Erste Stunde - verschiedene Methoden

Ein Beitrag von Ita Lernpeiss (Freie Waldorfschule Graz)

Als Anfangsspruch empfehlen sich große kurze Gedichte der Klassiker, wie dieser von Goethe:

„Feiger Gedanken, bängliches Schwanken, weibisches Klagen, ängstliches Zagen, wendet kein Elend, macht dich nicht frei. Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten, nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen, rufet die Arme der Götter herbei."

Wir schauen unsere Füße an. Z.B. können die Schüler gegenseitig ihre Füße mit gutem Weleda Öl einölen. Dann kann ein Abdruck auf Papier gemacht werden. Erstaunlich wie verschieden diese Figur ist! Namen hinten auf das Papier schreiben, aufhängen und raten wer zu welchem Fuß gehört! Auch an den Klassenlehrer denken!

Wie entsteht der Schuhschnitt?

Die Schüler brauchen unbedingt eine deutlich erlebbare Erklärung, wie aus dem Raum (die Hülle für unseren Fuß) eine Fläche (=Schnitt) und daraus wieder ein Schuh wird.(Vorarbeit für das Schneidern)

 

1. „Analoge" Methode

Man braucht:

  • Hutpackpapier (gibt's bei IKEA zum Verpacken von Gläsern gratis) oder Seidenpapier
  • TESA-Krepp, etwa 2,5cm breit (oder ähnliches Klebeband, das man zum Abklebenbeim Ausmalen von Räumen verwendet).

Ich setze ein Kind auf den Tisch und umhülle einen Fuß mit Papier, sodann umwickle ich das mit dem Klebeband bis es hält. Nun sieht man, dass man das nicht ausziehen kann. Man bespricht, was weggeschnitten werden muss. Das wird erst aufgezeichnet und dann vorsichtig weggeschnitten. Der Papierschuh kann nun ausgezogen werden. Wie bekommt man das nun in die Ebene? Man knickt eine Kante, dort, wo die Sohle beginnen wird, und schneidet dort durch. Der Oberteil ist noch immer nicht eben, man schneidet entlang der Ferse auf und macht entsprechende Einschnitte im Bereich der Zehen und schon hat man einen ebenen „Schnitt", wenn man über den Einschnitten die Linie geschlossen denkt. Man könnte das nun paarweise von allen Kindern machen lassen, das ist aber eine ziemliche „Abfallproduktion", ich habe das nur einmal gemacht.
 


2. „Digitale" Methode

Man braucht:

  • Festes Zeichenpapier ein Blatt in A3-Format zum Vorführen und je ein Blatt proSchüler in A4 Format
  • Einen spitzen Bleistift
  • Maßband
  • Lineal

Auf das (mit dem Namen beschriftete) A4-Papier stellt man einen Fuß mit dem ganzen Gewicht, die Schüler zeichnen paarweise jeweils den Umriss eines Fußes mit senkrecht gehaltenem Bleistift. Das Weitere führt man an einem Schüler vor: Man bestimmt den höchsten Punkt (Rist) des Fußes und trägt diesen auf dem Papier ein. Das muss natürlich geschätzt werden, weil man ja nicht durch den Fuß durchzeichnen kann. Auf dem Vorderfuß zeichnet man 9 Punkte ein und nummeriert diese innerhalb der Sohle.

Sohle ausschneiden und auf das A3-Papier übertragen, auch den„höchsten Punkt", nennen wir ihn „P". Von diesem Punkt auszeichnen wir Geraden zu allen 9 Punkten, die aber über die Punktehinausgehen. Der Schüler stellt sich auf den Tisch auf die ausgeschnittene Sohle. Mit einem Band oder dem Maßband misst man vom höchsten Punkt amFuß jeweils zu den nummerierten Punkten auf der Sohle und trägt diese Distanz jeweils auf dem zugehörigen Strahl auf dem A3-Papier auf.

Diese Punkte verbindet man mit einem schönen Bogen, den man bis zur Ferse verlängert. Dann schaut man am Fuß, wie hoch der Schuh sein soll und trägt diese Linie auch auf. Man erhält das Schuhoberteil und kann zeigen, dass etwa 3 cm zur Sohlenlinie zugegeben werden müssen für den Oberteilschnitt.

Man schneidet dieses „Kipferl" aus und zeigt, dass man, um zu einer Krümmung zu kommen, den vorderen Teil zusammenziehen muss - man vergleiche mit dem mit der „analogen" Methode erhaltenen Schnitt, der ja Einschnitte brauchte, um in die Ebene zu kommen.

Die Sohlen, die die Schüler gezeichnet haben, müssen nun noch vorne bei den Zehen vergrößert werden, etwa zwei bis drei Finger breit, Knaben mehr als Mädchen, da ein stärkeres Wachstum zu erwarten ist.

Diese Blätter werden abgegeben, der Lehrer muss sie korrigieren und ausformen. 

Kommentar
Es wurden noch keine Kommentare verfasst.
Ihr Kommentar