Ein Sketch: Präsens u. Präteritum - Tücken der deutschen Sprache

Ein Beitrag von Jens-Olaf Bodemann (Freie Waldorfschule Jena)

Klein-Erna übt für die Schule:
Ich trage, du trägst...
Ich schlage, du schlägst...
Ich jage, du jägst...
Ich sage, du sägst...
Ich wage, du wägst...
Ich frage, du frägst...

Großer Bruder
Nicht „frägst", sondern du „fragst": - ich frage, du fragst, er fragt...

Klein-Erna
Aha, jetzt verstehe ich: ich trage, du tragst , er tragt...

Großer Bruder
Nein, hier heißt es: „du trägst"

Klein-Erna
Ja, bist du sicher, was du da sägst?

Großer Bruder

Ich säge nicht, ich sage, und wenn hier einer sägt,
dann bist du es: und zwar an meinen Nerven!

Klein-Erna
Man wird ja wohl noch frägen dürfen...

Großer Bruder

Es heißt nicht frägen, sondern fragen
und nicht sägen, sondern sagen,
und solltest du es wagen,
mich weiter zu befragen,
dann brauchst du nicht zu klagen,
wenn ich dich schlage in den Magen!

Klein-Erna
Nein, nein, s´ ist schon genug!
Nur eins noch: Heißt es nun „fragte" oder „frug"?

Großer Bruder
Es heißt natürlich - „fragte",
sagt man doch auch „sagte" auch nicht „sug".

Klein-Erna
Also, ich werd´ daraus nicht klug,
es heißt doch auch nicht „schlagte" oder „tragte"...

Großer Bruder
Ja, das sind halt Ausnahmen: „schlug" und „trug", damit genug!
Sonst heißt es immer sagte, fragte, wagte,  plagte -
und nicht sug, frug, wug und plug! 

Klein-Erna
Ja, ja, jetzt ist´s  genug!
Entschuldige, dass ich dich frug.

Großer Bruder
O, nein! ......

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