Urberuf Hausfrau

Ein Beitrag von G. Heldrich und A. Schneider-Horber (Freie Waldorfschule Wendelstein)

Eine Exkursion der Klasse 3a

Im Rahmen der klassischen Handwerkerepoche im dritten Schuljahr meinte ein Kind: „Meine Mutter hat eigentlich keinen richtigen Beruf". So wurde eine Woche lang der Beruf der Hausfrau "Früher und heute" angeschaut. Exemp­larisch haben wir die Entwicklung der Nahrungszubereitung, so wie das Wäschereinigen durch die Jahrhunderte verfolgt. Um zu erahnen, wie viel Arbeit das sein kann, machte die Klasse einen Ausflug zu ihrer Lehrerin Frau Schulz nach Hause.

 

 

Der Urberuf Hausfrau - genauer Waschen und Kochen - sollte an diesem Tag Thema sein. Natürlich alles ohne Strom, denn Frau Schulz ist noch im Besitz eines alten, holzbefeuerten Waschkessels. Mit Unterstützung zweier „waschechter" Hausfrauen startete der Tag im Garten mit gemeinsamem Morgenspruch und Ehrung zweier Geburts­tagskinder.

 

 

Danach wurde sich aufgeteilt, wobei eine Gruppe im Garten für die Zube­reitung einer Kartoffelsuppe zuständig war und die anderen Kinder sich in den Waschkeller begab.

Die Kinder, die sich für die Suppe gemeldet hatten, begannen eifrig mit dem Waschen, Schälen und Schneiden der Gemüse. Noch interessanter war für einige allerdings das Entfachen und danach Bewachen des Feuers. Denn die Suppe sollte in einem Kessel über dem Feuer gekocht werden. Schnell gaben die Kinder die Zutaten in den heißen Topf und gossen alles mit Wasser auf. Es dauerte nicht lange und ein herrlicher Suppenduft breitete sich im Garten aus. Während das Essen köchelte, suchten die Kinder im Garten Kräuter zur Abrundung des Gerichts. Ein paar Jungen und Mädchen spielten Fußball. Andere töpferten aus im Garten gefun­denem Lehm kleine Gefäße, die anschließend zum Trocknen neben das Feuer gelegt wurden.

 

 

Genauso schaffensfreudig gingen die Kinder in den Keller ans Waschen. Auch hier war das Überwachen des Feuers eine gern übernommene Aufgabe. Aber auch das Wasser holen, Temperatur überwachen, Seife dazugeben um die Waschlauge herzustellen, wurde freudig erledigt. Und als die Waschlauge die richtige Temperatur hatte, durfte jeder sein mitgebrachtes - möglichst dreckiges - Kleidungsstück waschen. Die hartnäckigen Flecken wurden danach noch ordentlich mit dem Waschbrett und Seife bearbeitet, zu Zweit ausgewrungen und in einem Wäschekorb gesam­melt. Als die Gruppen tauschten und alle Wäsche soweit war, wurde die leckere Suppe unter freiem Himmel ausgeteilt. Alle setzten sich in einem Kreis in die Wiese und ließen sich die wohlverdiente Suppe schmecken. Die Arbeit war allerdings noch nicht beendet. Gemeinsam wurde mit dem Wäschekorb los gezogen, um in der Schwarzach - die nur ca. 5 Minunten vom Grundstück entfernt ist - die Kleidungsstücke noch zu flyen. Dabei trieb leider eine Jeans im Fluss ab und trotz aller Hoffnung wurde sie nicht mehr ans Ufer gespült. Das war aber der einzige Wermutstropfen dieses für alle sehr eindrucksvollen Tages.

Zurück im Garten wurde rasch die Wäscheleine bestückt und die Rucksäcke geschultert. Denn der Rückweg zur Schule erfolgte zu Fuß. Einen ganz besonderen Dank auf diesem Weg nochmal an Frau Schulz, die ihren Schülern dieses Erlebnis ermöglicht hat. Sicherlich werden die Kinder diesen Ausflug eindrücklich in Erinnerung behalten.

 

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