Steigerungen

Ein Beitrag von Frank Einsdorf (Freie Waldorfschule am Bodensee, Überlingen)

In dem Buch "Sprachspiele für Kinder" von Alfred Baur (Mellinger Verlag, ISBN 3-88069-052-9) fand ich im Kapitel Eigenschaftswörter (Seite 42) das Gedicht "Ein Esel, der war dumm". Er empfiehlt es, um damit Steigerung zu üben. Man kann in den Text einen Tiernamen und ein passendes Adjektiv einsetzen und das Gedicht dadurch ständig ändern. Daran hatte meine Klasse tagelang großen Spaß.

In dieser Form geht es aber nur mit männlichen Nomen. Darum habe ich noch je eine Variante für weibliche und sächliche Nomen zusammengeschustert. Hier alle drei:

 

Ein Esel, der war dumm.
Es kam dazu ein zweiter,
er sagte: "Geh doch weiter,
ich bin viel dümmer noch als du!"
Ein dritter kam dazu,
der meinte dann: "Ich bitte,
ich bin in eurer Mitte
der allerdümmste Dritte!"

 

Eine Katze, die war sanft.
Es kam dazu noch eine,
die sagte: "Zieh doch Leine,
ich bin viel sanfter noch als du!"
Eine dritte kam dazu,
die meinte dann: "Ich bitte,
ich bin in eurer Mitte
die allersanfteste Dritte!"

 

Ein Kälbchen, das war jung.
Ein zweites hört man sagen:
"Ach hör doch auf zu klagen,
ich bin viel jünger noch als du!"
Ein drittes kam dazu,
das meinte dann: "Ich bitte,
ich bin in eurer Mitte
das allerjüngste Dritte."

 

In dieser Form hatten die Drittklässler großen Ansporn, zu jedem Nomen mit seinem Adjektiv die richtige Gedichtform zu finden und zu sprechen. Es gab viel zu lachen und einige Grammatikvorlagen für später wurden schon mal aufmerksam bewegt.

Auf einer Monatsfeier haben wir es mit Stichworten auf Zuruf aus dem Saal gesprochen. Es stieß bei Mitschülern und Eltern auf starkes Interesse.

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