Schüler benutzen den Duden im Diktat!

Ein Beitrag von Horst Hellmann

Lehrer sollten sich nicht ärgern und die Schüler bestrafen, wenn sie voneinander abschreiben, sondern ich sehe es als positiv an, wenn ein Schüler sich unsicher fühlt und Hilfe sucht; es ist eher bedenklich, wenn man sicher zu sein glaubt, es aber nicht ist und deshalb Fehler macht.

Die Schüler können ohne Angst und ohne zu betrügen Diktate schreiben!

Ich hatte als Klassenlehrer in der Klasse immer einige Duden zu stehen, in denen am Ende des Diktates die Schüler fragliche Wörter nachschlagen konnten. Sie hatten sich beim Diktieren an die Wörter, bei denen sie unsicher waren, ein Zeichen gemacht, damit der Arbeitsfluss nicht aufgehalten wurde. Am Ende des Diktates holten sie sich einen Duden und suchten die Wörter. Nach der Benutzung des Duden schrieben sie unten z.B. „Nachgeschlagen: 3", was aber nicht negativ bewertet wurde, sondern eher an die Vorgehensweise der Erwachsenen heranreicht, die auch im Duden nachschlagen, wenn sie unsicher über die Schreibweise sind und sich keinesfalls dessen schämen würden.

Auch im Rechnen kann man manchmal eine Rechenarbeit schreiben lassen, wo es erlaubt ist, sich beim Nachbarn Rat zu holen. Man kann „Knacknüsse" aufgeben, die es erfordern, im Team die Lösung zu finden und individuelle Lösungswege zu entdecken.

Fehler dürften nicht bestraft werden, sondern sie sind Ansporn zum forschenden Lernen.

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