Vielfalt sprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten (Epoche Kl. 7)

Ein Beitrag von Iris Weinert

Ich möchte hier eine Auswahl an Aufgabenstellungen meiner letzten Deutschepoche in der 7. Klasse mit Ihnen teilen. Besonders in der 7. Klasse, wo sich scheinbar die spachliche Ausdrucksvielfalt auf wenige ausdrucksstarke Wörter reduziert, ist als Gegenbewegung trotzdem eine große Sensibilität für diesen Bereich vorhanden. Um diese hervorzulocken, stellte ich in der Epoche u.a. die folgenden Aufgaben.

 

Was die Epoche erreichen möchte:

- die Vielfalt von sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten erarbeiten
- Spannungselemente herausarbeiten und üben
- ein Gefühl für Spannungsbögen in Kurzgeschichten bekommen

 

Langweilige Kurzgeschichte

Aufgabe: Als Einstieg - Schreibe bewusst einen Text, der von vorne bis hinten langweilig ist, also keine Spannung aufweist. Das ist gar nicht so einfach
Thema: Mein Abend in der Badewanne
Länge: 1 DIN A4 Seite normale Schriftgröße

 

Beispiel von Lisa:

"Ich überlegte mir am Abend ein Bad zu nehmen. Mein Badezimmer hat weiße Kacheln und meine Badematte hebt sich blau davon ab. Ich achte immer schön darauf, dass hinterher alles zum Abtrocknen bereitliegt. Während ich mich entkleide, lasse ich schon einmal das Wasser einlaufen. Zwischendurch prüfe ich die Temperatur, ich mag es nicht, wenn es nur mittelmäßig warm ist. Draußen höre ich durchs offene Fenster vom Nachbarn eine Musik, die er ständig hört und mir schon zu den Ohren rauskommt. Fast hätte ich vergessen die Badeessenz ins Wasser zu geben. Schnell verteile ich sie und es bilden sich wunderbare Schaumberge. Sie wachsen fast bis zum Badewannenrand. Dann stelle ich das Wasser aus und prüfe noch ein letztes Mal die Temperatur. Sie ist richtig. Es tut gut, sich in das warme Wasser gleiten zu lassen. Manchmal tropft noch in unregelmäßigen Abständen ein Wassertropfen aus dem Hahn nach. Hier liege ich nun mit geschlossenen Augen im Wasser, fast wäre ich eingeschlafen. Eine halbe Stunde ist vergangen. Schnell nehme ich mein Badetuch und trockne mich ab. Die Musik von Nebenan ist nicht mehr zu hören."

 

Frage: Was macht einen Text langweilig?

Wir trugen an der Tafel zusammen

• allzu Alltägliches
• zu viele Nebensächlichkeiten
• Leser kann sich nicht identifizieren
• keine Zusammenhänge
• wenig Bewegung oder Aktion
• kein Mitdenken oder vorstellen seitens des Lesers erforderlich

 

Aufgabe: Erstelle eine neue Liste und formuliere entsprechend der oberen Punkte immer das Gegenteil.

Was macht einen Text interessant

• von Besonderem berichten
• mit Wesentlichem beschäftigen
• Leser muss sich identifizieren können
• Zusammenhänge schaffen
• viel Bewegung oder Aktion
• Leser sollte zum Mitdenken und Vorstellen angeregt werden.

 

Interessante Kurzgeschichte

Aufgabe: Schreibe eine möglichst interessante Kurzgeschichte zum gleichen Thema.
Thema: Mein Abend in der Badewanne
Länge: 1 DIN A4 Seite

 

Beispiel von Jara:

Draußen regnet es in Strömen. Klitschnass stolpere ich zur Tür hinein. Allein von der 100 m entfernten Bushaltestelle bis hierher bin ich bis auf die Knochen durchnässt. Ich klappere mit den Zähnen vor Kälte.

Was ich jetzt brauche ist ein heißes Bad. Vielleicht gönne ich mir ausnahmsweise einmal die verbotene Badeessenz von meiner Tante. Sie hatte schon manche Warnung ausgesprochen, um zu vermeiden, dass ich sie nehme. Die Essenz muss sehr teuer gewesen sein. Bibbernd laufe ich ins Bad und drehe die Heizung und den Badewannenhahn voll auf. Ich ziehe mich aus und prüfe mit den Händen die Wassertemperatur. Dann sehe ich mich nach der verbotenen Essenz um. Ah! Da oben im Regal. Ich hole mir einen Hocker aus der Küche und recke mich auf Zehenspitzen nach der kleinen Glasflasche. Ich bekomme sie zu fassen und will vom Hocker springen, da rutscht sie mir durch meine nassen Hände und zerschellt am Boden. Verdammt! Der süßliche Geruch von Mandelblüten steigt mir in die Nase. Meine Tante wird mich umbringen!

