Gregor Seggewies

Gib mir doch einmal den himmlischen Wagen“,
bettelt Phaeton den Helios an.
Da er`s versprochen, muss er`s gewähren,
spannt ihm die feurigen Rosse auch an.

Die Rosse mit feurigen Flügeln!
Der Wagen in flammender Pracht!
Der Knabe nimmt sich die Zügel,
da ziehen die Rosse – hab Acht!

Er kam vom rechten Weg ab
und konnte den Wagen nicht halten.
Verirrte sich im Himmel,
versengte die irdischen Welten.

Vernünftig hätt er lenken soll`n,
die Pferde redlich führen!
Die Zügel immer fest im Griff,
die Führung nicht verlieren!

 

 

Es lebte ein Mann,
der als Kind schon gewusst:
Ich werde dies Troja entdecken.

Und er reist in die Welt
er verdient sich sein Geld
und erlernte ganz rasch viele Sprachen.

Keiner glaubte es ihm,
doch er fing einfach an
und entdeckte die uralte Stätte.

 

 

Die Ebene bei Marathon,
dort kämpften Griechen, Perser.
Den Griechen war der Sieg vergönnt,
ein Melder sollt es künden.
Er lief den Weg vom Schlachtenort
bis nach Athen so ferne,
verkündete der Griechen Sieg
und sprach`s und war verstorben.

 

 

Alle Gestade des Niles
warn einmal im Jahr überflutet.
Fruchtbaren Schlamm bracht` der Strom,
ließ ihn zurück auf dem Land.
Säleute streuten den Samen
und traten ihn fest mit den Tieren.
Grünende Keime darauf sprossen
und schmückten das Land.
Wenn sie mit kunstvoller Technik
die Felder genügend bewässert,
ernteten sie dann das Korn,
gaben`s dem Pharao hin.
Nun kam die Zeit großer Dürre
und Trockenheit lag auf den Feldern.
Ruhig und geduldig indes
warteten sie bis zur Flut.

 

 

Ein tapferer Kämpfer, ein tüchtiger Held,
Odysseus war ein solcher.
Es führten die Götter ihn nicht gleich nach Haus,
als er von Troja heimwollt.

Wie schaffte er es, heimzukehren?
Er schöpfte stets neu Hoffnung,
war listig auch und konnte was,
so kam er doch nach Hause.

 

 

Ein karges Lager und Essigsuppe,
und stehlen muss man, was man braucht.
So war`s in Sparta mit strengsten Sitten,
ein Kämpfer werden ein hohes Ziel.

Und keine Mauer beschützt die Städte
die Krieger sollten die Mauern sein.

In Athen in der Stadt wurd` ein Hafen gebaut
und ein lebhafter Handel getrieben.
Von den Mauern geschützt lag die Stadt und der Port,
man verband sie durch endlose Mauern.
Ja, man fühlte sich frei in der Stadt hier am Meer
und genoss die Kultur und das Leben.

 

 

Riesige Blöcke von Steinen,
sie werden nach oben gestoßen.
Hin zu der Spitze des Baues,
den Tausende Menschen verrichten.
Mächtige Steinpyramide!
Für einen nur wird sie errichtet.
Fürstliches Grabmal aus Steinen,
nach Jahren dann ist es vollendet.
In seine Kammer hinein
legten die Priester den Leib.
Wartet er dort in dem Raum
auf seine Reise zu Gott.

 

 

Über den Höhen der Berge,
wo Menschen nur selten zu Gast sind,
lebt wie ein König der Lüfte
der Adler und zieht seine Bahnen.
Herrliches, kräftiges Wesen,
mit scharfem und stechendem Blicke!
Hat er ein Tier dann erspähet,
im rasenden Flug geht`s hinunter!
Schlägt es mit mächtigen Krallen
und bringt`s in den Horst zu den Jungen.
Was will der Adler mich lehren?
Den Weltüberblick zu behalten,
alles genau zu betrachten,
im richtigen Augenblick handeln.

 

 

Welch ein prächtiger Blick
aus dem Wipfel herab
und du schaukelst so herrlich im Winde!

Wie die Haare im Wind
biegst die Zweige so schön
und verschenkst die geflügelten Samen.

Dein Stamm, er leuchtet weiß und schwarz,
du stehst mit deinen Schwestern
im lichten Wald in großer Zahl,
du Birke, Baum der Schönheit!

 

 

Krachende Wellen umtosen das Schiff,
hier in den Tiefen das kantige Riff.

Lore Ley in der Höh
auf dem Felsen ich seh,
wie sie singet dem Schiffer die Tiefen.

Und ich meine noch heut
klingt der Ruf in die Weit
den die Schiffer zur Bergeshöh riefen.

Schroffes Gestein hat der Schiffer umkreuzt
und die Kunst hat dem Menschen geholfen.

 

 

Lange schon suchten die Menschen
zum Ackerbau kräftige Helfer.
Sie zogen den Pflug noch allein
und waren sehr schnell dann erschöpft.
Sie zähmten den Stier aus der Wildnis,
gewöhnten ihn an ihre Nähe.
Der Stier hat unendliche Kraft,
die sollt er zum Pflügen benutzen.
Ein Joch wurd` erfunden zum Ziehen
und nun tat der Stier gute Dienste.

