Annikki Schimrigk

Delfine durchpflügen das helle Wasser sie springen und spielen vereint.
Sie tun es aus Freude und Lust am Leben, ohn‘ Angst vor Arglist und Feind.
Voll Neugier begegnen sie allen Wesen, geh‘n immer vom Besten aus.
Ein jeder bekommt die Chance zu spielen, sie schließen niemanden aus.
Wie klug doch diese Tiere sind! Man sieht es bei der Jagd:
Sie treiben die Beute vor sich her bis zu dem, der auf sie harrt.
Der sperrt dann auf das Maul, frisst die Heringe, die Schollen platt-
so machen sie es nach der Reih und jedes Tier wird dadurch satt!

 

Im warmen Dunkel der Höhle geboren verbringt ein Bärenkind seine erste Zeit,
es kuschelt mit seiner Bärenschwester und macht sich für den Frühling bereit.
Und als die Sonne das Land erwärmt, der Schnee schmilzt und die Vögel singen,
da darf es zum ersten Mal hinaus im grünen Moos toben und tollen und springen.
Was lernt es nicht alles in diesen Tagen, die Zeit des Träumens ist vorbei!
Lernt Beeren finden und Mäuschen jagen und füllt sich sein Bäuchlein mit Allerlei.
Und als der Herbst kommt in das Land, da ist das Bärenkind kräftig und stark,
weiß genug, um selbst für sich zu sorgen, lebt nicht mehr träumend in den Tag.

 

Welch Wunder kann man doch entdecken, wenn man ganz stille ist und schaut!
Dann zeigen Fühler scheue Schnecken, man sieht, welch´ Burg der Biber baut.
Man kann die Hirsche grasen sehen, erleben wie das Füchslein spielt,
den Spuren folgen von den Rehen, erahnen was ein Adler fühlt.
Wie gut, dass man nicht alles weiß, dass man noch lernen kann so viel!
Das liebevolle Welt-Entdecken setz ich mir gerne selbst zum Ziel.

 

Wenn ich den Strom durchqueren möchte, dann kommt‘s auf meinen Willen an.
Ich könnte mich auch treiben lassen, doch steh´ ich dann auch mein Mann?
Wenn ich es bin, der dort am Ufer die andere Seite anvisiert,
sie fest ins Auge fass´ und springe, bestimm´ ich selbst was mir passiert.
Ich muss trainieren jeden Muskel, studieren wo die Strudel sind,
darf keine Anstrengung vermeiden, ist das zuviel für mich, ein Kind?
Nein, ich weiß, dass ich das schaffe! Bestimme selbst mein eig´nes Ziel!
Keine Strömung kann mich hindern, ich schaff es, weil ich´s selber will!

 

Die Nacht ist dunkel, nur der Mond scheint hell ein Wispern geht durch den Wald,
da schnürt durch das Holz ein Rudel Wölfe der Schnee knirscht leise, es ist bitter kalt.
Die Wölfe sind hungrig, der Winter ist hart, ihre Beute im Schnee gut versteckt.
Doch sie halten zusammen und geben nicht auf bis ein krankes Ren sie entdeckt.
Nun muss jeder Wolf wach sein, kein einz´ger darf träumen, gemeinsam nur sind sie stark!
Ein jeder schenkt seine Kraft dem Rudel und ist dabei doch autark.
So hat sich beim ersten Sonnenschein kein einziger Wolf geschont
und jeder kann satt und zufrieden sein – das Durchhalten hat sich gelohnt!

 

Ruhig liegt das Wasser eines Sees, glatt wie ein Spiegel und doch tief und klar.
Ein jedes Ding, das seine Ufer streichelt, das nimmt er auf, wie wunderbar!
So spiegelt sich die ganze Welt darinnen, in ihrer Schönheit, Pracht und Zier,
doch was die Welt nicht weiß ist unten- geheimnisvoller See, entzauber´s ihr!
In der geheimnisvollen Tiefe gibt‘s so viel Wunderbares zu entdecken!
Da ruhen Muscheln – Perlenträger – schimmernde Fische spielen fröhlich dort Verstecken.
Da liegt so mancher Schatz versunken, die Welt da draußen säh´ ihn gern!
Wenn du ihn mit ihr teilen würdest, leuchtet noch heller unser Stern!

