Trommelbau

Ein Beitrag von Jürgen Hofstötter (Freien Waldorfschule Neuwied)

18 Djenkos, 6 Taikos, 2 Congas und eine Basstrommel wurden seit letztem Jahr von meinen Schülerinnen und Schülern gebaut. Und das Ende vom Lied ist nicht abzusehen: Zu Beginn des neuen Schuljahres werden gleich 3 Basstrommeln fertig, die schon in der letzen Trommelbauepoche begonnen wurden. Für das nächste Schuljahr ist dann die Fertigung von indianischen Trommeln geplant.

FERTIGUNG EINER TROMMEL

 Zunächst sind dafür umfangreiche Holzarbeiten notwendig:

  • halbierte Baumstämme werden auf der Abrichte einseitig geplant
  • mit der Bandsäge werden sie zu Brettern aufgesägt
  • dann zu größeren Brettern zusammengeleimt
  • diese werden erneut geplant und auf die gleiche Dicke gebracht
  • daraus werden die Fassdauben gesägt (für die große Basstrommel 40 Stück und für die kleinen Trommeln und die Djenkos jeweils 18 Stück)
  • die Dauben werden (anders als im Fassbau) zusammengeleimt
  • mit dem Hobel wird die Außenseite bearbeit
  • der Rand, auf dem das Fell liegt, wird außen gerundet und innen gefast
  • zum Schluss wird der ganze Körper geschliffen und geölt

Auch das Fell für die Bespannung benötigt aufwändige Bearbeitung:

  • das Fell wird im Ganzen in einen Rahmen gespannt
  • die Innenseite wird gesalzen, danach trocknen gelassen
  • mit der Stichsäge werden die Trommelfelle in gewünschter Größe gesägt
  • diese werden in Wasser gelegt, damit sie wieder weich werden
  • Reste von Heisch und das Fett werden entfernt
  • in Pottasche oder Kalkbrei gelegt werden die Felle haarlässig. Auf der großen Basstrommel werden die Haare zur natürlichen Dämpfung am Fell belassen
  • je nach Trommeltyp wird mit der geeigneten Methode das Fell auf die Tommel gespannt: Die Djenkos und die Basstrommeln erhalten die afrikanische Seilspanntechnik; die große benötigt zunächst eine provisorische Seilspannung, anschließend wird das Fell genagelt; die Congafelle werden mit Metallschrauben versehen.

DJENKO

Djenko ist ein Wortspiel aus Djembe und Conga und spiegelt die Kreuzung dieser beiden Instrumente wieder. Die Djembe stammt ursprünglich von den Schmieden der Malinke in Westafrika, die im heutigen Staatsgebiet von Guinea, Mali, Burkina Faso und der Elfenbeinküste wohnen. Djembes bestehen aus einem ausgehöhlten Baumstamm. Sie werden traditionell mit Ziegenfell bespannt.

Die Congas stammen von den westafrikanischen Bougarabous ab und wurden zum klassischen Perkussionsinstrument der lateinamerikanischen, vor allem auch kubanischen Musik. Sie bestehen aus geleimten Hartholz-Leisten (heute auch aus Glasfaser und Polyesterharz) und werden traditionell meist mit Rinder- oder auch Eselsfellen bespannt.

TAIKO

 Die Taiko ist eine traditionelle japanische Trommel. Ursprünglich wurde sie aus einem einzigen Stück des Kejaki-Baumes, einer Ulmenart, gefertigt. Heute sind auch geleimte Versionen gebräuchlich. Die Bespannung ist aus Rind- oder Pferdehaut, die vernagelt wird und somit nicht mehr nachzuspannen ist. Die Taiko fand Verwendung in shintoistischen und buddhistischen Ritualen.

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