Der Ritt in den Tod

Geschichtlicher Hintergrund

Das junge Rom kämpft gegen die Latiner. Der römische Feldherr Manlius befielt seinen Soldaten, bei Todesstrafe, die Schlachtordnung zu keinem Zweikampf zu durchbrechen. Sein eigener Sohn fühlt sich jedoch durch einen Latiner, der die römische Wölfin zu verhöhnen wagt, beleidigt.  Er verlässt die Zweierreihe und stellt sich dem Duell. Allerdings bezahlt er den Sieg mit dem Tod.

Inhalt der Ballade ist der Jubel des ungehorsamen Siegers bei seiner Ehrenrunde zu Pferde vor der Enthauptung. Die ganze Ballade ist vom Reiterrhythmus im Anapäst getragen.

 

Der Ritt in den Tod

„Greif aus, du mein junges, mein feuriges Tier!
Noch einmal verwachs ich zentaurisch mit dir!
Umschmettert mich, Tuben! Erhebet den Ton!
Den Latiner besiegte des Manlius Sohn!
Voran die Trophä'n! Der latinische Speer!
Der eroberte Helm! Die erbeutete Wehr!        
Duell ist bei Strafe des Beiles verpönt...
Doch er liegt, der die römische Wölfin gehöhnt!
Liktoren; erfüllet des Vaters Gebot!
Ich besitze den Kranz und verdiene den Tod -
Bevor es sich rollend im Sande bestaubt,
Erheb ich in ewigem Jubel das Haupt!"

Conrad Ferdinand Meyer

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