Hängematten

Ein Beitrag aus der Rudolf-Steiner-Schule Loheland

„Versuch´s mal mit Gemütlichkeit“

Ja, gar nicht so einfach das Handarbeitsjahr der 7. Klasse! Jeder Schüler sollte eine Hängematte fertigen...... das war eine Herausforderung für sie und die Lehrerin, die zu diesem Thema extra eine Fortbildung besucht hatte.
 


Was war zu tun?

Die Matte wird nach Art eines Fischernetzes geknotet. Die 36 Spezialknoten in der Anfangsreihe werden in etwa 42 Reihen wiederholt. Dieses Netz wird an den Enden mit selbstgedrehten Seilen und jeweils einem Metallring verbunden. Zur Stabilisierung wird an den langen Außenrändern jeweils ein Seil verflochten und an den Enden festgeknotet. Die Kenntnisse von Kreuzknoten und Palstek werden erlernt. Die Seile werden eine Daumenbreite vom Koten entfernt mit dünnem Baumwollgarn umwickelt, dann gekürzt und verklebt. Nach der Liegeprobe werden die Verbindungsknoten des Hängemattennetzes kontrolliert, eingekürzt und verklebt.

Alle Jugendliche, bis auf eine Ausnahme freuten sich riesig auf ihre Hängematte. Nach der anfänglichen Euphorie gab es für so manchen begeisterten Schüler erst einmal eine rasche Ernüchterung, ein tiefes Tal des Unmutes, mit dem Gefühl überfordert zu sein und die Arbeit sicher nie beenden zu können.

 

Die Liegeprobe ist das große Schlüsselerlebnis in diesem Schuljahr.

Der Schüler Michel sagte, als er in seiner eigenen Hängematte lag: „Ich hätte nicht gedacht, dass es sich lohnt. Doch jetzt, wo ich in meiner Hängematte liege, ist es ein geiles Gefühl, es selber gemacht zu haben“.

Neben wenigen Schülern, die nur mit Mühe weiterkamen und für die alle Augen zugedrückt wurden, gab es unterschiedlichste Freudensäußerungen im Hinblick auf die Fertigstellung der Arbeit. Diese reichten von einem Staunen über Freudenschreie bis hin zur konzentrierten, stillen Fertigstellung des Objektes durch besonders emsige Schüler. Der Schüler, der anfänglich keine Hängematte knoten wollte, lag die meiste Zeit der Präsentation in seinem vollendeten Werk.

Die Schülerin Clara brachte die Idee mit den farbigen Verzierungen in die Gruppe ein und hat viele Klassenkameraden inspiriert. Mit eigenen Ideen verfeinerten sie zuletzt noch das Aussehen der Matten, die dann von der gesamten Loheland Schulgemeinschaft bewundert wurde.

Für Frau Henrion, die dieses Thema nach ihrer Fortbildung in einer 7. Klasse das erste Mal unterrichtete, war die größte Herausforderung die Schüler immer wieder zu motivieren, damit die Hängematten auch wirklich zum Ende des Schuljahre fertig werden. Der Schüler Michel sagte stellvertretend für viele seiner Mitschüler: „Schön, Frau Henrion, dass Sie dran geblieben sind.“

 

Ja, wo bleibt denn da die Gemütlichkeit?

Die Gemütlichkeit stellt sich erst ein, wenn die Jugendlichen stolz in ihren Hängematten liegen und auf das Jahr zurückblicken.
 

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