Wohnen im alten Rom

Ein Beitrag von Wolfgang Aretz (Freie Waldorfschule am Kräherwald/Stuttgart)

Die Stadt bot in der Kaiserzeit Platz für mehr als eine Million Einwohner. Die Ruinen des kaiserlichen Roms geben noch heute einen anschaulichen Eindruck von der Pracht der öffentlichen Bauten. Wer die auf den sieben Hügeln östlich des Tibers erbaute Metropole zum ersten Mal sah, bestaunte sie wie ein Wunder. Im Zentrum breitete sich das Forum aus, ein Komplex mehrerer großer Plätze, gesäumt von imposanten Tempeln sowie ausgedehnten Säulenhallen und überragt von den Kaiserpalästen auf dem Palatin. Längst war das alte Forum überbaut mit Säulenhallen, Basiliken bzw. Gerichts- und Markthallen und Tempeln, die der Concordia, Venus und Roma und den vergöttlichten Kaisern geweiht waren. Triumphbögen und Reliefsäulen erinnerten an Waffenerfolge von Kaisern. Auf dem Forum befand sich das Grab von Romulus, dem legendären Gründer der Stadt. Und man konnte den Blick auf den goldenen Meilenstein werfen, der den Mittelpunkt des Imperiums markierte. Von hier aus wurden die Entfernungen aller Straßen gemessen, die nach Rom führten. Rund um das Forum erhoben sich die öffentlichen Gebäude, errichtet aus Travertin, Marmor und Ziegeln; allein ihre Größe kündete von der Macht und dem Wohlstand des Reichs.

Südlich des Forums erstreckte sich der Circus Maximus, das größte der Stadien in Rom, 250.000 Zuschauer fanden darin Platz.

Im Osten vom Forum ragte das Kolosseum mit seinen 50.000 Plätzen auf, wo zur Unterhaltung des Volkes blutige Spiele abgehalten wurden.

Noch weiter vom Zentrum entfernt gab es die öffentlichen Bäder, die Thermen - insgesamt etwas 170, die wie alle öffentliche Bauten Roms durch ihre Größe und Pracht beeindruckten. Die umfangreichste dieser Anlagen, die Caracalla-Thermen, die vom Kaiser Caracalla zu Beginn des 3. Jahrhunderts errichtet wurden, fasste 3.000 Menschen. Gegen eine geringe Gebühr standen den Römern marmorne Sporthallen, die sogenannten Gymnasien zur Verfügung, in denen sie Ballspiele oder Ringkämpfe veranstalten konnten; des Weiteren gab es Gärten, Bibliotheken und Lesesäle - und natürlich die Badebecken selbst: Schwitz-, Luft-, Heiß- und Kaltwasserbäder.

 

Häuser der Reichen

Nur die Reichsten, knapp ein Zwanzigstel der Bevölkerung besaßen private Stadthäuser bzw. Privatvillen. Diese waren zur staubigen Straße hin durch fensterlose Mauern abgeschirmt; Im Innern gruppierten sich die Räume um ein sonniges Atrium (hier empfing der Hausherr seine Kunden und Geschäftsfreunde ganz früh am Morgen) und schattige Gärten. Zentrum des hinteren Teils der Villa war das „Peristyl", ein ungeheuer kunstvoll angelegter Garten mit möglichst exotischen Büschen, Sträuchern und Bäumchen, Blumen, Statuen und Springbrunnen. Diesen Park umgaben majestätische Säulengänge (säulenumstandene Gärten), an die sich weitere Räumlichkeiten anschlossen. Die Häuser hatten für ihre Bäder und Toiletten sogar eine eigene Wasserversorgung. Ähnlich wie die großen Bäder wurden die Villen mit Warmluft beheizt, die durch Hohlräume unter den Fußböden und in den Wänden geleitet wurde. Mit der Pflege dieser phantastischen Anlagen hatte die herrschaftliche Familie natürlich nichts zu tun. Die standesgemäßen Beschäftigungen waren u. a. Gäste empfangen, sich unterhalten, politisieren, philosophieren, sich wohl sein lassen.