Die Lust aufs Baden ist mir vergangenen. Schnell dusche ich mich ab und ziehe mich wieder an. Dann räume ich hektisch die Scherben zusammen und wische den Boden. Da höre ich die Tür schlagen. Ich stürze in mein Zimmer und setze mich an den Schreibtisch. Ich höre meine Tante: "Oh, was für eine scheußliches Wetter! Ich brauche erst einmal ein Bad!".

Die Badezimmertür schlägt zu." Tamara? Hast du meine Essenz gesehen?"

 

 

Humor

Wodurch entsteht Komik oder ein Witz?

«Ein Witz ist ein möglichst kurz formulierter Sachverhalt, der durch seine Verbindung mit einem abliegenden Gebiet einen scheinbar unbeabsichtigten Doppelsinn entstehen lässt, so dass das Durchschauen der Pointe zum Lachen bewegt.»

  • Geht ein Cowboy zum Friseur. Als er raus kommt, ist sein Pony weg.
  • Sagt die Null zur Acht: "Schicker Gürtel!"
  • Gehen zwei Sandkörner durch die Wüste. Sagt das eine: "Boah - ist hier was los!"
  • Letzten Worte des Sportlehrers? "Alle Speere zu mir!"

Witze fordern fast immer ein Opfer. Oft sind gerade solche Witze lustig, die eine bestimmte Randgruppe auf die Schippe nehmen. Natürlich kann man dann nur darüber lachen, wenn man selbst nicht zu dieser Gruppe gehört.

  • Zwei Feministinnen beim Frühstück. Fragt die eine: Kannst du mir bitte die Salzstreuerin reichen? Erwidert die andere: Nein ich hab' ne Muskelkatze.
  • Ein Blinder und ein Tauber duellieren sich: "Wo ist er, wo ist er?" "Hat er schon geschossen?"
  • In einer lauschigen Sommernacht seufzt Sie: "Hör mal Schatz, die Grillen." Er: "Ich rieche nichts!"
  • "Chef, mein Gehalt steht in keinem Verhältnis zu meinen Leistungen!" "Das stimmt, aber wir können Sie doch nicht verhungern lassen."
  • Ein Polizist stoppt einen Autofahrer: "Herzlichen Glückwunsch, Sie sind der hunderttausendste Autofahrer auf dieser Straße, Sie sind nun um 10.000 Euro reicher. Wissen Sie schon, was Sie mit dem ganzen Geld anstellen werden?"
    Der Fahrer antwortet nach nicht langem Überlegen: "Ja, als erstes werde ich meinen Führerschein machen!" Dann die Frau auf dem Beifahrersitz: "Glauben Sie ihm kein Wort, Herr Polizist, er ist stockbesoffen!"Darauf der taube Opa auf dem Hintersitz: "Ich wusste gleich, dass wir mit dem geklauten Auto nicht weit kommen!" Auf einmal eine Stimme aus dem Kofferraum: "Sind wir schon über die Grenze?"

 

Aufgabe: Schreibe aus dem Gedächtnis einen Witz auf, den du kennst. Untersuche anschließend, warum er witzig war.

Ein Beispiel von Franz:

Trifft sich ein Mann mit einer Frau in einem Restaurant zu einem ersten Date. Nachdem sie sich gesetzt hatten, sagt der Mann: "Sie sind sehr schön!" Darauf erwidert die Frau: "Schade, dass ich das von Ihnen nicht behaupten kann." Der Mann antwortet ein wenig verstimmt: "Sie hätten ruhig ein bisschen lügen können, so wie ich."

Über den Witz muss man lachen, weil man etwas ganz anderes erwarten würde. Er macht eine Wendung, die man nicht vermuten würde.

