Der Bau eines Langbogens

Ein Beitrag von Christian Wenderoth (Werklehrer an der Freien Waldorfschule Markgräflerland)

Die Schüler des praktischen Zuges wählten letztes Jahr ein sehr spannendes Thema: Bau eines Langbogens aus massiver Esche.

Als Vorlage diente eine dem „Holmegaard-Bogen" (archäologischer Fund in Dänemark ca. 6.000 v. Chr.) nachempfundene Form. Hierfür musste erst das perfekt passende Holz ausgewählt und dabei auf möglichst große Jahresringe und auch auf einen geraden Wuchs geachtet werden. Nachdem ein Jahresring mit Hilfe einer Ziehklinge freigelegt, die Außenlinien aufgezeichnet und mit Beil und Ziehmesser ausgearbeitet waren, begann der aufregende Teil, das sogenannte "Tillern".

Dabei wurden die Wurfarme solange vorsichtig bearbeitet, bis sich der Bogen zu einem schönen "D" biegen ließ. Eine eigene Sehne wurde aus "Dacron" auf die individuelle Bogenlänge angefertigt.

Nun konnte der Bogen aufgespannt und mit selbstgebauten Pfeilen eingeschossen werden. Bei dieser sehr anspruchsvollen Arbeit war es bei jedem Arbeitsschritt essentiell, ihn perfekt abzuschließen.

Jede Unaufmerksamkeit würde ein späteres Brechen zur Folge haben!

Jedoch auch das „instinktive" Schießen (d.h. ohne Zielvorrichtung/ohne lange zu zielen) des Bogens hat nicht nur für die Schüler, sondern auch für uns alle seine Reize und seine unterstützende Herausforderung. „Sich für ein Ziel entscheiden..." „Ein Ziel ins Auge fassen..." „locker Unbekanntes angehen und probieren..." „loslassen..." „Ruhe vor dem Sturm..." und vieles mehr...

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