Spiele zur phonologischen Bewusstheit

Ein Beitrag von Simone Waschelitz (Freie Waldorfschule Görlitz)

Um Wörter lautgetreu schreiben zu können, muss das Kind wissen, welche Laute zu hören sind. Und dabei geben sind im lebendigen Sprachfluss eine Vielzahl von Lauten und Färbungen zu hören, die mit den Buchstaben des Alphabets nur reduziert wiedergegeben werden können. Um zu Schreiben ist hier die Fähigkeit zu abstrahieren und analytisch zu hören gefragt. Manche Kinder können das in der ersten Klasse schon prima, andere sind da noch sehr unsicher. Das Überhören von Lauten ist später ein häufiges Problem von Kindern, die als legasthenisch gelten. Neben allgemeiner Schulung zur Hörwahrnehmung und guter Sprachpflege kann es hilfreich sein, den Kindern durch kleine Spiele wie diese Anregungen zu geben.
 

1. Der Lautefinder

Zuerst wird verabredet oder vorgegeben, welcher Laut gesucht wird und ein Zeichen dafür, ob der Laut in einem Wort ist oder nicht. Zum Beispiel ist das „P" gesucht.Einige Kinder sind die Lauschewichtel, die sich mit den Lauten auskennen. Ein Kind kommt zu den Lauschewichteln, um sie zu befragen. Es nennt das von ihm gewählte Wort - z. B. Tulpe. Das „P" wird von den Lauschewichteln bestätigt indem alle auf die Bank steigen. Enthält das Wort kein „P" setzen sich die Lauschewichtel hin. Nun kann das nächste Kind fragen.

Erweiterung: Der Laut klingt am Anfang des Wortes -  Die Lauschewichtel stellen sich vor die Bänke, Mitte des Wortes - stehen auf der Bank, Ende des Wortes - stehen hinter der Bank, der gesuchte Laut ist nicht darin - sitzen auf der Bank. Das Spiel ist auch in einer inklusiven Klasse brauchbar, da Kinder, die unsicher sind entweder als  Lautwichtel von den anderen mitgezogen werden oder auch genauso die Frager sein können.
 

2. wir reisen nach ....

„Liebe Kinder, wir reisen heute in ein besonderes Land und packen besondere Dinge in unseren Koffer. Ich bin Frau Müller und habe Mehl dabei, damit kann ich gut reisen." Hier kommt es auf die Lautgleichheit des Anlautes von Namen und Ding an.
Varianten:
  • Lautgleichheit von Ende und Anfang (Müller - Rutsche)
  • Lautgleichheit beider Enden: (Müller - Speer, schwierig!)
  • Reimwörter
  • Ein Wort, das mit „O" beginnt / endet/ ...
Jedes Kind überlegt für sich, was es einpacken möchte und gemeinsam wird dann für alle überlegt, denen noch nichts eingefallen ist.
 

3. Ich sehe was was Du nicht siehst, ...

... und das fängt mit  „..." an. Dieses Spiel geht nach den bekannten  „Ich sehe was, was du nicht siehst" Regeln.
 
Viel Freude!
 
 
 
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