Gefährte des Menschen seit urlanger Zeit
immer treu und ein guter Beschützer.
Er hütet und wacht, ist der Freund seines Herrn
und der Wolf ist sein uralter Großahn.
Der Mensch zähmte einst aus der Wildnis den Hund,
es wurde die Freundschaft fürs Leben.

 

 

Uralter indischer Weiser,
ein Kämpfer des Lichts und der Stärke,
führtest dein Volk durch die Flut,
folgtest du nur Gottes Wort.
Manu, du leuchtendes Vorbild,
ich lebe so wie du mich lehrtest.
Höre ich nur Gottes Wort,
das mich durchs Leben geleit.

Ilions Mauern erschienen zu hoch
für die Schwerter der Griechen:
Jahre um Jahre bekämpften die Völker
sich dort vor den Toren.
Archaier von Agamemnon,
Trojaner von Hektor geführet
kämpften so Jahre um Jahre
und konnten sich doch nicht besiegen.
Da kam Odysseus der Plan:
ein hölzernes Pferd wurd gebaut.
In seinem Bauch warn verborgen
die tapfersten Kämpfer der Griechen.
Hinter die Mauer der Stadt
brachten Menschen aus Troja das Pferd.
Später, im Schutze der Nacht,
kamen die Männer hervor.
Helena nahmen sie mit
und legten ganz Troja in Asche.

 

 

Prächtiger, herrlicher, gütiger Mensch,
bist auf die Erde gekommen.
Wunder geschahen: am Tag der Geburt
Wurd` deine Stimm schon vernommen.

Niemals erblickte dein Auge das Leid,
bis aus der Stadt du gefahren,
zogst in die Ferne und übtest du dich,
übst die Versenkung für Jahre.

Und dann schließlich erfüllt sich
was verheißen schon war:
er erstrahlte im Licht,
die Erleuchtung geschah.

 

 

Wer hat den Mut, sich allen zu stellen,
zu schützen das eigene Heer?
Leonidas war`s, der stand dort am Passe,
vom Feind bedroht rings umher.

Er hatte Befehle und kämpft bis zum Tode,
und hat dadurch seine Freunde geschützt.
Noch heute gedenken wir seines Opfers,
er hat damit hunderten Menschen genützt.

 

 

Dsemshid, dem König der Perser,
im Kampf mit den Mächten des Dunklen,
wurde die Waffe gezeigt,
die ihm zum Siege verhalf.
„Pflügt euer Land mit dem Pfluge,
besät es und erntet die Körner,
Ahriman hasst solche Tat,
heult und verschwindet sogleich.“
Dsemshid vertrieb so das Böse
und brachte den Menschen den Pflug.

 

 

Riesenkraft!
Ochse schafft!
Stark genug,
zieht den Pflug.
Geht voran
einem Mann,
der ihn lenkt,
von ihm denkt:
du dienst mir,
ich dien dir,
danken will ich dir dafür.

 

 

Beim Waldspaziergang bemerk ich`s:
wie sind doch die Bäume verschieden!
Die Birke wiegt sich im Winde,
mit Herzblattform die Linde.
Der Buchenstamm lebhaft gewunden,
am Kirschenholz Ringe sich runden.
Die Pappel ganz biegsam und schlank,
der Eschenbaum wiegt sich und schwankt.
Doch einer inmitten ist standhaft
und trotzt allen Winden und Stürmen:
der Eichbaum mit knorriger Borke
hat Totholz zwar, ist aber standhaft.
So zeigt dieser Baum sein Geheimnis:
zeige Standhaftigkeit in den Stürmen.

 

 

Hier sitzt ein Mensch in der Werkstatt
und formt mit den Händen Gefäße.
Langsam und stetig entsteh`n Boden
und Wandung und Henkel.
Was kann der Töpfer mich lehren?
Durch stetige, ruhige Arbeit
bringt er sein Tagwerk voran,
schafft mit der Hand gutes Werk.

 

 

Was der Stier einmal will, setzt er durch
und er zeigt selbst am Pflug große Kraft.
Auch die Kuh hat die Kraft für die Milch
ist ein Meister des Kauns und Verdauns.
Was der Kuh nun am Menschen entspricht
sind die Arme und Beine, die tun.
Was der Mensch hat im Tun und Verdaun
zeigt der Stier und die Kuh in der Welt.

 

 

Immer nur zittrig
und dabei noch schwankend,
so ist die Pappel,
schaukelnd und wankend.

Da lob ich mir die Eiche doch,
die schwankt im Sturm nur wenig.
Sie steht in hundert Jahren noch,
ist standhaft wie ein König.

 

 

Wild im Wald lebt der Wolf
auf der Jagd nach den Schafen des Menschen.
Ruhig beim Haus lebt der Hund
und er hütet die Schafe des Menschen.
Was bewegte den Wolf, zu den Menschen zu gehn,
die er einst doch so heftig geflohen?
Er verspürte es wohl, dass der Mensch Gutes wollt,
aus dem Wolf sich den Hund zu veredeln.

 

 

Was half den Griechen in riesiger Not,
als sie von drängenden Persern bedroht?
Sie wussten`s schon vorher und wichen gut aus
und lockten sie auf das Meer hinaus.
Mit wendigen Schiffen, mit Mut und mit List,
am Ende der Sieg doch gelungen ist.

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