Außerdem zogen sich die Reichen gerne auf ihre Landsitze in Orten wie Herculaneum oder Pompeij zurück, um der Hitze und dem Staub von Rom zu entfliehen. Ihre Villen waren geschmackvoll und komfortabel eingerichtet. Pracht und Luxus derselben kennen wir aus Pompeji, das wie die Nachbarstadt Herculaneum 79 n. Chr. bei einem Ausbruch des Vesuv von Asche zugeschüttet und konserviert wurde. Mosaikfußböden, Fresco-Malereien an den Wänden, Bibliotheken und Skulpturen schmückten die weiträumigen Gemächer, von wo der Blick auf parkartige Gärten mit Statuen, Fontänen und Marmorpavillons fiel. Breite Prachtstraßen, lauschige, platanenumsäumte Alleen gab es nur im Zentrum und in den Stadtteilen der Reichen.

 

Stadtviertel bzw. Wohnungen der Ärmeren

Wie Athen entwickelte sich auch Rom eher planlos, so dass die Stadt schließlich viele dunkle und enge Gassen besaß. Die Straßen waren alles in allem 90 km lang, die meisten von ihnen hatten keine Bürgersteige. Im Zentrum gab es nur die Via Sacra und die Via Nova, die breit genug waren, dass Fahrzeuge aneinander vorbeifahren konnten. Einige von ihnen waren so schmal, dass sich hervorspringende Balkone oder obere Stockwerke fast berührten. Die Straßen waren schmutzig und verseucht, denn aller Abfall wurde dort ausgeleert. Ein Passant konnte durchaus von Abfällen getroffen werden, die aus einem hochgelegenen Fenster gekippt wurden. Es gab sogar Gesetze, in denen die Höhe der Schadensforderung in solchen Fällen geregelt wurde. Julius Cäsar ließ eine Verordnung bekanntgeben, in der die Bewohner dazu aufgefordert wurden, vor ihren Häusern zu fegen. Stadtmagistrate sollten Stadtreinigungstruppen organisieren, die die Straßen sauberhielten. Viele Römer wurden bei Verkehrsunfällen getötet oder verstümmelt, weil die Straßen zu eng waren oder keine Bürgersteige hatten. Die Straßen wurden so gefährlich, dass Cäsar Wagen tagsüber aus der Stadt verbannte; nur offizielle Fahrten waren erlaubt. Damit schuf er zwei getrennte Welten, die normale Welt des Tages und die unheimliche Welt der Nacht. Kein unbescholtener Bürger ging nachts aus. In der Dämmerung verbarrikadierte man sich und überließ den Fuhrwerken die Straße. Ohnehin fuhr niemand unbewaffnet, denn die Straßen waren unbeleuchtet und voller Räuber. Doch selbst ohne die Wagen waren die Straßen tagsüber überfüllt und es mussten weitere Gesetze verabschiedet werden, die es Händlern untersagte, ihre Waren auf den Straßen anzubieten.

Bei einem nur kurzen Rundgang hätten wir die geballte Mannigfaltigkeit der Bevölkerung dieser Stadt bemerkt und die Gewundenheit und Unzugänglichkeit der planlos angelegten Straßen wäre uns aufgefallen, Einige Straßen hatten eine Breite von 5 - 6 Metern; die meisten aber waren gewundene Gassen im orientalischen Stil.

Wegen der drangvollen Enge gab es am Tage in der Stadt ein allgemeines Fahrverbot. So hallte die Nacht wider vom Rumpeln der Räderkarren auf hartem Pflaster und vom Geschrei der Fuhrleute, die sich Platz verschaffen mussten. Schon damals beklagten sich Reisende, dass die Karren, die über das holperige Pflaster polterten, keinen Schlaf aufkommen ließen (Juvenalis: „Hier sterben viele, weil die Schlaflosigkeit sie krankgemacht hat; sehr reich muss man sein, um in Rom schlafen zu können und am Tage macht das Volksgedränge das Gehen zu einer Art Krieg.

 

Mir Eiligem hemmt die vor mir flutende Menge den Schritt, und hinter mir drückt das Volk in Scharen nach.
Der eine stößt mir den Arm in die Weite, jener ein hartes Brett;
bald trifft mich ein Balken am Schädel, bald ein Ölfass.
Kot bespritzt meine Waden, von allen Seiten bekomme ich
Tritte von mächtigen Sohlen, und bald pflanzt mir in die Zehen
ein großer Soldat die Nägel seiner Stiefel.

