Erste Mondlandung 1969

1969 fand die erste bemannte Mondlandung in der Menschheitsgeschichte statt. Voraus ging ein Wettlauf konkurrierender Machtblöcke in den Zeiten des Kalten Krieges: Die Sowjetunion einerseits und jenseits des Atlantiks die USA. Es war ein Wettlauf der Systeme, der bezeugen sollte, welche Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung die bessere sei. Kommunismus gegen Kapitalismus.

Wer überschritt also als erster die Grenze ins All - auf den Mond? Den ersten Schritt machte 1957 die Sowjetunion, der es gelang, den ersten Satelliten ins All zu schießen. Die USA war entsetzt ins Hintertreffen zu geraten. Dies verstärkte sich noch, als die Sowjetunion 1961 es schaffte, den ersten Menschen ins All zu schicken. Gagarin war Russe und 27 Jahre alt. Er umrundete in einer Raumkapsel außerhalb der Erdatmosphäre die Erde. Danach zündeten Bremsraketen und der Wiedereintritt in die Atmosphäre wurde eingeleitet. Galgarins Aufgabe bestand nur darin, die Funkverbindung zu halten, gesteuert wurde des Raumschiffes von der russischen Bodenstation aus. Man hatte noch keinerlei Erfahrung mit der Schwerelosigkeit. Der Flug dauerte insgesamt 108 Minuten. In 7000 Metern Höhe betätigte Gagarin den Schleudersitze und mithilfe eines Fallschirms gelangte er unbeschadet auf der Erde an.

Die Amerikaner waren fassungslos. Der amerikanische Präsident John F. Kennedy sagte in einer Rede vor dem Senat folgenden Satz: "Jetzt ist es Zeit für ein großes, neues amerikanische Vorhaben. Diese Nation sollte danach streben, vor dem Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond und sicher wieder zurück auf die Erde zu bringen."

Geld spielte von nun an keine Rolle mehr. Auf etwa 25 Milliarden Dollar werden die Kosten für die Mondmission bis 1969 in den USA geschätzt. Nach heutiger Kaufkraft wäre die Summe bei etwa 115 Milliarden anzusiedeln.

Zwar zogen die Amerikaner nun mit Weltraumflügen nach, aber der erste "Weltraumspaziergang" im All ging wiederum an die Russen. 1965 verließ der Oberstleutnant Alexey Leonow als erster Mensch im All für kurze Zeit ein Raumschiff. Zudem landete 1966 eine sowjetische Raumsonde, die "Luna 9" weich auf dem Mond.
Nun aber holten die Amerikaner auf. 1968 gelang es 3 US-Astronauten an Bord der "Apollo 8" den Mond zehnmal zu umkreisen.

Dann war es soweit. Am 21. Juli 1969 betrat der US-Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Etwa 600 Millionen Menschen verfolgten am Fernseher diesen Moment. Gespannt und fasziniert verfolgen sie, wie ein uralter Menschheitstraum in Erfüllung geht: Erstmals betreten Menschen den Boden des 384.000 Kilometer weit entfernten Mondes. Als Armstrong mit seinem Fuß den Mond berührte sagte er damals den legendären Satz: „That's one small step for a man, one giant leap for mankind" („Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menschheit")
Die USA hatte mit der Apollo 11 den Wettlauf gewonnen. In der Sowjetunion wurde die Nachricht kaum erwähnt. In den Zeitungen erschien diese sensationelle Neuigkeit nicht in den Schlagzeilen, sondern allenfalls in Randbemerkungen. Die Sowjetunion stellt daraufhin alle Projekte in Richtung bemannte Mondlandung ein.

 

Planungsphase

Die Planungsphase für Apollo 11 begann im Jahr 1965, nachdem die Entwicklung der beiden Raumfahrzeuge abgeschlossen war. Die Pläne für den Mondausstieg wurden im Lauf der Vorbereitungen mehrfach überarbeitet. Das ursprüngliche Konzept aus dem Jahr 1964 sah vor, dass nur der Pilot der Landefähre für zwei Stunden die Mondoberfläche betritt, während der Kommandant der Mission zur Überwachung der Systeme in der Mondfähre bleibt.

1968 entschied sich die NASA jedoch, dass Kommandant und Pilot zusammen eine 2,5-stündige Mondexkursion durchführen sollten. Einer Studie zufolge war das technisch möglich.

