Silbentrennung

Ein Beitrag von Inge Felder

 

An so einer netten Geschichte, lässt sich die Silbentrennung wunderbar üben. Die Aufgabe bestand darin, den Text nun richtig aufzuschreiben (dann wird man stückchenweise mehrere Tage brauchen) oder man kann auch Bindestriche in den gedruckten Text setzen.

Der Prozess ist natürlich auch anderes herum gestaltbar: Die Kinder bekommen den richtigen Text und sollen ihn nun in Silben zerlegen (siehe unten).

 

das en ten kü ken

am bach gab es ein en ten nest. aus al len ei ern wa ren en ten kü ken ge schlüpft. nun schwam men sie hin ter der en ten mut ter bach ab wärts. hat ten sie denn das let zte ei ver ges sen? „knack!" mach te das lei se, und he raus kam das win zig ste en ten kü ken, das man sich den ken konn te.

schau te der maul wurf über den nest rand. „viel zu klein", brumm te er. „und wie bist du groß und stark ge wor den?" piep ste das ent lein. „man muss mit den pfo ten bud deln, bud deln, bud deln", sag te der maul wurf. da ver such te das en ten kü ken mit sei nen wat schel bei nen zu bud deln, stol per te da bei nach rechts und nach links und stieß sich sei nen bür zel. „bud deln kann ich nicht!" piep ste es.

guck te der ha se um den busch. „wie wird man groß und stark?" frag te das ent lein. der ha se ü ber leg te. „man muss hüp fen und ha ken schla gen!" gleich hüp fte das en ten kü cken und ver such te ha ken zu schla gen. es stol per te ü ber ei nen gras halm und wä re bei na he in ein mau se loch ge kul lert. klag te das ent lein dem eich horn: „kann nicht bud deln, kann nicht ha ken schla gen, will aber groß und stark werden. Was soll ich nur tun?"

„du musst klet tern und nüs se kna cken", sag te das eich horn. da nahm das ent lein an lauf und woll te die wei de hin auf lau fen. es stieß sich sei nen kopf und blieb rück lings zwi schen den wur zeln lie gen. Klap pe r te der storch: „du musst vie le frö sche fan gen, das macht groß und stark."

gleich rap pel te sich das ent en kü ken auf und stell te sich mu tig dem gras frosch in den weg. „ich will dich fan gen!" rief es. „quaaak!" lach te der gras frosch und blies sich auf. da kipp te das ent lein vor schreck um. „ich kann nichts, bin e ben zu klein", seufzte es und kul ler te in den bach. plötz lich pad del ten sei ne wat schel bei ne wie von selbst. „man darf nur nicht den mut ver lie ren", schnat ter te die al te gans. „ir gend was kann je der."

das en ten kü ken a ber pad del te zu sei nen ge schwi stern, schnab bel te würm chen und grüt ze und wur de gleich um zwei gramm schwe rer.

In ge borg Feu stel

 

Das Entenküken

Am Bach gab es ein Entennest. Aus allen Eiern waren Entenküken geschlüpft. Nun schwammen sie hinter der Entenmutter bachabwärts. Hatten sie denn das letzte Ei vergessen? „Knack!" machte das leise, und heraus kam das winzigste Entenküken, das man sich denken konnte.

Schaute der Maulwurf über den Nestrand. „Viel zu klein", brummte er. „Und wie bist du groß und stark geworden?" piepste das Entlein. „Man muss mit den Pfoten buddeln, buddeln, buddeln", sagte der Maulwurf. Da versuchte das Entenküken mit seinen Watschelbeinen zu buddeln, stolperte dabei nach rechts und nach links und stieß sich seinen Bürzel. „Buddeln kann ich nicht!" piepste es.

Guckte der Hase um den Busch. „Wie wird man groß und stark?" fragte das Entlein. Der Hase überlegte. „Man muss hüpfen und Haken schlagen!" Gleich hüpfte das Entenküken und versuchte Haken zu schlagen. Es stolperte über einen Grashalm und wäre beinahe in ein Mauseloch gekullert. Klagte das Entlein dem Eichhorn: „Kann nicht buddeln, kann nicht Haken schlagen, will aber groß und stark werden. Was soll ich nur tun?"

„Du musst klettern und Nüsse knacken", sagte das Eichhorn. Da nahm das Entlein Anlauf und wollte die Weide hinauflaufen. Es stieß sich seinen Kopf und blieb rücklings zwischen den Wurzeln liegen. Klapperte der Storch: „Du musst viele Frösche fangen, das macht groß und stark."

Gleich rappelte sich das Entenküken auf und stellte sich mutig dem Grasfrosch in den Weg. „Ich will dich fangen!" rief es. „Quaaak!" lachte der Grasfrosch und blies sich auf. Da kippte das Entlein vor Schreck um. „Ich kann nichts, bin eben zu klein", seufzte es und kullerte in den Bach. Plötzlich paddelten seine Watschelbeine wie von selbst. „Man darf nur nicht den Mut verlieren", schnatterte die alte Gans. „Irgendwas kann jeder."

Das Entenküken aber paddelte zu seinen Geschwistern, schnabbelte Würmchen und Grütze und wurde gleich um zwei Gramm schwerer.

Ingeborg Feustel