Filzen

Ein Beitrag von Ita Lernpeiss (Freie Waldorfschule Graz)

Die Mongolen sahen das Filzen nicht als Arbeit, sondern als einen gesellschaftlicher Akt des Miteinanderlebens.

Man macht dies am besten im Freien auf Plastiktüchern. Man richtet pro Schüler:

  • ca. 50 x 50 cm, je etwa 300g Schafwollvlies (mit gut schneidender Schere zugeschnitten)
  • Schmierseifenlauge insgesamt pro Schüler ca. 5 Liter, nach und nach bereitstellen, da sie immer gut handwarm sein soll, schön „rutschig"
  • Häferl zum Schöpfen der Lauge
  • Schwammtuch
  • 1 Stück Schichtseife
  • 1 etwa 70cm langen Rundstab zum Walken
  • 1 nicht zu dickes Baumwolltuch mindestens 70 mal 70cm
  • je 2 etwa 30cm lange Köperbänder zum Zusammenbinden
  • am Ende etwas Handcreme


1. Vorbereitung

Das Schafwollvlies wird in 1 cm dicke Lagen geteilt und in Faserrichtung aufgerollt, da es sonst immer länger würde. Nun werden diese Lagen wieder aufeinander  geschichtet, und zwar muss die Faserrichtung abwechselnd längs und quer laufen. Auf die Ränder achten! Immer exakt übereinander legen!

Dieser Arbeitsschritt kann auch im Anschluss an das Schnittzeichnen gemacht werden, Zeitungspapier dazwischen legen und mit Brettern beschweren, dass schon Luft herausgedrückt wird. Man hat dann in der nächsten Stunde mehr Zeit zum eigentlichen Filzen.


2. Nässen und Luft herausdrücken

Nun gibt es verschiedene Techniken dies mit gut handwarmer Seifenlauge zu durchnässen. Am besten schöpft man mit seinem Häferl Lauge und gießt diese über die andere, drückende Hand, langsam gut verteilend auf seinen Wollstapel! Nie auseinander ziehen! Bis alles nass ist nur drücken! Hervorquellende Lauge mit dem Schwammtuch aufnehmen und wieder zurückgeben.


3. Reiben

Erst ganz sanft, dann immer kräftiger massieren. Bleiben Wollhaare an den Händen kleben, müssen diese mit Seife „rutschig" gemacht werden. Wenn das Stück schon schön kompakt ist wenden und auch hier massieren. Dann etwas ausdrücken, alles säubern, größeres Baumwolltuch darauf den Filz mit der schöneren Seite nach unten legen, Baumwolltuch einschlagen Stock darauf und fest einrollen - am besten zu zweit. Links und rechts binden wie ein „Zuckerl".


4. Walken

Nun wird gewalkt! Immer von einem Ende zum anderen, von den Fingerspitzen bis zum Ellenbogen, wir zählen in allen Sprachen jeweils bis 20, wenden, die Rolle weiter immerkräftig aber systematisch bearbeiten. Ist die Rolle ziemlich hart, Tuch aufbinden und Filz abheben. Gut gefilzt klebt er etwas am Tuch und ist zu einem Rechteck geschrumpft. Man legt ihn nun wieder mit der schönen Seite nach unten auf das Tuch, aber um 90° gedreht und verfährt wie beschrieben, so dass man wieder ein Quadrat erhält. Gut spülen, ausdrücken (nicht wringen) und trocknen. (Könnte auch in der Waschmaschine gespült und geschleudert werden). Am Ende die runzligen Hände eincremen.

Unter einem feuchten Tuch wird der getrocknete Filz noch fest gebügelt.

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