Das Makedonische Zeitalter: Volk und Land.

Makedonien entwickelte sich bis ins vierte Jahrhundert v. Chr. unabhängig von seinen Nachbarn. In unabsehbarer Ausdehnung war das Land noch immer mit Hochwald bedeckt, in dem man neben dem Eber und dem Bären auch den Auerochsen jagte. Die Bevölkerung wohnte dünngesät in offenen Ortschaften. Die Küste war mit einem reichen Kranz von hellenischen Städten gesäumt. Das waldreiche Makedonien war mit seinem Bauholz für die Schiffe sehr begehrt. Die Form der Landwirtschaft und die Witterung sind rau, das Klima bringt schwere Regen im Spätherbst, Schnee im Winter und zur Sommerzeit viel Gewitter. Besonders drückend ist der Nebel über Seen und Wäldern.
Obgleich die Griechen die Makedonen als Barbaren betrachten, waren sie ihnen doch verwandt. Beide Völker gehörten zu den indogermanischen Stämmen. Nur hielten die Makedonen durch ihre frühe Absonderung von den Griechen nicht gleichen Schritt und blieben in ihrer Kultur zurück. Auch ihre Sprache hat sich von der griechischen entfernt, aber doch sind die beiden Idiome so ähnlich, dass die Makedonen leicht das Griechische erlernen konnten, um sich seiner in Wort und Schrift zu bedienen.

Für die Königsherrschaft bestand kein direktes Erbrecht, aber es war ein ungeschriebener Brauch, dass immer der älteste Sohn zum Thronfolger gewählt wurde. Die Herrscher bewiesen alle eine große Griechenfreundlichkeit. Die Hauptstadt Pella wurde zum Zentrum der geistigen Kultur, das viele hellenische Künstler anzog.

Makedonien bemühte sich, jede Machtvergrößerung im Norden, sei es von Sparta oder von Athen aus, zu untergraben, während die Griechen nichts unversucht ließen, um eine Stärkung Makedoniens zu verhindern. Durch diesen Zwang, ständig auf der Hut zu sein, wurde aber Makedonien dauernd angetrieben, das Reich auf jede Weise zu sichern, und wuchs dadurch zur Großmacht heran.

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