 

Auswahl der Landestelle

Bei der Auswahl des Landeplatzes für die Mondlandefähre war die Sicherheit der Astronauten der Hauptgesichtspunkt. Die Mondlandung musste beispielsweise bei direkter Sonneneinstrahlung und optimalen Sichtverhältnissen durchgeführt werden; der Rückstart zur Erde musste ebenfalls bei Tageslicht erfolgen. Die Vorgabe, möglichst wenig Treibstoff zu verbrauchen, um entsprechend möglichst hohe Treibstoffreserven mitführen zu können, begrenzte den Landeplatz für Apollo 11 zudem auf Gebiete in Nähe des Mondäquators. Eine ebenso wichtige Rolle bei der Auswahl spielte schließlich die Beschaffenheit der Mondoberfläche im Landegebiet. Die Missionsplaner achteten bei der Wahl der Landestelle darauf, dass das umliegende Terrain keine Hänge und sonstige Unregelmäßigkeiten aufwies, da sonst das Radar der Mondlandefähre beim Anflug gestört werden könnte. Am 15. Dezember 1968 einigte sich das Auswahlgremium auf eine Liste von fünf denkbaren Landeplätzen.

 

Besatzung

Kommandant der Apollo-11-Mission war Neil Armstrong. Er war zunächst ein Kampfflugzeugpilot der US Navy geflogen, bevor er bei der NASA als Testpilot zahlreicher Hochgeschwindigkeits-Flugzeuge wie der X-15 tätig war.
Pilot der Mondlandefähre war Edwin „Buzz" Aldrin, ein Oberst der US Air Force. Er wurde 1963 ein Mitglied der 3. NASA-Astronautengruppe, nachdem er zuvor mit der Air Force am Koreakrieg teilgenommen und eine Promotion in Raumfahrttechnik erhalten hatte.
Pilot des Kommandomoduls war Michael Collins, ein Oberstleutnant und früherer Kampfjetpilot der US Air Force. Wie Aldrin gehörte er der 3. NASA-Astronautengruppe von 1963 an.

 

Flugverlauf

Hinflug

Apollo 11 startete am 16. Juli 1969 um 13:32:00 UTC an der Spitze der 2940 Tonnen schweren Saturn V von Cape Canaveral, Florida und erreichte zwölf Minuten später planmäßig die Erdumlaufbahn. Nach anderthalb Erdumkreisungen wurde die dritte Raketenstufe erneut gezündet. Sie brannte etwa sechs Minuten lang und brachte das Apollo-Raumschiff auf Mondkurs. Der gesamte Hinflug verlief ohne besondere Vorkommnisse. Drei Tage später erreichten sie den Mond und schwenkten um 17:22:00 UTC durch ein Bremsmanöver über der Rückseite des Mondes in eine Mondumlaufbahn ein.

 

Mondlandung

Im Mondorbit stiegen erst Aldrin und eine Stunde später (nach Hochfahren der Systeme) Armstrong in die Mondlandefähre, die den Namen "Eagle" trug, um. Nach Prüfung der Systeme und Ausklappen der Landebeine der Fähre trennten sie diese vom Mutterschiff, in dem Collins verblieb und leiteten die Abstiegssequenz ein. Heikel war dann der Anflug auf das Zielgebiet im Mare Tranquillitatis. Durch geringe unbeabsichtigte Bahnänderungen beim Abkoppeln zielte der Bordcomputer auf eine Stelle etwa 4,5 Kilometer hinter dem geplanten Landegebiet.

Während des Anfluges wurde die Aufmerksamkeit der Besatzung außerdem etwa 1,5 Kilometer über dem Boden mehrfach durch Alarmmeldungen des Navigationscomputers in Anspruch genommen, so dass Armstrong nicht in dem Maße auf charakteristische Merkmale der Mondlandschaft achten konnte, wie es vom Flugplan vorgesehen war. Zu dieser Panne kam es, da entgegen dem Flugplan das Rendezvousradar zusätzlich zum Lande-Radar eingeschaltet worden war. Das Rendezvousradar überflutete den Computer mit seinen zusätzlichen für diese Phase der Mission nicht vorgesehenen Daten, wodurch der Computer überlastet wurde. Das Problem erwies sich jedoch als unkritisch und konnte ignoriert werden.

Beim Endanflug führte der Autopilot die Fähre in einen Krater, dessen Boden mit großen Felsen bedeckt war. Armstrong übernahm daraufhin die Handsteuerung der Eagle, überflog den Krater und landete auf einer ebenen Stelle 60 m weiter westlich. Das Kontaktlicht signalisierte den unmittelbar bevorstehenden Bodenkontakt (bei circa 75 cm Höhe) am 20. Juli um 20:17:39 UTC. Der Mondlandepilot Aldrin meldete das („Contact light") um 20:17:40 UTC. Unmittelbar darauf erfolgte der finale Kontakt aller vier Landefüße mit dem Mondboden. Circa drei bis vier Sekunden nach den oben genannten Kontaktsignalen schaltete Armstrong das Triebwerk ab. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Fähre „Eagle" bereits sehr sanft (mit etwa 0,52 m/s) auf dem Mond aufgesetzt.

