Trajan

Marcus Ulpius Trajanus (* 18. September 53, † 8. August 117), bekannt als Trajan, war von 98 bis 117 n. Chr. römischer Kaiser.

Mit der Eroberung Armeniens, Mesopotamiens und vor allem des Dakerreiches erlebte das Römische Reich unter seiner Herrschaft seine größte Ausdehnung. Im Jahr 116 stand Trajan am Persischen Golf. Kein römischer Kaiser war je so weit nach Osten vorgedrungen und keiner seit Augustus hatte dem Reich so viel neues Gebiet hinzugefügt. Innenpolitisch zielte Trajan durch umfangreiche Bau- und Sozialmaßnahmen auf eine Stärkung Italiens und Förderung der Romanisierung in den Provinzen des Reiches. Mit seiner Expansionspolitik missachtete Trajan den Rat des Augustus, das Reich in seinen gegenwärtigen Grenzen zu belassen. Grund für diesen Rat war offenbar die Vorhersage finanzieller Verluste für das Reich im Falle weiterer Eroberungen.

 

Adoptivkaiser

Mit Trajan kam das vom Senat bekämpfte Adoptionsprinzip wieder zur Geltung. Jeder Kaiser konnte, wenn er sich der Regierung nicht gewachsen fühlte, den geeignetsten Mann zum Nachfolger bestimmen. Tatsächlich hatten die weiteren Nachfolger keine männlichen Erben, schenkten durch ihre Adoption sehr wertvolle Männer dem römischen Thron und führten in der Folge eine segensreiche und fried­volle Zeit für Rom herauf.

Trajan erhielt die Nachricht von seiner Thronerhebung in Köln. Es war kennzeichnend für seinen Charakter, dass er erst seine Aufgabe an der Reichsgrenze, die seit dem Legionsaufstand unter Domitian (88/89) gefährdet schien, zu Ende führte und den Einzug in Rom trotz der Nachricht von Nervas Tod um nahezu zwei Jahreoptimus princeps. Alle verehrten ihn, die Bürger, die in ihm den schüt­zenden Vater sahen, die Soldaten, die ihn als treuen, tapferen, stets hilfsbereiten Kameraden kannten.

Er führte alle wichtigen Verhandlungen im Einvernehmen mit dem Senat und wendete sein besonderes Augenmerk einer sparsam geführten Finanzgebarung zu, um Geld für die gewaltigen Bauten im ganzen Reich freizubekommen. Rom blieb für ihn der Mittelpunkt seines Reiches.

 

Die Dakerkriege

Traian war sich bewusst, dass der mächtige Staat der Daker an der unteren Donau eine ständige Gefahr des Zweifrontenkrieges bildete. Daher bereitete er den Angriff durch den Bau von Heeresstraßen und die Verschiebung der Truppen vom Rhein nach dem Osten sorgfältig vor.

Im Frühjahr 101 reiste der Kaiser zum Heer. Trotz einigen Teilerfolgen konnte aber der Dakerkönig nicht bezwungen werden. Im darauffolgenden Winter drang er über die Donau tief in die römische Provinz ein. Erst im nächsten Jahre konnten die römischen Truppen den feindlichen Wider­stand brechen und die dakische Hauptstadt Sarmizegetusa bedrohen. Da ergab sich Dekebalos bedingungslos, musste alle Überläufer aus­liefern und alle Eroberungen abtreten. Dakien wurde römischer Klientel­staat, der Kaiser feierte einen glänzenden Triumph und fügte zu seinem alten Beinamen Germanicus noch den neuen Dacius dazu. Als aber Dekebalos auch jetzt noch nicht ruhte, setzte Traian bei Turn-Severin auf der von Apollodoros gebauten Brücke über die Donau und besetzte die Hauptstadt. Da gab Dekebalos jeden Widerstand auf und beging Selbstmord. Dakien wurde römische Provinz.

Bald blühte in der ganzen Gegend italisches Leben auf den Trümmern des Dakerstaates, und besonders die Goldgruben im Gebiet des Marosch zogen Einwanderer an. Die Bevölkerung nahm bald römische Kultur und Sprache an und blieb seither bis in unsere Gegenwart romanisch.

 

Sieben ruhige Jahre

Nach dem Dakerkriege kamen sieben ruhige Jahre, in denen Traian seine friedliche Tätigkeit für das Wohl des Staates fortsetzen konnte. Trotz den Aufwendungen für einen langen Krieg vermochte er bei weiser Sparsamkeit die Steuerlast noch weiter zu ermäßigen. Er erweiterte die von seinem Vorgänger begründete Erziehungsstiftung, aus der er für Knaben bis zum 18., für Mädchen bis zum 14. Lebensjahre Beihilfen gewährte. Die Verarmung suchte er durch verschiedene Maßregeln zu steuern, die besonders den Bauern zugute kamen.

 

Tod

Der Kaiser machte in Asien Eroberungen und gewann die Provinzen Arabien, Armenien, Mesopotamien und Syrien dem Reich. Auf dem Rückzug erkrankte der greise Herrscher, der alle Strapazen, Märsche und Gefahren mit seinen Soldaten geteilt hatte, schwer. Er übergab seinem Neffen Hadrian den Oberbefehl über die römische Hauptarmee in Syrien und ließ sich zur kilikischen Küste hinabtragen, von wo er nach Rom zu fahren gedachte. Der Senat der Hauptstadt bereitete den größten Triumphzug seit Augustus vor. Da wurde Traian am Gestade Kilikiens in Selinus 117 vom Tod ereilt, 64 Jahre alt, nach einer Regie­rungzeit von 19 Jahren. Seine Asche wurde nach Rom gebracht und im Sockel der großen Säule beigesetzt. Dazu war eine besondere Bewilligung nötig, weil es nach dem Zwölftafelgesetz in Rom nicht gestattet war, einen Toten, wenn er sich auch noch so große Verdienste erworben hatte, innerhalb der Mauern zu bestatten.

 

»der Beste«

Traian ist die edelste Gestalt unter den römischen Caesaren. Mit der Humanität, dem Ehrgefühl, der Kühnheit, Furchtlosigkeit und dem umfassenden Blick eines Julius Caesar ausgerüstet, war er diesem durch die Reinheit und Bescheidenheit seines Privatlebens und die Gesetzlichkeit seiner Regierung überlegen. Daher prangt neben den Ruhmestiteln, die ihm seine Siege einbrachten, mit Recht der Beiname »der Beste«, den er für seine friedliche Tätigkeit erhielt, und wenn später ein Kaiser die Regierung antrat, so wünschte man ihm Glück mit den Worten: »Sei glücklicher als Augustus, besser als Traian.«

 

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