 

Aufgabe: Schreibe einen lustigen Text. Du hast ein Vorstellungsgespräch und zusätzlich um 1 Stunde verschlafen. Du bist unter großem Zeitdruck. Zu allem Unglück ereignen sich eine ganze Reihe von Missgeschicken. Am Ende bist du nicht zu spät, sondern zu früh, weil an diesem Tag die Zeit umgestellt wurde.
Thema: Mein Vorstellungsgespräch
Länge: 2 DIN A4 Seiten normale Schriftgröße

 

Ein Beispiel von Jara:

Als am Donnerstagmorgen Frau Pfefferle neuer Funkwecker klingelt, ist sie hellwach. Heute hat sie um 9:30 Uhr ein Vorstellungsgespräch in einem Altersheim. Sie steht auf und geht in die Küche, um zu frühstücken. Sie hat noch genug Zeit. Als sie gerade die Milch aus dem Kühlschrank holen will, stolpert sie über etwas Pelziges am Boden. "Verdammtes Mistviech von Katze! Was liegst du so dämlich im Weg herum!?" Fauchend rennt der kleine Fellball davon. Frau Pfefferle schaut ihm nach. Eigentlich hat sie es nicht so gemeint. Aber sie ist so aufgeregt. Und ihre Katze ist sehr nachtragend. Seit sie bei ihr wohnt, hat sie kein Wort mit ihr gesprochen, nur weil Frau Pfefferle ihr am Anfang nicht das richtige Futter gekauft hat.

Während sie so nachdenkt, fällt ihr Blick auf die Küchenuhr. "Was? Schon 9:00 Uhr?" Panisch drehte sich im Kreis, steckt sich einen Toast in den Mund, nimmt den Mantel vom Haken und stürzt zur Tür. Als sie auf der Straße ankommt, drehen sich ein paar Leute nach ihr um und zwei Jugendliche kichern. Verwundert schaut Frau Pfefferle an sich herunter. Ohne nein! Sie hat vergessen sich umzuziehen und steht nun in dem Rosablümchennachthemd von ihrer Oma mitten auf der Straße. So kann sie auf keinen Fall zu dem Gespräch gehen. Die Leute würden ja denken, sie wolle dort wohnen und nicht arbeiten. Panisch will sie ihren Schlüssel aus der Handtasche kramen, dann merkt sie, dass diese nicht da ist! Sie liegt noch oben auf dem Tisch. Schnell holt sie ihr Handy aus der Manteltasche. Ihre beste Freundin hat einen Schlüssel. "Kein Netz!" ist das Erste, was ihr entgegenleuchtet. Fluchend stapft Frau Pfefferle auf die nahe gelegene Anhöhe: "Tut tut tut, der gewünschte Teilnehmer ist nicht erreichbar! Tut tut ...." "Mistding", schimpft Frau Pfefferle und schleudert das Handy den Abhang hinunter. Dann rennen sie in Richtung Bushaltestelle. Als sie um die Ecke kommt, sieht sie gerade den Bus in der nächsten Straße verschwinden. Winkend und rufend rennt sie hinterher. Als sie vor Seitenstechen anhalten muss, fragt eine alte Dame, ob sie helfen kann. "Nein danke!", sagt Frau Pfefferle und schaut auf den Busplan. 9:30 Uhr! Das würde sie nie schaffen.

"Dann lauf ich doch lieber", denke sie und rennt los. Als sie an der nächsten Bushaltestelle ankommt, lässt sie sich erschöpft auf die Bank fallen. Der Bus kommt und sie steigt ein. Der Busfahrer sagt etwas. Sie schreckt auf. "Was? Wie bitte?" "Ihre Regio-Karte ist abgelaufen und Sie haben da etwas!" Frau Pfefferle dreht sich um und sieht, dass ein Kaugummi an ihrem Nachthemd klebt. Erschöpft drückt sie dem Fahrer 2,30 Euro in die Hand, zupft das Kaugummi ab und lässt sich auf einen Sitz fallen. Sie nickt ein. Plötzlich schreckt sie auf. Sie hätte an der letzten Haltestelle aussteigen müssen. Dann läuft sie halt wieder.

Als sie keuchend beim Altersheim ankommt, stolpert sie über die letzte Treppenstufe und fällt der Länge nach auf den Teppichboden. "Kann ich Ihnen helfen?", fragt eine Stimme von oben." Ähm, ja bitte." Frau Pfefferle richtet sich peinlich berührt auf. "Ich hatte ein Vorstellungsgespräch um 9:30 Uhr!"

"Sie sind eine Stunde zu früh dran. Im übrigen sind die Vorstellungsgespräche erst morgen!" Als Frau Pfefferle verwirrt aus der Tür stolpert, sieht sie eine Anzeige: "Die Zeitumstellung und warum sie eingeführt wurde."

 

 

Wie schreibt man anschaulich?