(Iuvenal)

 

Eine Straßenbeleuchtung gab es nicht; wer sich in der Dunkelheit hinausjagte, nahm eine Laterne mit oder ließ sich den Weg von fackeltragenden Sklaven beleuchten; vor diebischem Gesindel musste man sich in Acht nehmen. Seit Augustus bekämpfte man die hohe, durch krasse Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit begünstigte Verbrechensrate durch den Einsatz von Polizeisoldaten und das rund um die Uhr: Die Türen wurden mit Schlössern und Schlüsseln verschlossen; die Fenster wurden in der Nacht verriegelt, und im Erdgeschoss waren die Fensteröffnungen damals wie heute durch Eisengitter geschützt. Iuvenal schildert auch die Gefahren, die durch flüssige oder feste Gegenstände kamen, die aus den Fenstern der oberen Stockwerke geflogen kamen. Er meint, nur ein Narr ginge auswärts speisen, ohne vorher sein Testament gemacht zu haben.

Es gab keine öffentlichen Verkehrsmittel, welche die Arbeiter an ihre Arbeitsstätten brachten. So wohnten die meisten Angehörigen der Plebs in Mietskasernen aus Ziegelstein in der Nähe der Stadtmitte oder in Zimmern hinter oder über ihren Werkstätten.

Wenige Meter entfernt von markanten Punkten wie dem Forum ging es auch schon los: verwinkelte, düstere Gässchen, ohne Straßenbezeichnungen und zum großen Teil unbefestigt, z. T. heruntergekommene Mietshäuser von atemberaubender Höhe. Verstopfte Straßen unter von Haus zu Haus gespannten Wäscheleinen, spielende Kinder im Straßendreck. Die breite lebte Masse in drei- bis vierstöckigen oder noch höheren Mietshäusern (insulae = Inseln) aus Holz und Ziegelwerk schmucklos gebaut, die zu beiden Seiten von Straßen begrenzt wurden. Da es keine Bauverordnung gab, bauten die Vermieter höher und höher. Augustus führte eine Höhenbegrenzung von 18 Metern ein, was 5 Stockwerken entspricht. Anscheinend wurde diese Verordnung nicht befolgt, denn nach dem Feuer im Jahre 64 n. Chr. wurde ein neues Gesetz verabschiedet, das die Höhe auf 21 Meter begrenzte (es wurde der instabilere Schlammziegel durch ziegelsteinverputzten Zement ersetzt) und ein Abstand von 3 Metern zwischen den Gebäuden wurde angeordnet. Das Gesetz regelte auch, dass die nebeneinander liegenden Gebäude Flachdachanbauten bekamen, damit die Arbeit der Feuerwehr erleichtert wurde.

So eine Mietskaserne nahm gewöhnlich ein ganzes Häuserviereck ein und wurde darum insula, Insel, genannt. Viele hatten sechs bis sieben Stockwerke und waren dermaßen schlecht gebaut, dass mehrere Einstürze vorkamen, bei denen Hunderte den Tod fanden. Die Menschen in diesen Gebäuden waren dort auf engstem Raum zusammengepfercht. Viele Hausbesitzer vermieteten nur einzelne Zimmer, andere bauten Teile ihrer Häuser als Wohnungen aus. Meist schliefen in einem winzigen Raum 5 oder noch mehr Personen, und der Lärm in diesen Gebäuden war überwältigend. Es waren die Massenquartiere für kleine Handwerker, Händler oder die Tagelöhner, die das Proletariat der Hauptstadt bildeten, von öffentlichen Lebensmittelspenden lebten und im Circus, Kolosseum und Amphitheater den Ton angaben. Seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. gab es solche Häuserblöcke in Rom. Was die Einrichtung anbelangt, so waren ein einfacher Tisch, Strohsäcke als Bett und einige Töpfe bei den armen Schichten alles. Bei kühlem Wetter mussten sie frieren. Heizen konnte man nur durch Verbrennen von Kohle oder Holz in flachen Becken. Immer wieder entstanden verheerende Brände, die unzählige Male Mietshäuser niederbrannten, obwohl seit Augustus eine Feuerwehr eingerichtet worden war. Ursprünglich waren diese Häuser aus „Opus craticum" gebaut, ein Holzfachwerk, gefüllt mit Schottergestein und Mörtel, was zwar billig, aber sehr leicht entzündlich war. Sie konnten auch ganz unerwartet zusammenstürzen.

