Eine Persönlichkeit als Landschaft

Ein Beitrag von Axel Schliwa

Man braucht eine Persönlichkeit nicht immer als Porträt ins Bild zu setzen. Eine Persönlichkeit besteht nicht nur aus Augen, Nase, Mund, sondern hat eine seelische Ausstrahlung, die sich auf verschiedenste Arten wahrnehmen lässt. Dazu rechts eine karikierende Umsetzung.

Die Expressionisten haben in ihrer Malerei Seelisches in Farbe und Form zum Ausdruck gebracht. Ihre Darstellung war graphisch reduziert. Besonders erwähnenswert ist Jawlensky, der seine Porträts und Landschaften ganz aus dem Gefühl heraus gefärbt hat. Das Wesentliche wurden auf einmal die Farbstimmungen.

Aus solchen Gedanken haben wir versucht, Persönlichkeiten aus der Farbstimmungen  einer Landschaft ins Bild zu setzen. Um zu einem Bild zu kommen, ist es ratsam, sich verschiedene seelische Qualitäten bewusst zu machen und diese im übertragenen Sinn in Formen und Farben umzusetzen. Dabei kann schon das Temperament helfen. 

 

Ein cholerischer Ausbruch ist leicht als Landschaft vorzustellen. Hier ein Versuch, sie zu beschreiben:

Inmitten einer Vulkanlandschaft, versuchen erste Boten des Frühlings Wärme zu verbreiten, noch einige Rauchschwaden schwirren in der Landschaft, doch die Sonne kämpft sich hindurch. Doch all die positiven Vorhaben lassen den Vulkan nicht davon abbringen tief im Innern zu rumoren und zu donnern, eine unglaubliche Spannung liegt in der Luft, wann ist es soweit? Wann bricht er aus? fragt der Schaulustige. Hoffentlich bricht er nicht aus, hofft der Einwohner. Doch letztendlich darf der Schaulustige sich freuen. Der Ausbruch ist gewaltig!

So könnte hingegen eine urwüchsige Persönlichkeit landschaftlich beschrieben werden:

Ein alter uriger Wald liegt vor mir. Die Bäume in diesem Wald sind sehr knorrig und haben ausdrucksstarke Formen. Die gesamte Stimmung ist herbstlich, nur noch ein paar wenige Blätter hängen an den Bäumen. Überall liegen kleine und große Felsbrocken, die an vielen Stellen schon mit Moos bewachsen sind. Es gibt keine richtigen Wege in diesem durchaus romantischen Wald. Alles ist in verschiedenen Brauntönen, vereinzelt sind auch Rot- und Grüntöne zu entdecken.
 


Oder eine gemütliche Persönlichkeit:

Der kleine Fluss hat mehr Wasser als sonst und auch die Strömung ist schneller. Nur die alte Weide steht unverändert an ihrem Platz. Ihre Wurzeln reichen durch den sonst so trockenen Boden tief in die Erde. Kühle Luft durchweht die Äste, deren Rutenspitzen die Wasseroberfläche berühren und von dem Rhythmus der Strömung eine Weile mitgezogen werden, dann aber wieder in ihre Ausgangsposition zurückschwingen. Die Sonne scheint noch nicht, aber die ganze Umgebung strahlt etwas friedlich Ruhendes aus.

Folgt man mit dem Blick dem Verlauf des Flusses, so sieht man zu beiden Seiten die leicht ansteigenden Ufer zu Hügeln werden. Gras und irgendein Moos wachsen darauf. Einzeln wachsen Margeriten, irgendwie zum feinen Duft des Lavendel passend. Das Flussbett ist tiefer als man denkt und sehr steinig. Blickt man in die Ferne wird der Himmel grauer. Am Horizont sind Berge zu sehen. Folgt man dem steinigen Wiesenweg, geht es an einer Holzbank vorbei und man sieht auf einen Wald.
 

 

Es folgen Landschaften zu einer emotionalen und stark strukturierten Persönlichkeit

 

Nun sind verschiedene Interpretationen zusammen gestellt:

 

Bei der nächsten Persönlichkeit wurde mehr auf den Farbklang geachtet. Die unterschiedliche Gestaltung zeigt in diesem Punkt Gemeinsamkeiten.

Dabei zeigte sich, dass immer wieder Übungen eingeschoben werden mussten, um das Farbempfinden qualitativ gezielt einsetzen zu lernen.

Der Verein zur Förderung anschaulichen Kunstunterrichtes e.V. bietet eine ausführlichere Betrachtungen zu diesem Thema an. Sie können sie unter folgendem Link bei ihm erwerben: https://www.kunstdownload-shop.de/

 

 

Der Vergleich einer sanguinischen energischen Persönlichkeit mit einer urwüchsigen in sich ruhenden kann zunächst begrifflich bestimmt werden. Anschließend haben wir dafür entsprechende Farbklänge gesucht. Umgekehrt kann man auch vom gefundenen Farbklang ausgehen und dazu die Begriffe bilden.

Die Gestaltung und Ausarbeitung der Üb-Objekte ist bewusst einfach gehalten.


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