Wunderwerk Kerze (Epochenhefttext)

Ein Beitrag von Uwe Andraschik (Freie Waldorfschule am Kräherwald/Stuttgart). Aus dem Epochenheft von Ann-Catherine.

Es soll hier ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass der folgende Epochenhefttext der individuellen Schwerpunktsetzung des oben genannten Autors entspricht und somit keine Allgemeingültigkeit besitzt. Er dient der Anregung und Vorbereitung des Klassenlehrers.

 

Text in Druckschrift

Wenn die Kerze so still vor sich hinbrennt, sieht man ihr nicht an, wie viele Gedanken in ihr stecken. Obwohl das Wachs heiß ist, brennt es nicht. Es muss erst an einem Docht emporsteigen und in noch größere Hitze kommen. Ein dicker Docht saugt das Wachs schneller empor. Dass der Docht fortwährend mit Wachs getränkt ist, kann man prüfen, wenn man den Docht einer ausgeblasenen Kerze angefasst. Er ist ziemlich fest. Der Docht brennt nicht ab, weil es für ihn an dieser Stelle nicht heiß genug ist. Das emporsteigende Wachs kühlt ihn sogar noch ab. Er verkohlt nur. Damit aber würde die Flamme zu groß und der Docht würde rußen. Beim Docht sind aber viele kleine Einzelfäden zusammengefügt, die ihre gekrümmten Spitzen zur Seite neigen. Dort, wo es am heißesten ist, brennt die Dochtspitze laufend ein wenig ab.

 

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