SCHWEIZ: die Alpen (Entstehung und Leben)

Das höchste Gebirge in Europa sind die Alpen. Ihr höchster Gipfel ist der Mont Blanc mit 4810 Metern. 128 Berge sind Viertausender. Auch Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze, liegt mit 2962 Metern in den Alpen.

 

Ursprünglich ein Meer

Man wird es nicht für möglich halten, aber dort, wo wir heute die Alpen sehen, war einst ein Meer. Wie kann man sich das erklären? In bestimmten Gesteinsschichten der Alpen findet man heute sogar noch verschiedene Versteinerungen von Meereslebewesen. Wir müssen sehr weit in der Geschichte zurückgehen, um dieses "Wunder" begreifen zu können.

Alles auf der Erde ist in Bewegung, selbst die Kontinente stehen nicht still. Sie bewegen sich allerdings sehr langsam. Wenn die Ausläufer der Kontinente tief im Meer zu stark aufeinanderdrücken und zum Beispiel ruckartig nachgeben, entstehen Erdbeben. Zwischen Europa und Afrika liegt heute das Mittelmeer. Auch die europäische und afrikanische Kontinentalplatte drückten aufeinander. Der italienische Stiefel hat den Druck weitergegeben und an seiner schwächsten Stelle - an seinem Ende die Gesteinsschichten halbkreisförmig aufgehäuft. Das heißt der Meeresboden wurde nach oben gedrückt. Dazu ein kleines Experiment: Wenn man seine Handflächen auf den Tisch legt und mit den Fingerspitzen kräftig gegeneinander drückt, dann halten die Finger dem Druck irgendwann nicht mehr Stand und heben sich vorne an. Ähnlich können wir uns die Entstehung der Alpen vorstellen. Der Druck der Kontinentalplatten war so riesig, dass sich die Gesteinsschichten an der schwächsten Stelle nach oben schoben. Und weil sich auf dem früheren Meeresboden unzählige Kalkmuscheln und tote Meerestiere abgesetzt hatten, sind die Alpen verständlicher Weise heute ein Kalkgebirge.

Die Kontinentalverschiebung und die Gebirgsbildung der Alpen sind noch nicht zu Ende. Afrika und Europa bewegen sich immer noch mit einer Geschwindigkeit von fünf Zentimetern pro Jahr aufeinander zu. Eigentlich müssten die Alpen auch heute noch dementsprechend 1-2 cm pro Jahr wachsen. Regen, Wind und Eis nagen jedoch ständig am Gebirge, sodass auch wieder Erde und Gestein abgetragen wird. Pro Jahr wachsen die Alpen heute etwa um einen Millimeter.

 

Klimascheide Europas

Die Alpen sind eine der wichtigsten Klimascheiden Europas, und trennen das atlantische Klima von dem mediterranen Klima. An den Alpen stoßen die Westwinde mit milden, feuchten Luftmassen vom Atlantik an. Ebenso die kalte Polarluft vom Norden, die trockenen kontinentalen Luftmassen aus dem Osten und die warme mediterrane Luft von Süden. Die Alpen selbst haben aufgrund ihrer Zerklüftelung ein sehr kleinräumiges Klima und Wettergeschehen.

 

Ein hartes Leben, selbst für Romantiker

Die Alpen erscheinen uns mit ihren einsamen Höhen, schneebedeckten Gipfeln und blühenden Bergwiesen majestätisch und romantisch schön. Doch von unberührter Natur keine Spur. Die beschaulichen Almen und lichten Berghänge sind von Menschenhand geschaffen. Harte, mühsame Arbeit über Jahrtausende war notwendig, um die Alpen so zu kultivieren, wie wir sie heute kennen.

Das Leben als Bauer war anstrengend und hart. Je höher man steigt, desto niedriger werden die Temperaturen. Getreide lässt sich nur in den Tälern anbauen. Nicht selten leben die Menschen einen Teil des Tages im Schatten eines anderen Berges. Auch das Getreide erhält dann weniger Sonnenlicht. Die Erträge fallen entsprechend mäßig aus. Die Wiesen sind steil. Will man Heu für den Winter machen, braucht man dazu besondere Mähmaschinen oder man benutzt noch immer die Sense. Das Vieh lässt man im Sommer in den höheren Lagen grasen. Im Mai wird das Jungvieh auf die Alm getrieben. So nennt man die Bergwiesen. Mit zunehmender Kälte werden auch die Pflanzen kleiner. Bald ist die Baumgrenze erreicht. Oben auf den Gipfeln wächst nichts mehr. Man sieht nur noch den nackten Fels.

Früher waren viele Höfe nur zu Fuß zu erreichen. Es gab eine Materialseilbahn, mit der man die Milch der Kühe herunter und andere Lebensmittel wieder hinaufbeförderte. Allerdings versuchte man, so viel wie möglich von dem, was man zum Leben brauchte, selbst herzustellen. Heute führen Straßen zu den Höfen. Trotzdem können Bergbauern von ihrer Arbeit nicht mehr leben. Oft betreiben die Frauen noch etwas Landwirtschaft, während der Mann im Tal in Industrie oder Handwerk Arbeit sucht. Gerne vermietet man auch an Touristen, die die Ruhe und den Blick der Alpen genießen wollen, in der Urlaubszeit ein Zimmer.

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