Viel hängt davon ab, ob man die richtigen Worte findet. Das ist natürlich eine Kunst, aber man kann sie auch ein wenig üben. Bei einem guten Text sind die Worte so gewählt, dass sie Bilder im Leser hervorrufen, denen man sich gerne hingibt. Je anschaulicher dies geschieht desto besser. Eine Wortart ist besonders dazu geeignet das "Wie" der Umstände zu beschreiben und innere Bilder beim Leser hervorzurufen. Das sind die Adjektive. Zwar darf man es wie immer im Leben auch mit ihnen nicht übertreiben, aber gezielt gesetzt machen sie häufig den Reiz einer Geschichte aus.

Ein Beispiel:

A) Die Frau ging über die Straße zum Haus.
B) Die alte Frau ging langsam über die befahrene Straße zu dem alten, verfallenen Haus.

 

 

Konkret statt allgemein schreiben

Aber ein guter Text besteht nicht nur aus treffenden Adjektiven, sondern auch richtig gewählte Hauptwörter und Verben sind wichtig. So könnte man den Satz noch konkreter und damit anschaulicher gestalten, indem man sie beispielsweise wie folgt ersetzt:

C) Die Alte schlurfte zwischen den hupenden Autos einer viel befahrenen Straße zur alten Villa, die nun schon seit zwanzig Jahren leer stand.

 

Es ist also wichtig, dass man schon vom Verb ablesen kann, wie sie geht oder schon im Hauptwort liegt, um was es sich für ein Haus handelt. Der Trick besteht darin, nicht allgemeine Ausdrücke zu verwenden, sondern möglichst konkrete Details, konkrete Wörter zu benutzen.

 

Aufgabe: Versuche dies bei den unteren Sätzen in einem Dreier-Schritt, indem du den Satz langsam aufbaust. Während du in Satz 2 treffende Adjektive hinzufügen sollst, überlege dir für Satz 3 noch passendere Verben und Substantive. Auch kann man Nebensätze einfügen, die Details ergänzen.

1 A) Die Polizei fuhr hinter dem Wagen her.
   B) ...
   C) ...

2 A) Das Mädchen ging die Treppe zum Bachboden hinauf.

3 A) Die Katze lief hinter der Maus her.

4 A) Der Ball flog ins Fenster.

5 A) Eichhörnchen spielten im Baum.

6 A) Der Junge sah das Mädchen an.

 

Thema: Flexible Wortwahl
Aufgabe: Finde zunächst allein viele verschiedene Verben, wie man sich fortbewegen kann.

Dann sammeln wir,  was wir gefunden haben:

rennen, humpeln, eilen, laufen, hüpfen, springen, rutschen, rasen, hetzen, schlittern, sprinten, schleppen, schlurfen, stiefeln, gleiten krabbeln, kullern, hechten, schleichen, dackeln, stolpern, tanzen, joggen, rollen, traben ...

 

Ein Auge für die kleinen Besonderheiten des Lebens

Aufgabe: Wähle eine kleine Naturbegebenheit aus und beschreibe sie mit einer Einleitung und einem Schlussteil in schönen Worten
Themenvorschläge: Spinnennetz - entstehender Maulwurfshügel - Sonnenaufgang - ein Vogel, der sich in einer Pfütze putzt - Igel, der von einer Untertasse Milch trinkt- ....

Ein Beispiel von Anton:

Es war an einem dieser schönen Sommertage. Es versprach ein warmer Tag zu werden und ich machte mich früh auf zu einem wunderschönen Teich in dem nahe gelegenen Naturschutzgebiet. Nur wenige alte Bäume standen auf der einen Seite des Ufers - der Teich war zum Teil von Seerosen bedeckt. Sie waren wahrlich eine Augenweide. Das zarte Weiß ihrer Blüten schwamm schwerelos auf der Wasseroberfläche, alles war in Ruhe getaucht. Einzig das Summen von tanzenden Mücken war hier und dort zu hören. Dann vernahm ich ein leises Plätschern und sah einen grünen Frosch auf ein Seerosenblatt klettern. Dort saß er nun bewegungslos und mit seinen großen Augen. Einzig seine Kehle pumpte Luft, ansonsten hätte man glauben können, er sei erstarrt. Ich näherte mich mit langsamen Schritten und sah genauer hin. Eine Fliege setzte sich unweit des Frosches auf dasselbe Seerosenblatt und begann sich emsig zu putzen. Zwei der sechs Beinchen rieb sie aneinander. Eine leise Bewegung ging durch ihre zarten und durchsichtigen Flügel. Ohne Vorwarnung öffnete der Frosch sein Maul, und seiner lange klebrige Zunge schnellte hervor. Mein Auge konnte kaum folgen, so rasch war die Bewegung. Die Fliege hatte keine Möglichkeit zu entschwinden. Sie wurde ebenso rasch ins Maul gezogen, wie die Zunge zuvor herausgeschnellt war. Ein kurzes Schlucken und der Frosch saß wiederum bewegungslos dort, als wäre nichts passiert. Fasziniert starrte ich ihn an. Kurz darauf kletterte er von seinem Blatt und entschwand im Wasser meinen Augen. Wie raffiniert doch Frösche sind, dachte ich mir und setzte meinen Spaziergang fort.

