Die Wühlmause und die Wurzel

Ein Beitrag von Viktoria Lösche

Das folgende Gedicht erschien mir passend für den Anfang der 2. Klasse, wenn es mit dem Lesen für viele Schüler/innen noch recht schwierig ist:

Die Wühlmaus
Fred Endrikat

Die Wühlmaus nagt von einer Wurzel
das W hinfort bis an die -urzel.

Sie nagt dann an der hintern Stell´
auch von der -urzel noch das l.

Die Wühlmaus nagt und nagt, oh weh,
auch von der -urze- noch das e.
Sie nagt die Wurzel klein und kurz
bis aus der -urze- wird ein -urz-

Die Wühlmaus ohne Rast und Ruh
nagt von dem -urz- auch noch das u.
Der Rest ist schwer zu reimen jetzt,
es bleibt zurück nur noch ein -rz-.

Nun steht dies -rz- im Wald allein.
Wühlmäuse sind so gemein!

Da ich das Gedicht nicht so „gemein“ enden lassen und den Vorgang des „Erlesens“ deutlicher machen wollte, habe ich eine Fortsetzung geschrieben. Logischer Weise muss das ganze Gedicht nun „Die Wurzel“ oder „Die Wühlmäuse und die Wurzel“ heißen.


Fortsetzung
V. Lösche

Doch das -rz- hat noch viel Kraft,
hat sieben Wochen lang geschafft.
Erst wuchs das e und dann das u,
danach kam auch ein l dazu.

Zum Schluss mit einem schönen W
sprosst neu die Wurzel in die Höh!

Für die Aufführung zur Monatsfeier habe ich vier simple Mausmasken aus farbigem Karton hergestellt. Diese werden wie eine Schirmmütze getragen, was nach oben den Blick verstellt, nach unten und zu den Seiten aber genug Sicht erlaubt, um sich auf der Bühne zu orientieren. Die Augen sind nur aufgemalt, der Hutgummi wird um den Hinterkopf gelegt.

Außerdem werden neun weiße Buchstabenkarten (mind. 40 x 40 cm) gebraucht. Vier davon sind einzeln. Hinter dem „RZ“ sind die anderen vier so aneinandergeklebt, dass man sie in der Reihenfolge, die der Text vorgibt, ausklappen kann.

Aufführung:

Die Klasse stellt sich auf wie beim gemeinsamen Sprechen üblich. Vorne rechts und links je zwei Mäuse, die Kinder mit den Buchstabenkarten in der Mitte. Das Wort „Wurzel“ ist von links nach rechts zu lesen. Während des ersten Teils des Gedichts kommt an den entsprechenden Textstellen je eine Maus, nimmt eine Karte weg, tut so, als benage sie diese, trippelt wieder an ihren Platz und lässt die Karte verschwinden.

Beim zweiten Teil des Gedichts werden die Karten hinter dem „RZ“ an den entsprechenden Stellen auseinander geklappt, so dass zum Schluss das Wort „Wurzel“ von oben nach unten zu lesen ist. Das Ausklappen und Festhalten ist nicht so einfach und muss von zwei bis drei Schüler/innen ausgeführt werden.

Wichtig beim Sprechen ist es, das (gemäßigte) Tempo beizubehalten, damit die Akteure mit der Zeit klarkommen. Nach dem Wort „gemein“ habe ich die Kinder einmal kräftig aufstampfen lassen. Ein Schüler schlug vor, auch am Schluss des zweiten Teils zu stampfen und „Yeah!“ zu rufen.

Genau so haben wir es schließlich gemacht. Yeah!

viktoria.Loesche@t-online.de

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