Das Gerücht

Ein Beitrag von Paul Weise

Eine Übung mit Erkenntniswert! Kann zudem sehr lustig sein!

Man nehme aus einer Klasse etwa 5-8 freiwillige Schüler und schicke sie nach draußen vor die Tür. Alle anderen in der Klasse verbliebenen Schüler haben die Rolle der Zuhörer und sollen aufmerksam das Geschehen beobachten.

Der erste Schüler kommt von draußen herein. Der Lehrer (oder auch ein Schüler, der darauf vorbereitet war) erzählt nun dem hereinkommenden Schüler eine Geschichte oder ein bestimmtes Erlebnis. Diese Erzählung sollte nicht zu lang und auch nicht ausgesprochen komplex sein. Einige Details der Handlung dürfen ausführlicher beschrieben werden. Insgesamt sollte die Erzählung nicht länger als vielleicht 3 Minuten dauern.

Der erste Anhörer hört diese Geschichte einmal.

Wichtig: Er darf keine Verständnisfragen stellen, er soll nur zuhören und sich die Geschichte möglichst genau merken.

Jetzt kommt der 2. Schüler von draußen herein und bekommt dieselbe Geschichte nun aber von dem 1. Zuhörer erzählt. Dieser versucht so genau wie möglich das einmalig Gehörte wiederzugeben.

Es werden sich Ungenauigkeiten, andere Gewichtungen, Umdeutungen, Zudichtungen und auch Falschheiten ungewollt einschleichen.

Nun erzählt es der 2. dem 3., der 3 dem 4., …. Am Ende ist es schön, wenn der Ursprungserzähler (Lehrer oder Schüler) ein letztes Mal die Geschichte im Original erzählt.

Neben der sprachlichen Übung liegt der ERKENNTISWERT auf der Hand und kann natürlich nun thematisiert werden:

• Selektives Wahrnehmen
• Man hört, was man hören will
• Übertreibungen
• Persönliches
• Und noch vieles mehr ….
 

Als Kontrastübung könnte man dem hereinkommenden Zuhörer die Möglichkeit geben, so lange nachfragen zu dürfen, bis er meint, die Geschichte möglichst genau wiedergeben zu können.

"Das Gerücht" ist auch einmal sehr nett für die Konferenz

Viel Freude!

Kommentar
06.02.2018 | Christa Leitenberger | Mutter
Vielen Dank, das ist eine wunderbare, phantastische Übung, an der man sehr viel lernen kann.
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