 

Spannung

Wie erzeugt man Spannung?

Geheimnisse:  Verheimliche dem Leser etwas, vermittle ihm das Gefühl, dass er etwas nicht weiß.
Verzögerung:  Zögere das, was auf der Hand liegt, ein bisschen hinaus.
Überraschung: Lasse etwas Unerwartetes passieren. Damit kannst du den Leser verunsichern.
Konflikt:          Wenn ein Konflikt entsteht, will der Leser wissen, wie dieser ausgeht.
Offene Fragen: Stelle offene Fragen, die nicht sofort beantwortet werden.
Theorien:         Es ist gut, dem Leser Raum für eigene Theorien zu lassen. Gut ist es, wenn diese in die falsche Richtung weisen..
Antworten:      Zeige dem Leser Antworten auf. Am besten ist es, wenn sie zugleich noch neue Probleme aufwerfen.

 

Aufgabe: Schreibe einen spannenden Text. Überlege, wo es einmal ganz spannend in deinem Leben zuging, wo du Herzklopfen, große Unsicherheit oder Angst hattest ... Beschreibe dies ausführlich und stimmungsvoll mit einer Einleitung und einem Schlussteil. Ebenso könntest Du auch einen geeigneten Traum nehmen. Oder frage deine Eltern, was sie an Spannendem erlebt haben.
Thema: Das Thema ist frei wählbar.

 

Ein Beispiel von Paula

Die Bullen kommen

Es war Samstagvormittag und wir fuhren mit dem Auto in Richtung Italien. Es war eine bleierne Hitze und darum hatten wir beschlossen, auf einer umzäunten grünen Wiese ein Picknick zu machen. Wir krochen unter dem Zaun durch und breiteten unsere karierte Decke auf der Wiese aus, legten unser Proviant darauf und fingen an zu essen. Da wir seit etwa 5 Stunden im Auto gesessen hatten, beschlossen meine Mutter und mein Bruder ein bisschen spazieren zu gehen. Sie erklommen einen nahe gelegenen Hügel, der aber noch auf der Weide war und liefen auf der anderen Seite wieder herunter. In der Zeit aßen mein Vater, meine Schwester und ich gemütlich weiter. Ich wollte gerade ein bisschen Kartoffelsalat nehmen, da hörte ich wilde Schreie aus der Richtung kommen, wo vorher mein Bruder und meine Mutter verschwunden waren. Auch meine Schwester und mein Vater hatten die Schreie gehört und blickte erschrocken in dieselbe Richtung. Auf einmal erkannten wir, wie mein Bruder und meine Mutter wild schreiend und rennend auf uns zukamen. Erst jetzt sahen wir, was sie erschreckt hatte: Eine ganze Horde Bullen stürmte hinter ihnen her. Wir bekamen alle einen regelrechten Schock, da die Bullen natürlich viel schneller waren als wir. Sie sahen richtig fett aus und hatten lange Hörner. Sie würden uns aufspießen oder zertrampelt, wenn wir nicht sofort wegrannten. Mein Vater packte mich und meine Schwester und schrie uns zu: "Rennt, rennt!" Die Bullen waren gerade mal noch 5 m von meiner Mutter beim Bruder entfernt. Wir rannten alle so schnell wie noch nie zum Zaun und krochen gehetzt hindurch. Auch mein Bruder erreichte uns, nur noch meine Mutter nicht. Wir riefen ihr alle zu, dass sie schneller rennen solle. Als sie ankam zog mein Vater sie schnellstens durch den Zaun. Wir waren in Sicherheit, aber die Bullen zertrampelten unser ganzes Picknick. Doch wir wollten nur noch weg, stiegen ins Auto und fuhren weiter in Richtung Italien.

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