Der Raub der Sabinerinnen (Epochenhefttext)

Ein Beitrag von Magdalene Dycke (Freie Waldorfschule Schopfheim)

König Romulus baute mit Hilfe vieler tüchtiger Männer seine junge Stadt „Roma" auf. Neben der mächtigen Stadtmauer entstanden gewaltige Befestigungsanlagen, Tempel, Häuser und stattliche Plätze. Um die neue Stadt zu bevölkern, errichtete er eine Freistatt für alle Flüchtlinge, Ausgestoßenen, Verbannte, Verfolgte und Wagemutige.

Bald strömten von den Völkern der Nachbarschaft Leute aller Art herbei, Gute und Gesindel, und nahmen Rom dankbar als neue Heimstatt an.

Doch das neue Volk bestand überwiegend aus Männern. Wie sollte ohne Frauen und Mütter von Nachkommen die Zukunft der Stadt gesichert sein? Romulus entsandte zu allen umliegenden Völkern Brautwerber. Doch diese wurden nur mit Gespött und üblen Worten zurückgeschickt. Auch die Sabiner als stattliches Nachbarvolk gingen auf die Bitte nicht ein.

 

Daher griff Romulus zu anderen Mitteln:

Bei einem Fest in der neuen Stadt, bei dem viele Familien die herrlichen Bauwerke bewunderten und Wettkämpfen beiwohnten, ergriffen die Soldaten des Romulus ausgewählte Jungfrauen, vor allem aus dem Volk der Sabiner, und brachten sie in die Burg. Die Besucher flüchteten aus der in Aufruhr geratenen Stadt. Die geraubten Sabinerinnen ließen sich bald trösten und fügten sich ihrem Schicksal.

Bei einem Rachefeldzug des Sabiner-Volkes warfen sich die jungen Sabinerinnen in das Kampfgetümmel und erzwangen so das Ende des Kampfes. So kam es zum Friedensbündnis zwischen Sabinern und Römern und Romulus herrschte gemeinsam mit Titius Tatius, dem Sabiner-König, über das nun vereinigte Volk.

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