Materialbedarf und Materialquelle

Ein Beitrag von Rolf Imdahl (Freie Waldorfschule Aachen)

Wir haben, um Variationen der Verhüttung möglich zu machen, den Bau von drei nebeneinander stehenden Rennöfen geplant. Dazu wurden zunächst in der Vorplanung 300 Backsteine, ca. 150 kg Lehm und 200 kg Holzkohle heran geschafft. Konkret wurden 600 halbe Backsteine, zwei Wannen mit ca. 150 Liter Gesamtvolumen Lehm und 210 Kg Holzkohle besorgt.

Zur Belüftung haben wir drei Eisen-Rohre mit einem Durchmesser von ca. 5 cm und einer Länge van ca. 80 – 90 cm gebraucht. Die Belüftungsrohre wurden an der im Ofen liegenden Seite mit einem Gipsmantel umkleidet, der das Schmelzen des Rohres verhindern sollte.

Ein Gebläse wurde uns auf Nachfrage freundlich von Institut für Ofenbau in Aachen ausgeliehen, das einen Durchsatz von maximal 40 Liter pro Minute schaffte.

Wesentlich für die erste Befeuerung und das Trocknen des Lehms ist ebenfalls eine große Menge an trockenem Holz.

Für die Bearbeitung beim Bau und bei der Verhüttung eines Ofens werden folgende Dinge notwendig:

  • einen Spaten,
  • ein Stock zum Umrühren des Lehms,
  • ggf. ein Bottich zum Anrühren des Lehms,
  • eine Gießkanne,
  • eine Maurerkelle,
  • ein Hammer, um die Steine ggf. zu halbieren,
  • ein metallenes Kehrblech oder eine kleine Gartenschaufel für das Erz, eine Schubkarre,
  • ein Beil,
  • eine Fackel (aus Pech),
  • einen Feuerlöscher (kein Wasser, denn das würde die erhitzten Steine sprengen).

Zur Temperaturmessung im Ofen eignet sich ein dickeres Bandeisen mit einer Länge von ca. 2 m.

 

Materialquelle:

Die Ziegelsteine haben ich aus einem Abriss besorgt, wobei es sich um so genannte Feldbrandsteine handelte, die daher einen Preis von ca. 50 Cent pro Stück hatten. Einen großen Teil konnten wir wiedergewinnen. Einen weiteren Teil konnten wir unbearbeitet lassen. Wir haben also insgesamt für einen Ofen ca. 50 ganze Steine verbraucht. Wenn ein Elternteil der Schule einen Abriss hat, oder davon hört, kann es sein, dass man für die Steine nichts bezahlten muss – außer dem Transport, der nicht ganz leicht vonstatten geht.

Die Holzkohle aus Argentinien hatte nicht nur den Vorteil, neben der Billigholzkohle aus diversen Supermärkten nicht aus dem Urwald zu stammen, sondern hatte ebenfalls einen höheren Brennwert, da das Holz eine sehr hohe Dichte besaß (1,2 Kg/dm3). Die Stückigkeit ist auch ein wichtiges Kriterium, Pressholzkohle ist nicht sehr gut geeignet. Der Preis war mit 1,85 € pro 3 Kg sehr niedrig, da der Geschäftsmann unser Projekt unterstützen wollte. Auch hier war der Transport zeitintensiv. Wir haben schlussendlich für zwei Öfen 120 kg gebraucht.

Das Eisenerz wurde dankenswerter Weise von der ThyssenKrupp Steel AG gespendet; dabei hatten wir drei Eimer á ca. 7 Liter mit einem deutlichen Gewicht von ca. 70 kg, wobei zwei Eimer schon zerkleinertes Eisenerz ca. 1cm vorlag und ein Eimer mit gesintertem Material. Einen Eimer Zuschlag (Kalk) haben wir ebenfalls erhalten. Auch hier ist an den Eigentransport zu denken. Wir haben die gesamte Menge des Erzes und zudem noch einen Eimer Hammerschlag eingesetzt.

Der Lehm war in zwei Wannen schon vorhanden, musste aber zunächst streichbar gemacht werden, d.h. mit Wasser aufgeschlämmt werden. Leider hatten wir durch die sorglose Arbeitsweise einzelner Schüler, oder der geizigen Annahme der Lehrer wegen, zu wenig Lehm. Wir haben dann noch zwei Sack Lehmputz mit Strohhächsel besorgt, der aber für unsere Zwecke einen zu hohen Preis hatte (zwei Sack für 80 €). Ein Bigpack (ein Kubikmeter) war wesentlich billiger und entsprach auch unserem Bedarf, war aber als Nothilfe nicht handelbar (es musste sehr schnell gehen, da uns der Lehm in der Bauphase ausgegangen war).

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