Boxsäcke

Ein Beitrag von Susanne Gaßmann (Freie Waldorfschule Marburg)

Nach der intensiven Zeit des Klassenspiels, waren die SchülerInnen der 8. Klasse etwas schwierig für den „normalen“ Unterricht zu begeistern. Und so schwebten sie leicht über der Erde und dem Alltag. Nach kurzer Erholungszeit waren die Kräfte dann wieder da.

Um die Kräfte gerade bei den Jungen zu bündeln, kam mir die Idee, Boxsäcke als wählbares Projekt im Unterricht anzubieten. Es galt, einen dicken Stoff zu bewältigen. Auch mussten Kreise berechnet werden. Um dem Verwendungszweck gerecht zu werden, waren alle Nähte gut zu verarbeiten. Das Thema  „upcycling“ habe ich ebenfalls bei diesem Projekt wieder aufgenommen. Für die jugendlichen Gelenke war es schonender, den Boxsack hauptsächlich mit kleingeschnittenen Stoffstücken zu befüllen. Zum Beschweren kann man noch Sand hinzufügen.

Es war eine sehr verlockende Idee, alte Kleidungstücken, die für nichts mehr taugten oder Stoffe, die wir nicht mehr anderweitig verarbeiten konnten, dafür zu nutzen. Aber zugleich war es auch eine sehr zeitaufwendige Arbeit, alles klein zu schneiden. Auf der anderen Seite war es schön zu sehen, dass SchülerInnen, die aus Zeitgründen kein eigenes Projekt mehr anfangen konnten, sich hinsetzten und dem Boxsackprojekt zuarbeiteten. Es war eine schaffige und schöne Atmosphäre. Die Schüler konnten reden und gleichzeitig eine langweilige, aber notwendige Arbeit leisten. Die durch das Klassenspiel neu erworbenen oder veränderten Beziehungen wurden  gefestigt.

Die Boxsack-Idee ist sicher nicht für alle Klassen geeignet, insbesondere auch nicht für alle Schülerinnen. Im ersten Jahr waren aber auch etliche Schülerinnen dafür zu begeistern.  Gerade für die 8. Klasse finde ich es wichtig, dass die SchülerInnen etwas aus der Handarbeit ins Leben mitnehmen.

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