Beton-Epoche der Werkstufengruppe

Ein Beitrag von Elke Lawrenz

Beton ist Beton und ist schwer und ist grau und ist hässlich und ist dennoch in der Lage, jede beliebige Form anzunehmen und sich scheinbar sogar gegen die Schwerkraft aufzulehnen!

Die Werkstufengruppe Metall/Gartenbau der IWS beschäftigte sich im Januar 2016 mit einem Werkstoff, der heutzutage überall präsent und aus unserem Alltag überhaupt nicht mehr wegzudenken ist. Dennoch wird er von unserem Bewusstsein erstaunlich wenig wahrgenommen oder zumindest mit eher negativen Adjektiven bedacht, wie hässlich, kalt, grau oder billig.

So begannen wir zunächst, unsere direkte Umgebung zu betrachten und herauszufinden, wo überall Beton verwendet wurde. Besonderes Augenmerk lag letzten Endes in der Überlegung, wo die Gartengestaltung auf Beton nicht verzichten kann. Punktfundamente für Zäune, Spielgeräte oder Carports, Streifenfundamente für Frühbeetkästen oder Gewächshäuser, Plattenfundamente für Gerätehäuser oder Lauben, Platten oder Pflastersteine für die Wege oder Sitzplätze, Rasenkantensteine zur Beeteinfassung, nützliche oder rein dekorative Mauern, künstliche Wasserläufe oder kunstvolle Skulpturen, alles wird möglich mit dem Werkstoff Beton.

Dabei ist das Rohmaterial so unscheinbar: ein „Kleber“: Kalkstein – zermahlen, gebrannt und ein weiteres Mal zermahlen, die Zuschläge: Sand oder Kies - und Wasser, das eine chemische Reaktion des Klebers hervorruft und damit – nicht durch Trocknung!!! - aus dem pulverigen und körnigen Gemisch ein fast unzerstörbares Material entstehen lässt, aus dem sogar schützende Bunker hergestellt werden können und das zum Bau von Atomkraftwerken geeignet ist! Und – es war sogar schon den Römern bekannt!

Wir begannen damit, Materialproben zu erstellen. Unterschiedliche Mischungsverhältnisse zwischen Zement und Zuschlag, unterschiedliche Körnung des Zuschlages, verschiedene Zusatzstoffe, wie Sägemehl, Streichhölzer, Blechstücke, Metallstreifen usw. Da Beton 28 Tage braucht, um seine Endfestigkeit zu entwickeln, konnten wir den Test der Proben erst am letzten Tag der Epoche ausführen. Die größte Festigkeit zeigten eine Probe mit dem Mischungsverhältnis: 1 Teil Quarzsand + 1Teil Zement und eine Probe mit dem Mischungsverhältnis 2 Teile Sand + 1 Teil Zement + längliche Metallteile.

Das Material ist kompromisslos. Unmissverständlich zeigt es Verarbeitungsfehler an. Falsche Mischungsverhältnisse äußern sich in mangelnder Qualität, schlechtes Mischen zeigt sich durch sandige Bereiche, die bröckeln oder keinerlei Verbindung aufweisen. Zu frühes aus der Formnehmen zerstört den ganzen Arbeitsaufwand durch spontanen Zerfall. Andererseits ist der Rohstoff billig und ermöglicht uns freies Experimentieren und direkte Erfahrungen und Erkenntnisse – solange wir keine tragenden Brücken bauen wollen!

Das Material ist weder geschmeidig noch bildsam. Es ist auf Führung durch Formgebung angewiesen. Unter diesem Aspekt lässt sich vieles damit machen. Wir experimentierten mit verschiedenen Formen, wie z. B. Verpackungsmaterial für Obst und Gemüse, alte Plastikschalen in verschiedenen Größen, Tetrapaks und Silikonformen. Auf diese Weise stellten wir verschiedene dekorative Dinge her wie kleine Pflanzschalen oder Vogeltränken für Terasse und Fensterbank, Hausnummern usw. Erstaunlicherweise machte den Schülern das Anmischen des Zement-Sand-Wasser-Gemischs mit gummibehandschuhten Händen besonders viel Freude. Es erinnerte wohl ein bisschen an vergangene Tage im Sandkasten.

Das letzte Projekt war ein großer rechteckiger Pflanzkasten. Dafür wurde aus beschichteten Spanplatten Außen- und Innenform zusammengeschraubt. Anschließend musste mit vereinten Kräften in einem großen Mörtelkübel eine Menge Beton angerührt werden. Das ging nicht mehr mit den Händen, sondern geschah mit Hilfe eines Spatens. Die Form wurde befüllt und schon am nächsten Tag konnten die formgebenden Platten vorsichtig entfernt werden. Wir bohrten noch zwei Löcher in den Boden, damit sich später im Pflanzkasten keine Staunässe bilden kann. Ist es nach ca. 28 Tagen vollständig ausgehärtet, soll noch die Hausnummer (aus unseren vorher gegossenen Zahlen) der Ita-Wegmann-Schule daran geklebt.

Unser Projekt wird dann im Eingangsbereich unserer Schule aufgestellt und mit Sommerblumen bepflanzt werden.

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