Jupiter

Mythologie

Jupiter wurde als der oberste der Götter und der Beherrscher des Himmels angesehen. Er war der Sohn der Rhea und des Saturn. Die Titanen hatten Saturn einst vor seinen Kindern gewarnt: Er werde durch sie seines Thrones und seiner männlichen Kräfte beraubt werden. Um dem angedrohten Unglück zu entgehen, verschlang er seine Kinder gleich nach der Geburt.

Rhea, mit Jupiter schwanger, fragte Gaya und Uranus um Rat, den sie auch befolgte: sie gab ihrem Gatten einen Stein zu verschlingen, vorgebend, sie sei von diesem entbunden worden. Der junge Gott ward in einer Höhle des Ida von der Nymphe Amalthea erzogen, oder von einer Ziege gleiches Namens genährt, weshalb Jupiter ihr Horn zum segenbringenden Füllhorn machte. Nach einem Jahre schon war Jupiter stark genug, um es mit Saturn aufzunehmen, gab dem Vater ein von der Metis erhaltenes Brechmittel, worauf dieser seine Kinder sowohl als den verschlungenen Stein wieder von sich gab. Darauf entfesselte er die Zyklopen aus dem Tartarus, ward von den letzteren mit dem Blitze beschenkt, und begann nun den Krieg gegen die Titanen, welche sich auf dem Othrys versammelt hatten, während die Götter vom Olymp herab kämpften; der Sieg blieb auf Seiten der Letzteren.

Mit demselben Messer, mit welchem Saturn seinen Vater verstümmelt hatte, ward ihm ein Gleiches getan; die Titanen mussten in den Tartarus hinab, und die drei Brüder, Jupiter, Neptun und Pluto, teilten sich in die Herrschaft der Welt, so dass Jupiter den Himmel, Neptun das Meer, Pluto die Unterwelt erhielt. Immer neue Kämpfe hatte aber der junge Gott zu bestehen, denn die Erde, unzufrieden mit der Art, wie er seinen Sieg benutzt, erweckte erst die Giganten, welche nur durch die vereinte Kraft aller Götter und durch Hilfe des Herkules gebändigt werden konnten, und dann den furchtbaren Typhöses, vor welchem sich alle Götter so entsetzten, dass sie sich in Tiergestalten verwandelten und nach Ägypten flohen. Nur Jupiter nahm es mit dem Ungeheuer auf, errang einigen Vorteil über dasselbe, ließ sich aber dann in ein Handgemenge mit dem Riesen ein, worauf dieser ihn überwand, ihm die Sehnen an Händen und Füßen ausschnitt und ihn in die corycische Höhle verschloss, seine Sehnen aber, in eine Bärenhaut gehüllt, dem Drachen Delphyne zu bewachen gab. Merkur und Ägipan befreiten den Gott, heilten ihn, und nun bekämpfte er von einem geflügelten Wagen herab den Typhöses, besiegte ihn und warf den Ätna auf ihn.

Jupiter war jetzt Meister der Riesen und Unsterblichen; nun wendete er sich den menschlichen Angelegenheiten zu. Prometheus hatte das Lebensfeuer vom Himmel geraubt und Menschen geformt; dafür ward er an den Kaukasus geschmiedet. Das verdorbene Menschengeschlecht vertilgte Jupiter durch eine große Flut und begründete ein neues.

Jupiters erste Gattin war Metis (die Klugheit); diese weissagte ihm, ihr Kind werde ihn vom Himmel vertreiben, darum verschlang er, wie einst sein Vater ihn, so jetzt sein Weib und sein Kind. Als er danach unter großen Kopfschmerzen litt, zerschlug Hephaistos auf Zeus' Befehl hin dessen Haupt. Daraus entsprang in voller Rüstung Athena. Sie wurde daher als eine Verkörperung des Geistes und damit der Weisheit und Intelligenz angesehen.

Die sterblichen Schönen beehrte er häufig mit seiner Gunst, meistens zu ihrem Verderben. Oft verwandelte sich Jupiter: Europa entführte er als Stier, und sie gebar von ihm Minos. Io besuchte er als Wolke, und ihr Sohn war Epaphus; Dana sah ihn als goldenen Regen in ihren Schoß fallen, und sie gebar den Perseus; Leda umfing der Gott als Schwan, ihre Kinder von Jupiter waren Pollux und Helena.