Das oberste Geschoss war oft durch Bögen mit dem gegenüberliegenden Haus verbunden, die Durchgänge mit zusätzlichem Wohnraum enthielten. Im ersten Geschoss gab es Balkone. In den Erdgeschossen reihte sich Laden an Laden, deren Besitzer laut mit ihren Kunden feilschten. Auch die Sauberkeit in den Mietsblöcken ließ zu wünschen übrig.

In manchen Häusern gab es Wasser im Erdgeschoss. Wer jedoch in den oberen Stockwerken wohnte, musste das Nass über viele Stufen schleppen oder Wasserträger bezahlen, die diese Arbeit übernahmen. Außerdem gab es keinerlei Sanitäranlagen. Die Leute suchten öffentliche Toiletten auf oder benutzten die großen Gefäße, die vor den Läden der Stoffwalker aufgestellt waren: Urin wurde nämlich zum Aufweichen der Wollfasern verwendet. Oder man kippte den Inhalt der Nachtgeschirre kurzerhand aus den Fenstern. Diese Unsitte war so sehr verbreitet, dass sie nicht selten zu Prozessen führte.

Es herrschte ausgesprochene Wohnungsnot. Die überteuerten Mieten konnten oft nur dann aufgebracht werden, wenn die Familien in die ohnehin zu kleinen Wohnungen noch Untermieter hineinnahmen. Genau wie heute gab es bessere und schlechtere Mietshäuser. Die Häuser der gehobenen Kategorie legten Wert auf gefälliges Äußeres. Die Fassaden wurden durch abwechslungsreiche Verwendung von Holz, Marmor und Ziegel gestaltet, begrünte Dachterrassen, Arkaden oder Säulengänge, große Fensterläden (meist mit Holzläden oder Vorhängen; nur in den vornehmen Häusern gab es ab der Kaiserzeit auch manchmal eingesetzte Glasplatten) vermittelten den Eindruck einer „komponierten" Anlage. Hier befanden sich im Erdgeschoss oft Luxuswohnungen, die in ihrem Komfort eher einer Villa ähnelten als einer Mietsunterkunft.

Während der Regierungszeit Trajans von 98 - 117 n. Chr. verwirklichte man im Hafen von Ostia, an der Mündung des Tiber, ein gigantisches Projekt. Die stark angewachsene Bevölkerung wurde in mehrstöckigen Mietshäusern untergebracht, die ohne Zweifel auf dem in Rom üblichen Typus beruhten. In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts wurde ein Großteil der Stadt ausgegraben, und zahlreiche Mietshäuser aus ziegelsteinverputztem Zement kamen zum Vorschein, einige von ihnen sogar mit erhaltenen oberen Stockwerken. Wenn das Gebäude an einer Hauptstraße lag, bestand das Erdgeschoss meistens aus Läden. Dann gab es normalerweise noch einen Zwischenstock für das Lager oder die Wohnung. Teilweise hatten die Wohnungen, wenn sie wohlhabenderen Schichten gehörten, eigene Toiletten. Es gab auch Wohnungen, die Gemeinschaftstoiletten hatten, mit Raum für 9 oder 10 Personen. Die Räume in der Mitte des Gebäudes wurden durch Lichtschächte erhellt. Teilweise waren die Räume in höheren Stockwerken nur mit kleinen Fenstern schlecht belüftet.

Anders als die römischen Häuser, die durch ihre winzigen Fenster charakterisiert werden können, hatten Mietshausblöcke sehr große Fenster. Der Block am Hang des Kapitols besaß außerordentlich große Fenster (2m hoch und 1,3m breit), die die einzigen Lichtquellen für das Gebäude waren. Glas wurde nur in den Mietshäusern für die Wohlhabenderen verwendet. Diese glaslosen Fenster waren wohl mit Stäben aus Eisen oder Terrakotta vergittert und mit hölzernen Fensterläden geschlossen.

Für die Hausgötter gab es einen Schrein (lararium) für die Hausgötter (Laren, die Geister der Vorfahren und Penaten, die Wächter der Vorratskammer). Ihnen wurde am Morgen ein Opfer dargebracht. Oft war es eine Wandnische, geschmückt mit einem Gemälde oder kleinen Statuen der Geister. Ein Tresor, in dem Dokumente und Wertsachen aufbewahrt wurden, befand sich meistens auch im lararium. Alles war meistens im Empfangszimmer einer Wohnung untergebracht.