 

Das Blätterdach des Urwalds bricht mit grünem Laub den ersten Sonnenschein.
Vom Grunde steigen dampfend feuchte Nebel, die Luft ist warm, der Nebel fein.
Da wachen schnatternd auf die Äffchen, sie schwingen fröhlich sich von Ast zu Ast.
Sie treiben frech zusammen ihre Späße, sind neugierig – bloß nichts verpasst!
Zielsicher greifen ihre kleinen Händchen die Äste, die sie sicher tragen,
doch wenn sie neue Ziele sehen, dann lassen sie sie wieder fahren
und springen mutig, ohne Furcht vorm Fallen, dem neuen Ziel entgegen, unverzagt.
Trainieren dabei ihre Muskeln voll Freude bis der Abend naht.
Nun kuscheln sie sich eng zusammen, schnattern noch leis´ und schlafen ein.
Träumen vom Tag und von den Freunden, bis sie erweckt der nächste Sonnenschein.

 

Wenn Wirbelwinde an mir zerren, dann geh´ ich trotzdem geradeaus.
Wenn Brandung droht mich umzureißen, dann bleib´ ich dennoch nicht zu Haus.
Wenn‘s gießt aus Wolken, schwarz und dunkel, lach ich, mach‘s mir im Innern warm.
Wenn jemand meine Hilfe braucht, nehm´ ich ihn schützend in den Arm.
Wenn ich das schaff, dann werde ich stärker, bestehe jeden Widerstand!
Ich selbst bestimme was ich schaffe, nehm´ selbst mein Schicksal in die Hand!
Inspiriert durch einen Spruch von Till von Grotthuss

 

Schiffbruch
Ein Mann, dessen Schiff versunken war, trieb auf den Wogen zum rettenden Strand.
Doch alles war fremd hier, er wollte nicht bleiben, sehnte sich nach dem Heimatland!
Am Anfang beschloss er sich trotzig zu wehren, es nicht zu mögen, das neue Land.
Doch nach und nach zeigten ihm Freundschaft und Leben, dass ihn das Schicksal mit diesem verband.
Da begann er sein Schicksal selbst zu gestalten, er lauschte, er lernte, wo immer er war.
Er entdeckte die Schönheit des neuen Lebens und gab nie auf, selbst wenn‘s anstrengend war.
Und so merkt´ er, als er gerettet wurde, dass sein Unglück gar kein Unglück war,
er hat eine zweite Heimat gefunden und fuhr nach Haus´ reicher als jemals er war.

 

Sieg des Guten Loki, der listige Ränkeschmieder, spielt mit den Menschen, den Trollen, den Asen als wäre ihr Zweck nur allein ihm zu dienen, ihm selber zu Anseh´n und Ruhm zu verhelfen. Doch führte sein Handeln, sein Reden, sein Planen am Ende ihn selbst auf die Felsen, die harten, wo fest er gebunden, verachtet von allen. Baldur, der Lichte, den Loki besiegte, gewann noch im Tode den Zweikampf mit ihm.

 

„Ich bin der Herr über mein Boot!“ ruft der Kapitän in den rauen Wind und nimmt das Steuer fest in die Hand. „Ich allein bestimme, wohin ich fahre! Es ist meine eigene Navigation, die mir den Weg weist! Sollte ich mich einmal verirren, so werde ich nicht die Schuld den Sternen geben, die mich zum falschen Ziel brachten, sondern meiner eigenen menschlichen Unzulänglichkeit. Dennoch werde ich nicht eher ruh´n, als bis ich allen Stürmen getrotzt habe, in Flautenzeiten auch selbst zum Ruder griff, um mich immer weiter zu bringen, bis zu dem Ziel meiner Wahl.“

 

Welch Wunder ist ein Spinnennetz! So zart, so leicht und doch so stark!
Wie Seide glänzt das fein‘ Gewebe an einem schönen Sommertag.
Am Morgen, wenn die Nacht zum Tag wird, da schmücken es wie Perlen fein Tautropfen,
die sich daran heften – ein Diadem im Sonnenschein!
Die Spinne, dieses kleine Tierchen, fertigt bescheiden diese Kunst,
ihr Fleiß, die Arbeit, ihre Mühe verleihen ihr des Höchsten Gunst.

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