Die Attribute, an denen man den Jupiter erkennt, sind: der Zepter, der Donnerkeil, die Blitze, oder beides vereint, und der Adler, der neben ihm steht, oder auf der Spitze seines Herrscherstabes ruht. Der Charakter, den ihm die Richtungen späterer Zeit beilegen, wo man nicht mehr in den Göttern die Menschen malte, sondern sie nach geläuterten Begriffen idealisierte, war Größe und Güte, durch reifes Alter, durch Erfahrung gelenkt; Herrschaft über die Leidenschaften; wahres Gefühl der Billigkeit; väterliche Gesinnung gegen die Menschen, denn seine segnende Hand beschützt den Geringsten. So bildeten die griechischen Künstler seine Züge herrlich und groß, die Stirne erhaben und völlig frei, stark hervortretend, das Auge ganz offen, ungetrübt; der Kopf, die Haltung zeigen die höchste Majestät; der starke, nicht gekräuselte, sondern wellenförmig herabfließende Bart, der mächtige Haarwuchs, der außerordentlich breite Hals, Nacken, Schultern, sprechen höchste männliche Kraft aus; so gebildet saß der Gott der Götter im olympischen Tempel.

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Der Planet

Jupiter ist der größte Planet in unserem Sonnensystem. Er ist so groß, dass die Erde mehr als 1000 mal hineinpassen würde! Obwohl er mehr als 600 Millionen Kilometer von uns entfernt ist, erscheint er uns am Himmel dennoch als helles und auffälliges Objekt. Wenn Venus nicht sichtbar ist, ist Jupiter der hellste Lichtpunkt am Himmel. Die Römer benannten ihn sogar nach ihrem Hauptgott - Jupiter, welcher uns aus griechischen Sagen auch als Zeus bekannt ist. Sie ahnten wohl schon, dass Jupiter der Mächtigste aller Planeten ist.

Jupiter dreht sich in nur knapp 10 Stunden einmal um sich selbst. Das führt dazu, dass er sich verformt. Er ist in der Mitte dicker als an den Polen! Schon in kleinen Teleskopen sind Streifen in seiner Atmosphäre zu erkennen. Sie bestehen aus unterschiedlichen Gasen wie Ammoniak oder Schwefel. Die Streifen bleiben lange Zeit erhalten und verwirbeln an ihren Rändern miteinander.

Jupiter besteht - ähnlich wie die Sonne - hauptsächlich aus den Gasen Wasserstoff und Helium, ist also ein Gasplanet. Er hat eine Außentemperatur von etwa -150°C. Je weiter man in seine Atmosphäre eindringt, desto stärker steigen Druck und Temperatur an. Das führt dazu, dass sich die Gase immer mehr verdichten und in tieferen Schichten verflüssigen. Im Zentrum gehen sie wahrscheinlich sogar in festen Zustand über. Dieser Jupiterkern dürfte etwa so groß sein wie die Erdkugel.

Da sich Jupiter so rasch um sich selbst dreht, entstehen enorme Winde, in seiner Atmosphäre toben heftige Stürme. Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 500 km/h! Dagegen nehmen sich die Tornados und Hurricans auf der Erde geradezu harmlos aus!

Der bekannteste Wirbelsturm auf Jupiter ist der Große Rote Fleck. Er wurde bereits 1664 entdeckt, besteht somit schon seit mehr als 300 Jahren! Wie lange dieses Wirbelsystem tatsächlich schon existiert, wissen wir nicht.

 

Jupiters Monde

Mit seiner immensen Schwerkraft schafft es Jupiter, zahlreiche vorbeikommende Kleinkörper einzufangen und festzuhalten. Sie umkreisen ihn heute als seine Monde. Etwa 60 Monde sind inzwischen bekannt. Die vier größten sind auch die bekanntesten Monde, da sie bereits 1610 von Galileo Galilei entdeckt wurden. Sie entstanden gemeinsam mit Jupiter und heißen Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Jeder dieser Jupitertrabanten ist einzigartig und hat ganz besondere Eigenschaften.

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