Türme

Ein Beitrag von Axel Schliwa

Türme kann man schon von Weitem sehen. Steht man auf ihnen, so kann man weit sehen. Leuchttürme waren aus diesem Grund lange Zeit für die Orientierung der Schiffe wichtig. Eine Kirche oder eine Moschee ohne den in den Himmel weisenden Turm wäre unvollständig. Legendär ist der Turmbau zu Babel. Hier zeigt sich, wie prestigebehaftet solch ein Turmbau sein kann. Ein Stück über sich hinauswachsen, sich beweisen. Wehr- und Fluchttürme geben Sicherheit. Auf Festungen gaben Wachtürme nicht nur weite Sicht und gute Schussmöglichkeiten, sondern man lagerte auch das Pulver in seinen Kammern. In Florenz gab es eine Zeit, in der sich die Familien der Stadt untereinander zerstritten hatten. Aus diesem Grund pflegte man nachts die Türme zu verrammeln und wähnte sich zumindest äußerlich in Sicherheit. Als der Turmbau endlich gestoppt werden konnte, hatte man 130 Türme abzureißen, die das Stadtbild verschandelten. Gefangene kamen ebenso in den Turm. Rapunzel nach oben, andere in den Keller. Keine Burg wurde geschliffen ohne dass der Turm zerstört wurde.

Es liegt hier etwas Archetypisches vor. Das Ich des Menschen und das Bild des Turmes sind eng verbunden. Obelisk und Menhir weisen in dieselbe Richtung. Wie schnell wird für Kinder ein Jägerstuhl zum Turm, der den Angriffen des Gegners trotzen muss. Wie elementar waren die Amerikaner getroffen als die Türme des World Trade Centers in Schutt und Asche sanken. Eine besondere Plattform für Touristen wurde am Reschenpass speziell für den aus dem Stausee herausragenden Turm gebaut. Ein trotziges Wahrzeichen des in den Fluten versunkenen Ortes.

Ein Turm, der aus den Wolken herausragt, ist ein sehr gutes Motiv. Die Türme sind zeichnerisch schnell erfasst. Gerade Kanten, meist rechte Winkel, kaum ein Problem, das die Vorstellung überfordert. Anders ist es mit den Wolken. Wenn überhaupt eine Vorstellung vorhanden ist, kommt sie über ein Klischee nicht so leicht hinaus. Hier helfen konkrete Vorlagen, wenn auf aktuelle Beobachtungen aus Wetter- oder Zeitgründen nicht zurückgegriffen werden können. Die Wolken sollen nur vom Typus charakterisiert, nicht kopiert werden. Idealerweise sollte die Grenzfindung aus dem Hell-Dunkel-Kontrast, nicht aus der Linie erfasst werden. Wenn man letztlich doch eine um der Orientierung willen reinziehen muss, sollte man die Schüler gewähren lassen.

Es empfiehlt sich zur Anregung der Phantasie für die Türme Bildmaterial zu benutzen. Je nach Zeitfenster machen die Schüler selber Fotos oder man greift auf Fotomaterial zurück.
 

 

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