um Jahre verrichten
wir Arbeit zum Lobe des Herren,
Generationen errichten
die Kirche, den Schöpfer zu ehren.

Die Kathedrale entstehet
und Maßwerk gestaltet die Wände.
"Wenn unser Leben vergehet,
so lobten wir Gott mit den Händen."

 

 

Gehe aufrecht, Menschenkind
auf des Lebens Pfaden.
Wenn du kühn und frei gesinnt,
kannst du Neues wagen.

Wirf ab, was schwer im Bündel liegt,
bewahr dir treu, was nützlich.
Gewinn die Welt, gewinn sie lieb,
sei fleißig und auch tüchtig.

 

 

Ein Schmetterling fliegt
und über ihm liegt
der hohe Himmel offen.

Und weil er so fliegt,
über Dunkelheit siegt,
so können wir noch hoffen.

 

 

Dich hüllet eine Knospe ein.
Geheimnisvolles Weben
vollzieht sich in der Dunkelheit,
du wartest auf das Leben.

Die Knospe bricht und gibt dich frei,
du wunderschöne Blüte.
Du duftest, scheinst, verschenkst dich mild
in deiner Rosengüte.

Beten und Arbeit waren die Regeln
die sich die Menschen gestellt.
Lebten im Kloster, in der Gemeinschaft,
dienten dort Gott und der Welt.

 

 

Große Kulturen und schöne Gärten
legten die Mönche dort an.
Uraltes Wissen nutzt man noch heute,
haben für uns viel getan.

 

 

Am Morgen des Tages, da sehe ich dich,
du wohnst in dir selber und zeigest dich nicht.
Du Blüte der Pflanze, ach öffne dich doch
und folge der Sonne den Himmel dort hoch.
Erlebe die Wärme, erlebe die Kraft
und spüre, was die Sonne schafft.

 

 

Die weiteste Steppe ist endlos genug,
um im herrlichsten Trabe zu eilen.
Die Wildpferde wiehern, sind edel und klug,
wollen nur nicht zu lang dort verweilen.
Sie wiehern und laufen und fordern dich auf:
Lass deinen Kräften den freiesten Lauf!

 

 

Kristallklarer Bach,
er spiegelt es mir:
Ich schaue ihm nach
was sehe ich hier?

Er gräbt sich, er schneidet
sich tief in das Land
graviert nun die Felsen
mit kräftiger Hand.

Klüfte und Spalten,
die formt seine Kraft
hat seine Tiefen,
hat alles geschafft.

 

 

Es donnert die Weite der Steppe
vom Hufschlag vieltausender Pferde.
Die Menschen aus fernen Gefilden
beherrschen ihr Tier wie ein Meister.
„Die Hunnen!", der Ruf macht die Runde,
„Sie kommen wie eine der Plagen!
Und schießen im Ritt auch nach hinten,
mit Bogen, sind schnell wie kein andrer."
Wollten Europa besiedeln
und plötzlich waren sie fort.

 

 

Der Stein, der auf der Erde liegt
war jahrelang geborgen.
Er war im tiefen Grund gewiegt,
der Bauer pflügt am Morgen.

Es bracht hervor aus Erdenschoß
des Landmanns Schar am Pfluge
den Stein, er funkelt hell und groß,
nun kommt das Licht zum Zuge.

Ja, merkst du, wie der kleine Stein
erwacht zu seinem Leben?
Er schimmert, funkelt, glitzert fein,
dem Lichte hingegeben.

 

 

Die edelsten Pferde sind angespannt,
sie tänzeln und scharrn auf der Erde.
Da schallt das Horn, der Start ist frei,
und der Streiter befiehlt seinen Pferde.

Er schickt sie aus, er treibt sie an,
er steht in seinem Wagen,
gibt her, was Ross und Reiter kann,
bis er ans Ziel getragen

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