Der Vertretungskoffer

Ein Beitrag von Jutta Seifert

Eine Möglichkeit, sich auf kurzfristige Vertretungssituationen vorzubereiten, ist ein Vertretungskoffer. Gegenüber einem Vertretungsordner hat er den Vorteil, dass sich auch Gegenstände darin befinden können. Gefüllt wurde er im Laufe der Zeit, wenn mir etwas in die Hände fiel, was ich passend fand oder mit Ideen aus einer gelungenen Vertretungsstunde.

Den Koffer selbst hatte ich auf dem Sperrmüll gefunden. Er war aus Hartpappe, etwa 30 x 40 cm groß, schwarz, mit Metallschnallen und innen mit gemustertem Papier beklebt – ein originelles, altes Stück. Er war auffallend genug, als dass die Schüler schon von weitem sehen konnten, dass ich ihn dabeihatte („Sie hat den Koffer dabei!“). Das Öffnen vor der Klasse ließ sich zelebrieren und die Schülerinnen und Schüler durften einen Blick hineinwerfen. In dieser Zeit entschied ich schnell, was wir machen würden. Gerade in Vertretungssituationen sind klare Ansagen wichtig, um die Schülerinnen und Schüler erst gar nicht in Versuchung zu bringen, die Autorität des vertretenden Lehrers in Frage zu stellen.

In meinem Vertretungskoffer für die Unterstufe befand sich:

  • Ein Bastelbuch, in das ich etwa fünf Lesezeichen gesteckt hatte, um schnell die Anleitung für einfache, aber wirkungsvolle Werkstücke zu finden. Der Klassiker: die Zaubertüte (Faltarbeit, bei der eine dreieckige Tüte entsteht, die von zwei Seiten geöffnet werden kann und somit z. B. Zettel in die Tüte gesteckt und weggezaubert werden können).
  • Ein Packen weißes Papier.
  • Ein Packen buntes Papier.
  • Kopien mit Zaubertricks aus einem Zauberbuch. Einen wirkungsvollen Zaubertrick hatte ich zur Einstimmung selbst parat. Anschließend fragte ich, wer Zaubertricks kennen und sie vormachen würde. Danach wurde für den Rest der Stunde geübt, das Gesehene und Erratene nachzumachen. Oder die Schülerinnen und Schüler holten sich Anregung aus dem Buch (evtl. die besten Tricks als Kopien bereithalten).
  • Ein Klassensatz Schnüre für Fadenspiele (Kunststoffschnüre aus dem Baumarkt, an beiden Enden zusammengeschmolzen), ein Buch zum Thema „Fadenspiel“. Zwei, drei Figuren hatte ich auswendig in petto, um direkt einsteigen zu können.
  • Ein Buch mit Sudokus und Kreuzworträtseln; daraus Sudokus /Kreuzworträtsel in verschiedenen Schwierigkeitsgraden als Klassensätze herauskopiert. Schöne Rätsel findet man auch in der Kinderzeitschrift „Vorhang auf“.
  • Kreuzworträtsel selber machen. Dafür einen Wörterpool in Großbuchstaben an der Tafel sammeln, z. B. zu einem aktuellen Unterrichtsthema („Handwerker“) oder der Jahreszeit. Dann gemeinsam ein, zwei Beispiele von sich kreuzenden Wörtern suchen. Um ein eigenes Kreuzworträstel zu erstellen, benötigen die Kinder großkopiertes Kästchenpapier (als Klassensatz im Vertretungskoffer bereithalten). Um die gesuchten Wörter zu beschreiben, malen die Kinder am besten kleine Bildchen (abstrakte Beschreibungen sind zu schwer für Unterstufenschüler). 
  • Ein Rätselbuch mit gereimten Rätseln. Die drei beliebtesten an die Tafel schreiben und auf Papier schön gestalten lassen. Oft wissen die Kinder selbst auch Rätsel, die sie vortragen wollen.  
  • Allerhand lustige Gegenstände (vom Flohmarkt, aus Verschenkekisten) zum Verschenken als Preis für Wettbewerbssituationen.
  • Kopien mit diversen Mandalas (wenn im Unterricht gar nichts anderes mehr geht!).
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