Bewegliche Märchenbilder gestalten

Ein Beitrag von Jutta Seifert

Passend zum Thema Märchen, stellte ich mit meiner 1. Klasse am Faschingstag bewegliche Märchenbilder her. Einige Tage vorher hatten die Kinder bereits eine Szene aus dem Märchen gemalt, zu dem ihre Faschingsverkleidung gehören würde. Bei dieser „Vorübung“ ging es darum, auf satte Flächen und gut ausgestaltete Figuren zu achten. Sehr geeignet sind hierfür die Wachsblöckchen von Stockmar.

Für das bewegliche Märchenbild verwenden wir festes, weißes Papier (180 g). Die Kinder malen eine Märchenszene mit der Aufgabe, die bewegliche Figur wegzulassen. Wichtig: Der Boden, auf dem sich die Figur später bewegt, sollte mindestens 3 cm hoch sein, damit eine stabile Führungsschiene entsteht.

 

In das fertig gemalte Bild wird mit einem Taschenmesser ein Schnitt dort gemacht, wo sich die Figur bewegen soll. Dieser verläuft in den meisten Fällen waagerecht auf dem gemalten Boden, wobei er etwa 2 cm vor dem rechten und linken Blattrand endet (siehe Bild Rotkäppchen). Eine sehr bewegliche Figur, wie etwa ein Eichhörnchen, kann auch auf einen Strauch oder Baum springen (siehe Bild Tatatuck). Der Schlitz sollte dabei nicht zu steil auf dem Blatt nach oben gehen (die Figur verkantet sich sonst möglicherweise beim Bewegen) und darf nicht rückwärts gehen (weil sich sonst auch die Figur drehen müsste, was technisch schwierig ist).

Nun wird die bewegliche Figur selbst gemalt: Dazu nehmen wir wiederum festes Papier, was bereits in Streifen geschnitten ist und achten darauf, die Figur ganz oben hin zu malen. Von ihren Füßen ausgehend zeichnen die Kinder einen etwa 8 cm langen und 1 cm breiten Stiel nach unten. Nun wird alles an einem Stück ausgeschnitten.

 

Zum Schluss wird auf die Rückseite des Bildes unten ein weiterer Papierstreifen an den rechten und linken Blattrand angeklebt, der den Schlitz verdeckt (nicht verklebt!) und das Blatt an dieser Stelle stabilisiert. Die Figur wird nun in den Schlitz eingesteckt (siehe Bild Märchenbild Rückseite). Die entsprechende Szene kann nun von dem Kind erzählt werden, begleitet von der sich bewegenden Figur.

Für ein solches Bild brauchen die Kinder etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde. Das Malen, Ausschneiden und Kleben können sie selbständig, nur den Schnitt muss ein Erwachsener machen. Besonders schnelle Kinder halfen zwischendurch beim Ausschneiden der Papierstreifen beziehungsweise assistierten den langsameren Kindern.

 

Hier ein paar weitere bewegliche Bilder:

Das Sterntaler

Ritterburg

Die Bremer Stadtmusikanten

Rapunzel

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