Engel auf Goldgrund oder geflämmtem Blech

Ein Beitrag von Axel Schliwa

 

Engel auf Goldgrund

Im Werkunterricht der 7. Klasse haben wir für unsere Schule zu Michaeli einige Engel gemalt. Dabei haben wir uns an tradierten Motiven orientiert. Die Platten waren ca. 120 cm hoch.

So wird es gemacht:

Eine mindestens 5 mm große Hartfaserplatte wird mit weißer Wandfarbe grundiert. Mit einem Beamer wird das Motiv auf die Platte projiziert und mit Bleistift vorsichtig dünn aufgezeichnet. Der Grund eignet sich hervorragend, um mit Aquarellstiften die Zeichnung differenziert zu kolorieren. Mit einem feinen Pinsel können mit ein wenig Wasser Übergänge angelegt werden. Schließlich wird die Zeichnung mit Goldgrund (Acryl und kleineren Pinsel) umrandet. Damit die Fläche sauber wird, empfiehlt es sich das Gold mit einem feinen Schwamm zu tupfen.

Das fertige Motiv wird mit Klarlack fixiert. Durch das Benutzen von Sprühlack wird das Verschmieren der Aquarellfarbe verhindert. Anschließend kann das Ganze mit einem Kunstharzlack versiegelt werden. Keinen Nitrolack benutzen! Dieser würde den Untergrund beschädigen.


Engel auf geflämmtem Blech

Weil Engel meist recht gewaltig sind, haben wir uns überlegt, dass ein wenig Feuer ganz gut wäre, um sie zur Erscheinung zu bringen. Das ging dann folgendermaßen:

Im Eisengroßhandel werden große Blechtafeln mit Abdeckblechen verpackt. Diese Bleche sind ca. 1 mm stark und günstig zu erwerben. Interessant sind Bleche, die schon angerostet sind.

Besonders die Jungen sind begeistert, die Bleche mit einem Brenner abzuflämmen. Dadurch entstehen interessante Anlassfarben, die sich mit den Roststrukturen schön verbinden. Diese müssen nach dem Flämmen staubfrei gemacht und mit einem Klarlack gestrichen werden. Dabei ist es sinnvoll eine Lackrolle zu benutzen.

Die Flächen außerhalb des Motives müssen nun abgedeckt werden. Am besten geschieht das mit einer Papierklebefolie. Man kann aber auch Tesakrepp und Papier nehmen (siehe Beispiel). Wieder wird das Motiv projiziert und mit einem Messer freigeschnitten. Die freie Fläche wird nun mit weißer Rostschutzfarbe und dann mit Wandfarbe gestrichen. So hat man wieder einen guten Haftgrund für die Aquarellfarben. Die Abdeckung kann dann entfernt werden.

Nun arbeitet man weiter wie oben. Wenn die Versiegelung ordentlich aufgetragen wird, ist das Motiv bedingt wetterfest. Um das Blech stabiler zu machen, ist ein Holzrahmen aus Dachlatten sinnvoll. Arbeitsgruppen von drei bis vier Schülern sind angemessen. Es sollten aber insgesamt nicht mehr als vier Gruppen gleichzeitig arbeiten.  Das Timing muss berücksichtigen, dass die Grundierungen ca. 12 Stunden trocknen müssen. Insgesamt sind, da die Technik kompliziert ist, ca. 15-20 Stunden anzusetzen.

  • Das Aufzeichnen ist auf separatem Papier geschehen.
  • Wenn die Form genau sein soll, wird sie mit dem Beamer projiziert
  • Dies wurde ausgeschnitten und lose auf das Blech gelegt.
  • Dann wurde das Blech darunter überlappend mit Tesakrepp und Papier abgeklebt und das Objekt freigeschnitten.


Der Verein zur Förderung anschaulichen Kunstunterrichtes e.V. bietet eine ausführlichere Betrachtungen zu diesem Thema an. Sie können sie unter folgendem Link bei ihm erwerben: https://www.kunstdownload-shop.de/

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