Die zusätzlichen Manöver hatten das ohnehin knapp kalkulierte Treibstoffbudget so strapaziert, dass die Astronauten nur noch etwa 20 Sekunden Zeit gehabt hätten, eine Entscheidung zu treffen: entweder innerhalb der nächsten 20 Sekunden zu landen oder den Anflug sofort abzubrechen. Spätere Analysen zeigten, dass der in den Tanks schwappende Treibstoff zu ungenauen Anzeigen geführt hatte und noch mehr Reserve vorhanden war.

Armstrong und Aldrin bereiteten sofort einen möglichen Alarmstart vor, für den Fall, dass ein Leck im Tank der Aufstiegsstufe oder ein Einsinken eines der Landbeine einen längeren Aufenthalt unmöglich machen würde. Die Landung war zeitlich so geplant, dass nach dem ursprünglich vorgesehenen Bodenkontakt (geplant bei circa 20:17:00 UTC) ein Zeitfenster von etwa einer Minute für einen sofortigen Rückstart verblieb. Andernfalls hätte man die Umlaufbahn des Mutterschiffs verfehlt, und Collins hätte das Annäherungsmanöver durchführen müssen. Etwa 30 bis 40 Sekunden davon waren durch die zusätzlichen Manöver beim Endanflug verflossen. Letztlich blieb damit nach dem Abschluss dieser Prozeduren eine Zeitreserve von fünf bis zehn Sekunden.

 

Auf dem Mond

Am 20. Juli 1969 um 20:17:58 Uhr UTC vermeldete Armstrong:
"Houston, Tranquility Base here. The Eagle has landed!"
„Houston, hier ist der Stützpunkt Tranquility Base. Der Adler ist gelandet!" - Neil Armstrong

Das primäre Ziel war erreicht. In den folgenden zwei Stunden waren die Astronauten damit beschäftigt, Vorbereitungen für den Rückflug zu treffen, der alle zwei Stunden erfolgen konnte. Unter anderem musste der Bordcomputer mit der genauen Ausrichtung der Mondfähre programmiert werden. Die genaue Position war zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht bekannt, weil Armstrong beim Anflug keine bekannten Geländeformationen identifiziert hatte. Bei seinen fünf Überflügen mit der Columbia versuchte Collins die Mondfähre zu sichten. Da aber auch ihm keine genaue Position zur Verfügung stand, blieb das erfolglos.

Weiterhin fotografierten Armstrong und Aldrin die Mondoberfläche aus ihren Fenstern. Die ursprünglich geplante Ruhepause von 5 Stunden und 40 Minuten wurde auf Anregung der Astronauten auf 45 Minuten verkürzt und der Ausstieg vorgezogen. Die Vorbereitungen hierzu benötigten etwa drei Stunden.

Am 21. Juli 1969 um 02:56:20 UTC (in den USA war es noch der 20. Juli) betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond und sprach seine berühmten Worte. Dieses Ereignis wurde sowohl von Aldrin aus dem Fenster der Mondfähre als auch von einer Fernsehkamera am Fuß der Landefähre gefilmt. Etwa 600 Millionen Fernsehzuschauer auf der Erde erlebten die Live-Übertragung.

20 Minuten später verließ auch Buzz Aldrin die Mondfähre. Nachdem die US-Flagge gehisst worden war, bauten die beiden Astronauten einige kleine Forschungsgeräte auf dem Mond auf. Außerdem wurden Bodenproben entnommen und 21,6 kg Gestein gesammelt. Der erste Aufenthalt auf der Mondoberfläche endete nach zwei Stunden und 31 Minuten.

 

Rückflug

Noch vor der Ruhephase stellte Aldrin fest, dass der Hebel eines Schalters abgebrochen war, ein anderer war nicht in der vorgesehenen Position. Offenbar hatte Aldrin bei der Vorbereitung der EVA mit dem Rucksack die Schalter berührt. Diese Schalter wurden erst eine Stunde vor dem Start benötigt. Aldrin verwendete später einen Filzstift, um den Schalter zu betätigen.

Der Start der Landefähre gelang problemlos, die Fähre schwenkte in eine Mondumlaufbahn ein und koppelte knapp vier Stunden später wieder an der Kommandokapsel an. Nachdem Armstrong und Aldrin zu Collins umgestiegen waren, wurde die Mondfähre abgestoßen und das Apollo-Raumschiff wieder auf Erdkurs gebracht. Am 24. Juli 1969 um 16:50 UTC wasserte die Kapsel im Pazifik und wurde vom Bergungsschiff USS Hornet an Bord genommen.

 

Wieder auf der Erde

Präsident Richard Nixon besucht die Astronauten während der Quarantäne
Aus Furcht vor unbekannten Mikroorganismen mussten die drei Astronauten beim Verlassen der Apollo-Landekapsel nach außen vollkommen geschlossene Anzüge zur Isolierung tragen und sich in eine 17-tägige Quarantäne begeben, bis alle Bedenken ausgeräumt waren.

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