Aus einem Hammer entsteht ein kleines Schnitzbeil

Ein Beitrag von Peter Kujer

Schmiedearbeit als Anregung für die Arbeit in der Oberstufe

Ich war auf der Suche nach einem Werkstück für eine Schmiedeepoche für Schüler, die sich bereits Erfahrungen im Schmieden erworben haben. Es sollte ein brauchbares Werkzeug entstehen, das man auch gerne benutzt.

Da es nicht einfach ist, einen geeigneten Werkzeugstahl zu finden, entschloss ich mich als Ausgangsmaterial einen gewöhnlichen Schlosserhammer, der ja aus Werkzeugstahl gefertigt ist, zu verwenden. Welche genaue Zusammensetzung der Stahl bzw. der Hammer hat, wusste ich natürlich nicht, aber soviel war klar, er ist aus Werkzeugstahl und kann daher in jedem Fall gehärtet werden.

Da man die Hämmer als Ausgangsmaterial mit ganz unterschiedlichen Gewichten bekommt, hat man den Vorteil, dass man die Schnitzbeile mit genau dem Gewicht schmieden kann, das man später gerne hätte. Denn leider findet man ja auf dem Markt nicht immer die Beile mit dem entsprechenden Wunschgewicht.

 

Die Arbeitsschritte:

Zuerst wurde der Stiel kurz hinter dem Auge abgesägt. Um das recht kleine Werkstück beim Erwärmen gut in der Glut führen zu können, habe ich an die Finne ein Rundeisen angeschweißt. Die Hammerbahn wurde nun zu einer Beilklinge um geschmiedet.

Im nächsten Schritt wurde mit einer Feile die Schneide am Schraubstock gefeilt.
Bei meinem letzten Sicherheitslehrgang wurde nachdrücklich darauf hingewiesen, dass die Schüler erst ab einem gewissen Alter mit Maschinen arbeiten dürfen. Also nahm ich mir vor, diesmal das Werkstück auch ganz ohne Einsatz von Maschinen herzustellen. Bei der Handarbeit erlebte ich, dass es auch sehr viel angenehmer ist, statt der Schleifmaschine die Feile zu benutzen. Der Arbeitsprozess mit der Feile ist sehr viel langsamer und dadurch für die Schüler auch viel besser zu kontrollieren, es entsteht kaum Lärm und es gibt keinen Funkenflug.

Als nächstes wurde die Finne des ursprünglichen Hammers kurz hinter dem Auge mit der Bügelsäge abgesägt und mit der Feile entgratet. Nun musste die Klinge noch im Wasserbad gehärtet und angelassen werden. Als Anlassfarbe für die Holzbearbeitung hat sich Strohgelb bewährt.

Der zuvor abgesägte Stiel wurde wieder eingepasst und sogar der entsprechende Keil wurde wieder verwendet. Die Beilklinge noch bürsten, etwas ölen, damit sie vor Flugrost geschützt ist und fertig ist das Schnitzbeil. Bei diesem Werkstück wird neben dem Freischmieden auch die Technik des Härtens und des Anlassens geübt.

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