Im Vergleich zu heute war die Möblierung sehr sparsam. Tische und Stühle wurden oft nach Bedarf von einem Raum in den anderen getragen. Der dreibeinige Tisch war besonders beliebt, da er den größten Vorteil hatte, auf unebenem Boden gut zu stehen. In die Tischbeine wurden gerne Tiergestalten hineingearbeitet. Die Marmortische wurden ebenso gerne mit Stützen in Tierform gemeißelt. Bänke wurden häufig benutzt und allgemein als Sitzgelegenheit der Armen gesehen. Betten lassen sich nicht von Liegen unterscheiden. Das gleiche Möbelstück wurde zum Essen und zum Schlafen benutzt. Trennwände wurden benutzt, um Zimmer zu unterteilen. Diese Trennwände hatten sogar Türen. Auch Vorhänge wurden benutzt, um Zimmer abzutrennen und um Türen oder Schranktüren zu ersetzen. Es gab auch klappbare Trennwände aus Gitterwerk.

Die Küche war meistens hinter dem Atrium, ein kleiner Raum, ausgerüstet mit einem Herd, einem Waschbecken und wahrscheinlich mit Regalen an den Wänden. Der Herd bestand aus einem tischähnlichen Mauerwerk mit einer gewölbten Aussparung, in der Brennstoff, Holzkohle und Spanholz aufbewahrt wurden. Ein kleines Feuer brannte oben auf dem Herd. Essen wurde in einem Topf auf einem eisernen Dreifuß gekocht oder auf einem Rost gegrillt. Vermutlich gab es keine Schornsteine, deswegen musste der Rauch durchs Fenster entweichen.

Die Toilette befand sich oft neben oder in der Küche, so dass sie ein Abwassersystem teilten. Wahrscheinlich wurden die Toiletten mit einem Eimer Wasser gespült, wenn Anschluss an die öffentliche Kanalisation war. Die Lage der Küchen ermöglichte es, das Schmutzwasser aus der Küche zum Spülen zu verwenden.

Im Esszimmer musste kein besonders großer Raum sein, ein gewöhnliches Esszimmer hatte drei Liegen, die an den Wänden standen, die vierte Seite blieb zum Bedienen frei. Auf drei Liegen konnten 9 oder 10 Menschen Platz finden. In reichen Häusern gab es ein Esszimmer für den Winter und eins für den Sommer, welches entweder sehr luftig oder gleich im Garten war. Man konnte wie in manchen Restaurants allerdings auch im Sitzen essen.

Das Gros der Nahrungsmittel musste aus weiterer Entfernung herbeigeschafft werden. Hauptumschlagplatz war der Seehafen Ostia, etwa 20 km flussabwärts an der Tibermündung gelegen. Von dort wurde die Fracht auf Lastkähnen nach Rom transportiert. Aus Italien kamen Wein, Obst, Fliesen und Ziegel; Afrika und Ägypten lieferten Getreide; Spanien lieferte Öl und Blei, Gallien Holz, Wolle und Wild. Ferner wurden Aus Ägypten Papyruserzeugnisse sowie aus Griechenland uns Numidien Marmor eingeführt. Daneben strömte eine Fülle von Luxusgütern nach Rom: Silber und Kupfer aus Spanien, Elfenbein aus Afrika, Gold aus Phönikien und Syrien. Gewürze, Korallen und Edelsteine kamen aus Indien sowie Seide aus China.

Kommentar
14.11.2017 | Julia Dömer | Erzieherin in meinem Kindergarten zu Hause in Südkalifornien
Du bist einfach unglaublich! Es macht Freude, dir zuzuschauen und ich kann mir lebhaft vorstellen, wieviel Spaß es den Kindern macht sich mitzubewegen! Weiter so! Ich spreche es auch mit den Kleinen, aber meine Bewegungen sind viel einfacher.
14.11.2017 | Peter Huth | Klassenlehrer
Ich habe diese Übung zum Auflockern und Durchatmen während der Formenzeichnen- und Schreibepochen in der ersten Klasse durchgeführt. Allerdings im Sitzen und ohne diese vielen Bewegungen. Wichtig war, dass die Kinder nach dem geistigen Tun ins Körperliche wieder hinein kommen. So haben wir beim "Erdedonnern" die Füße im Sitzen heftig aufgetreten, mit ihnen getrampelt, das sollte bis in die Haarspitzen gehen. Das war erfrischend, und dann ging es munter weiter...
Ihr Kommentar