Heißluftballon

Ein Beitrag von Helmut Thomas (Freie Waldorfschule Otterberg)

Während meiner Chemieepoche baute ich in der 7. Klasse in Anlehnung an die Ausführungen von M. v. Mackensen (FEUER, Kalk, Metalle/Stärke, Eiweiß, Zucker, Fett) sechs Heißluftballons.

 

Sie können sich hier in einer kurzen Videosequenz den Aufstieg eines Ballons von der 7. Klasse aus der Freien Waldorfschule Otterberg anschauen:

Zeitaufwand:

Der Bau erfolgte in den Übstunden mit jeweils einer halben Klasse (15 Schüler). In etwa 4 – 6 Stunden bauten jeweils 5 Schüler zusammen an einem Heißluftballon.

 

Materialbedarf für einen Ballon:

  • 8 Bögen Transparent- oder Drachenpapier (30-40 g/m²) mit dem handelsüblichen Ausmaß von 70 x 100 cm.
  • Scheren
  • Tapetenkleister und Pinsel zum Verstreichen
  • ca. 5 Meter Stahldraht (1mm Durchmesser)
  • Watte
  • Brennspiritus
  • Kombizange
  • Propangasflasche mit Bunsenbrenner zum Vorheizen
  • Platzbedarf an Arbeitsfläche minimal 2 x 3 Meter

 

Arbeitsbeschreibung:

Den Schnitt entnehmen Sie der Skizze 2. Zuerst klebten wir die sechs ganzen Bögen aneinander, anschließend die Dreiecksspitzen mit ihrer kurzen Seite an das entstandene Rechteck. Man kann die 6 notwendigen Dreiecke aus insgesamt 2 Transparentbögen herausschneiden. Wenn man sich für das Anzeichnen der Dreiecke zuvor ein Pappschablone anfertigt, geht es sehr flink. Alle Papierbögen wurden mit einer Überlappung von 3 cm aneinandergeklebt. Es ist darauf zu achten, dass die Klebung lückenlos und sorgfältig ausgeführt wird, damit später keine warme Luft entweichen kann.

Am unteren Rand ist nun ein Draht zur Stabilisierung des Ballons einzulegen. Dafür falzt man das Papier etwa 5 cm nach innen, legt den Draht in den Falz und verklebt ihn mit dem Transparentpapier. Der Draht benötigt an seinem einen Ende einen kleinen Haken und an dem anderen Ende eine kleine Öse. Hier wird er später mit Hilfe einer Zange zum Kreis geschlossen. Insgesamt muss der Draht, wegen der Überlappung beim späteren Zusammenkleben, um 3 cm kürzer als das Transparentpapier sein. Um später die Verbindung des Drahtes zu erleichtern, bietet es sich an, das Transparentpapier entsprechend der Skizze 3 zuvor ein wenig einzuschneiden.

Als nächstes wird der Ballon längsseits zu einem Schlauch verklebt. Zwei Schüler halten den Ballon, so dass der dritte Schüler die Klebung vornehmen kann. Dabei wird der Draht wie schon erwähnt mit Hilfe einer Zange sicher verbunden.

Im nächsten Arbeitsschritt wird durch die dreieckigen Transparentbögen das Dach geschlossen. Dies ist die schwierigste Verklebung! Zudem wird der Ballon an dieser Stelle relativ unhandlich. Trotz dieser Schwierigkeit muss sorgfältig darauf geachtet werden, dass die Verklebung dicht ist und keine offenen Stellen bleiben.

Mit dem letzten Arbeitsschritt muss eine Halterung für die Watte geschaffen werden. Dafür befestigt man zwei Drahtstücke von etwa 1 Meter Länge entsprechend der Skizze 1 über Kreuz seitlich am Stabilisierungsdraht. Dabei muss das Transparentpapier an vier Stellen durchstochen werden. Zur sicheren Befestigung der Watte, bringt man kleine Widerhaken aus dünnem Draht an der Kreuzungsstelle an.

Möchte man mit dem Heißluftballon noch einen kleinen Brief verschicken, so kann man diesen mit einem Draht und genügend Abstand unterhalb der Kreuzungsstelle befestigen. Dies ist sogar zur Stabilisierung des Ballons zu empfehlen.

 

Auftretende Schwierigkeiten:

  • Man muss sich gut überlegen, wo man die Ballons zwischen den Arbeitsgängen lagern kann! Insbesondere nach dem Verkleben zum Schlauch und Befestigen des Drahtringes sind die werdenden Ballons sehr sperrig.
  • Das Trocknen erfordert lange Zeit. Beim Wegräumen ist darauf zu achten, dass die Ballons nicht miteinander verkleben!
  • Bei einer Gruppengröße von 5 Schülern sind nicht alle Schüler ständig beschäftigt. Sinnvoller wären Gruppen mit 3 Schülern. Man hat dann allerdings unter Umständen ein Platzproblem beim Arbeiten und Lagern. Auch das Steigenlassen aller Ballons dauert entsprechend länger.

 

Das Steigenlassen der Heißluftballons:

  • Es ist Windstille erforderlich!
  • Man sollte sich Gedanken machen, wo der Ballon möglicherweise herunterkommen wird. Hier ist Vorsicht geboten! Bei uns kam ein Ballon in der Stadtmitte auf einem Parkplatz herunter. Auf einer Hauptverkehrsstraße hätte es gefährlich ausgehen können.
  • Wir haben die Ballons etwa 5 Minuten von unten mit einem Propangas-Brenner vorgeheizt. Die Schüler halten dabei den Ballon die ganze Zeit über aufrecht.
  • Die Watte ist vollständig mit dem Brennspiritus zu durchtränken. Sie wird nach dem Vorheizen des Ballons über die Halterungsdorne gedrückt, so dass sie nicht mehr abfallen kann.
  • Jetzt wird die Watte entzündet und der Ballon wird hoffentlich unter dem Jubel der Schüler steigen.
  • Man muss einplanen, dass jeder Ballonstart mindestens 10 Minuten in Anspruch nimmt. Für den Auf- und Abbau sind auch jeweils etwa 10 Minuten einzuplanen. Wenn man erwachsene Hilfe und zwei Brenner zur Verfügung hätte, wäre ein paralleles Starten vielleicht sinnvoll.

Es war ein sehr schönes Projekt und zugleich für alle ein „erhebendes Gefühl“, als sich der Ballon in die Lüfte erhob!

Helmut Thomas